Herbstversammlung der Zimmerer-Innung

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Die Mitglieder der Zimmerer-Innung informierten sich im Rahmen ihrer Herbstversammlung über aktuelle Entwicklungen in Innung und Handwerk. Eine Neuerung ist das EU-geförderte Projekt „AlpHouse“ in dem ein besonderes Augenmerk auf die Baukultur in der Alpenregion gelegt wird. Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land gehören zur Pilotregion. Links Sabine Rieger von der Handwerkskammer, die „AlpHouse“ vorstellte, daneben Innungs-Obermeister Josef Lechner.

Traunstein - Am Donnerstag abend zog Innungsobermeister Josef Lechner bei der Herbstversammlung der Innung Traunstein-Berchtesgaden ein positives Fazit über das letze Jahr.

Lechner ging auf de Aktivitäten der Innung im Kalenderjahr ein, in der unter anderem die „Eisblockwette“ einer der Höhepunkte war, die nach der guten Resonanz auf dem Traunsteiner Stadtplatz auch in Stephanskirchen durchgeführt worden war. Die 68 Prozent, die von dem Eisblock trotz Hitzewochen geblieben war, sei ein Plädoyer für Holz als Baustoff mit sehr guten energetischen Werten, so der Zimmerermeister. Aber auch die Resonanz in Trostberg erstaune ihn, so Lechner, nachdem nach vier Wochen immer noch 90 Prozent des Eisblocks erhalten geblieben waren. Zufrieden zeigte er sich auch mit dem „Tag der Ausbildung“ am vergangenen Freitag in Traunstein bei dem sich rund 75 junge Interessenten – zum Teil mit ihren Eltern - über das Zimmerer-Handwerk informierten. Auch über die mögliche „Mischung“ von künftigen, möglichen Auszubildenden aus Haupt- und Realschülern zeigte er sich zufrieden.

Lechner wies auf die Ausbildungsmöglichkeit als „Ausbaufacharbeiter“ hin, in denen junge Lehrlinge eine qualifizierte Ausbildung in zwei Lehrjahren machen können, ohne sich der insgesamt doch recht anspruchsvollen Gesellenprüfung stellen zu müssen.

Im „Wettlauf um die Kinder“ als künftige Auszubildende sei das Zimmererhandwerk gut positioniert: „Junge 'Burschen' lernen gerne unser Handwerk.“ Man habe keine Imageprobleme.

Als eine der großen künftigen Aktivitäten wies der Obermeister darauf hin, dass man im nächsten Jahr im Oktober im Rahmen des Bayerischen Holzbautages in Berchtegaden das regionale Zimmerer-Handwerk besonders präsentieren wolle. Der Obermeister ermutigte die anwesenden Mitglieder selbstbewusst auch auf den Umweltaspekt beim Bauen mit Holz herauszustellen: „Bei uns wachst alles vor der Tür. Wir brauchen die Baustoffe nicht in Russland kaufen.“

Sabine Rieger von der Handwerkskammer stellte das EU-geförderte Projekt „AlpHouse“ vor, in dem die Fachbranche bestehend aus Handwerkern, Planern und Architekten zusammen mit Bauherren und den politischen Entscheidungsträgern an einer energieeffizienten Sanierung von „Alpinen Altbauten“ gearbeitet werden solle. Das „kulturelle Erbe“ solle erhalten werden.

Das unter anderem mit der Technischen Universität München entstandene Projekt wird über das Programm „Alpenraum“ der EU und dem dem österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert. Eine der acht Pilotregionen ist der Landkreis Traunstein und das Berchtesgadener Land, wobei im Landkreis Traunstein ein besonderes Augenmerk auf das Achental und hier insbesondere auf Schleching liegt.

Traditionell kommen zu den Innungsversammlungen auch eine Reihe von Fördermitgliedern, was die gute Zusammenarbeit zwischen der Handwerkervertretung und den Lieferanten dokumentiert, mit denen die regionalen Zimmererbetriebe schwerpunktmäßig zusammenarbeiten. Fachberater Michael Hoffmann von der Firma Wienerberger wies darauf hin, dass der Landkreis Traunstein in der „Windzone 2“ liege, die vor dem Hintergrund der zunehmenden Klimaveränderungen höhere Sicherheitsstufen mit geklammerten Ziegel oder ähnlichen Sicherheitmaßnahmen insbesondere bei Sanierungen oder Neubauten auf den Dächern erforderlich machen würden.

Von der Agentur für Arbeit zeigte die Personalvermittlerin Katrin Kostiuk, dass es für die zusätzliche Qualifizierung der Handwerker eine Reihe von Angeboten gibt, die zwar im Rahmen der Wirtschaftskrise eingeführt wurden, die aber auch in der jetzigen Wirtschaftsbelebung beibehalten würden.

awi

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