Steinmaßl: Vom Vermessungs-Ingenieur zum Landrat

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Traunstein - Am 1. Mai jährt sich der Amtsantritt von Hermann Steinmaßl als Landrat zum zehnten Mal. Zeit für eine ausführliche Bilanz:

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„Ich habe viele Ideen, wie ich mir meine Arbeit als Landrat vorstelle.“ Sein umfangreiches Programm für den Landkreis Traunstein sowie sein über drei Jahrzehnte umfassendes aktives politisches Engagement in verschiedenen Ämtern auf Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene überzeugte schließlich die Wähler: Hermann Steinmaßl trat am 1. Mai 2002 die Nachfolge von Jakob Strobl an. Am 1. Mai 2012 jährt sich sein Amtsantritt als Landrat zum zehnten Mal. „Ein geeigneter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen“, so Landrat Hermann Steinmaßl.

„Mein Auftrag ist es, als Landrat gemeinsam mit den Kreisräten, Bürgermeistern, Stadt- und Gemeinderäten und in der Tradition der beiden Altlandräte Leonhard Schmucker und Jakob Strobl unsere Heimat so zu gestalten, dass der Landkreis eine lebens- und liebenswerte Heimat für Familie und Betriebe bleibt und zukunftsfähig weiterentwickelt wird.“ Während der zehn Jahre Landratstätigkeit hat Hermann Steinmaßl dieses Ziel, das er sich beim Amtsantritt selbst gesetzt hat, bis heute immer im Auge behalten.

Im Landkreis leben ca. 170.500 Bürgerinnen und Bürger. Viele national und international tätige Betriebe sind hier ansässig. Der Landkreis hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt, gerade auch als Bildungsstandort. „Es ist wichtig, den über 12.000 Schülerinnen und Schülern an unseren 14 weiterführenden Schulen des Landkreises Traunstein möglichst beste Lern- bzw. Unterrichtsbedingungen zu schaffen“, so Steinmaßl. „Da geht es auch um Bildungschancen und Gerechtigkeit. Dafür steht das Programm Bildung und Infrastruktur.“ Alle Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises wurden seither ausgebaut, saniert oder teilweise neu gebaut. Bedeutende Projekte wie der Neubau des Annette-Kolb- Gymnasiums, die Turnhallenneubauten am Sonderpädagogischen Zentrum Traunstein und am Schulzentrum Traunreut, und aktuell der Umbau des ehemaligen Annette-Kolb-Gymnasiums zum „Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales“, das zur Ansiedlung der ersten Hochschule im Landkreis Traunstein geführt hat, konnten im Bildungsbereich umgesetzt werden. Auch die Einführung von „R 6“ und „G 8“, die den Landkreis vor große Herausforderungen stellten, wurden gemeistert. In den zehn Jahren hat der Landkreis fast 170 Mio. Euro für die Schulen ausgegeben.

Als größte Herausforderung bezeichnet Landrat Steinmaßl die Sicherung und Entwicklung der Kliniken Traunstein und Trostberg. Für eine qualitative und moderne Ausrichtung flossen in den letzten Jahren rund 120 Mio. Euro. Gerade das Klinikum Traunstein hat sich zu einem Flaggschiff der medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis und der Region entwickelt. Hier wird eine Versorgung auf höchstem qualitativem und modernem Stand geleistet. Zudem gelang es, den Standort Trostberg trotz schwierigen Zeiten gerade für die Versorgung des nördlichen Landkreises aufrecht zu halten und mit der Erweiterung um das Ärztehaus und der Geriatrie auch für die Zukunft zu sichern. Mittlerweile stellen beide Kliniken das Rückgrat für die Kliniken Südostbayern AG dar, unter deren Dach auch die Kliniken des Landkreis Berchtesgaden angesiedelt sind. Eine sinnvolle Ergänzung fand die Kliniken Südostbayern AG mit dem Vinzentinum in Ruhpolding, welches als sechstes Haus in den Verbund aufgenommen wurde. Damit ist langfristig auch die notwendige medizinische Versorgung der Bevölkerung im südlichen Landkreis Traunstein gesichert.

Auch die älteren Mitmenschen sind Landrat Steinmaßl ein großes Anliegen. So wurden die drei Kreisaltenheime Grabenstätt, Palling und Trostberg in einer gemeinsamen GmbH zusammengeführt. Dadurch konnten vor allem die Arbeitsplätze gesichert und den Seniorinnen und Senioren attraktive Heimplätze angeboten werden. Das Kreisaltenheim Trostberg wurde von Grund auf saniert, teilweise neu gebaut und auf künftige Bedürfnisse wie die steigende Zahl von Demenzkranken ausgerichtet.

Als Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung setzte sich Landrat Steinmaßl für den Neubau der „Integrierten Leitstelle“ in Traunstein ein. Auch damit konnten die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten und die Alarmierungssicherheit für vier Landkreise der Region deutlich verbessert werden. So wird gewährleistet, dass die Bürgerinnen und Bürger über die einheitliche Notrufnummer 112 ihre Hilfe schnell und einfach anfordern können.

Eine ständige Herausforderung bedeutet zudem der Erhalt des ca. 380 km langen Kreisstraßennetzes. Zwischenzeitlich wurde auch das Geh- und Radwegenetz auf über 100 km erweitert, was zur wesentlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit besonders für die schwächeren Verkehrsteilnehmer beigetragen hat. Als herausragende Projekte im Bereich der Infrastruktur stehen die Bahnüberführung Übersee, der derzeitige Bau der Ostspange Traunreut und die Brücke Bernhaupten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Eine Herausforderung der Zukunft hat Landrat Steinmaßl schon vor Jahren erkannt: die Förderung und Nutzung von heimischer Energie. Der Landkreis hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, 100% Stromversorgung der Haushalte, des Gewerbes und der öffentlichen Einrichtungen aus regenerativen ortsnahen Energien aus dem Landkreis bereitzustellen. Dieses ehrgeizige Ziel soll bis ins Jahr 2020 erreicht werden. Landrat Steinmaßl sieht dieses Ziel als große, aber auch machbare Herausforderung, wenn alle Bürgerinnen und Bürger, die Gemeinden und Städte, alle Institutionen und Firmen und vor allem die Politik gemeinsam an der Umsetzung arbeiten. Bereits jetzt wird schon annähernd 50% dieses Strombedarfs aus heimischer Produktion gedeckt. Zur weiteren Umsetzung des Ziels wurde der „Sonnenkreis Traunstein“ initiiert. Der Sonnenkreis Traunstein ist der Motor der Energiewende im Landkreis Traunstein. Aber auch der Landkreis selbst geht mit gutem Beispiel voran: Alle geeigneten Gebäude des Landkreises wurden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Zudem wurde in den letzten zehn Jahren die energetische Sanierung inklusive Umstellung auf regenerative Heizungsarten forciert.

Mit besonderem Augenmerk widmete sich Landrat Steinmaßl der Zukunftsentwicklung des Tourismus im Landkreis. „Tourismus ist eine wichtige Wirtschaftskraft, bildet aber auch die Grundlage für unsere hohe Lebensqualität“, so Steinmaßl. Unter Federführung des Landkreises gelang es, alle 35 Kommunen des Landkreises mit ins Boot zu holen und eine schlagkräftige Organisation auf den Weg zu bringen. Mit dem gemeinsamen Handeln aller Kräfte ist man für den harten Konkurrenzkampf gerüstet. Die Marke „Chiemgau - Bayerns Lächeln“ ist heute der Werbeträger für die Region und repräsentiert auf charmante Art und Weise den gesamten Tourismus im Landkreis Traunstein. Zwischenzeitlich ist auch wieder ein Aufwärtstrend bei den Gäste- und Übernachtungszahlen erzielt worden, was den Tourismus im Landkreis Traunstein positiv gestimmt in die Zukunft blicken lässt.

Im Landkreis Traunstein lässt es sich sehr gut leben. Dennoch gibt es Menschen, die die Hilfe der Gemeinschaft brauchen und nicht vergessen werden dürfen. Hierzu zählen auch immer wieder Kinder und Jugendliche in schwierigen Familiensituationen. Das weiß Hermann Steinmaßl aus den Berichten des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Mit Projekten, wie „Guter Start ins Kinderleben“, „koordinierte Kinderschutzstelle“, „Mehrgenerationenhaus“, der „Jugendsozialarbeit an Schulen“ und zuletzt den „Familienstützpunkten“ versucht der Landkreis Traunstein, diese Familien getreu dem Motto des Landrats „zu unterstützen, nicht zu ersetzen“. Dabei bilden Präventionsprojekte wichtige Grundlagen, damit möglichst alle Jugendlichen in die Lage versetzt werden, ihr Leben zu meistern. „Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen dort wohnen und arbeiten können, wo sie aufgewachsen sind. Und den Auftrag, gemeinsam mit den Gemeinden der Bevölkerung eine Heimat zu geben und zu gestalten, ist nach wie vor ein wichtiger Auftrag. Denn: die Zukunft ist die wichtigste Zeit, weil wir in ihr Leben. Wir gestalten sie am besten selber mit“, ist Landrat Steinmaßls Motto seit zehn Jahren. Und diesem Motto ist er bereits jetzt schon in vielen Bereichen gerecht geworden.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein/Büro des Landrats

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