Viele Baustellen in Traunstein-Süd

Hochwasser hat weniger Chancen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Traunsteiner Wehr wird abgebrochen und durch eine Sohlrampe ersetzt. Derzeit werden im Fluss Spundwände eingeschlagen. Diese wirken als Begrenzung der neuen Sohlrampe und sichern den künftigen Trenndamm zwischen der Traun und dem neuen Verbindungskanal zwischen Haslacher Mühlbach und Stadtmühlbach.

Traunstein - Die Arbeiten für den Hochwasserschutz im Süden der Großen Kreisstadt machen sichtbare Fortschritte. Seit Juli werden die Schutzmaßnahmen an der Traun zwischen Seiboldsdorfer Wehr und Traunsteiner Wehr eingerichtet.

Neben dem Absenken des Flussbetts und dem Einbau von Sohlrampen wird nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes in Zukunft ein System aus Erdwällen, Schutzmauern und Spundwänden die Anwohner in den südlichen Stadtteilen vor Hochwasser schützen.

In das von der Europäischen Union unterstützte Projekt investieren der Freistaat Bayern und die Stadt Traunstein rund 5,3 Millionen Euro. 40 Prozent davon entfallen auf die Stadt. Wenn alles nach Plan läuft, sind die Maßnahmen bis Herbst 2012 abgeschlossen, und für die Anwohner besteht dann Schutz vor einem Jahrhunderthochwasser.

"Diese Maßnahmen im Süden sind ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept des Hochwasserschutzes für Traunstein", erläuterte der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Günter Hopf, bei einem Ortstermin auf der Baustelle. Seine Behörde vertritt den Freistaat als Träger der Maßnahme.

Mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten zeigte sich Hopf zufrieden: Nach den umfangreichen Vorarbeiten in der Planungsphase des Großprojekts verlaufe nun auch die Durchführung nach Plan: "Der Aufwand für das Vorhaben ist schon immens. Da bedarf es vor allem auch einer guten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Mitarbeitern im Amt und den externen Partnern."

Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Traun

Kernstück der Maßnahme sind der Abbruch der Wehranlagen unterhalb des Wochinger Spitz sowie das Absenken der Sohle um etwa 1,5 Meter auf einer Länge von zirka 1,2 Kilometern. Die Maßnahmen direkt im Flussbett können nur im Winter erfolgen, da zu dieser Jahreszeit das Hochwasserrisiko am geringsten ist.

Der Abbruch des Traunsteiner Wehres und der Bau der unteren Sohlrampe erfolgen in den nächsten Wochen und Monaten, die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Die Eintiefung der Sohle und die oberen Rampen werden im Winter 2011/2012 hergestellt.

Die Arbeiten für den Hochwasserschutz

Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden das Stadt- und Landschaftsbild entlang der Traun und vor allem im Bereich des Traunsteiner Wehres deutlich verändern. Die besonders sensiblen Arbeiten im Flussbett wird das Wasserwirtschaftsamt mit eigenen Mitarbeitern erledigen. Hopf nahm das zum Anlass, die Bedeutung der Flussmeisterstelle Traunstein herauszustellen: "Unsere Flussmeisterstelle hat viel Erfahrung im Flussbau, und mit Franz Sulger steht als Flussmeister ein sehr erfahrener Mann an der Spitze." Im Zusammenhang mit der Umgestaltung komme es darauf an, die Maßnahmen gut in die Landschaft einzufügen und ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu erhalten. Die Uferbereiche sollten auch in Zukunft zur Naherholung einladen, so Hopf.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte deutlich, dass der Hochwasserschutz für die Stadt Traunstein einen hohen Stellenwert hat: "Die Investitionen sind richtig und notwendig, um das Hab und Gut und vielleicht sogar das Leben der Menschen in Traunstein zu schützen." Seit 2002 wurden in den Hochwasserschutz an der Traun bereits rund 6,3 Millionen Euro investiert.

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahme werden entlang der Traun mehr als 50 Einzelbauwerke neu errichtet. Unter anderem verlängert die Stadt die Straßenentwässerung der Siedlung Am Lohfeld bis zur Bahn-Haltestelle in Seiboldsdorf, um bei Hochwasser einen Rückstau aus dem Mühlbachkanal auszuschließen. Die Kanalbauarbeiten konnten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden, wie der Leiter des Sachgebiets Stadtentwässerung, Heinrich Vogl, berichtete. Die Kosten für diese Maßnahme in Höhe von 100000 Euro trägt die Stadt Traunstein zu 100 Prozent.

Die Stadtwerke werden im März 2011 auf Höhe des Wehres mit dem Bau eines neuen Wasserkraftwerkes beginnen. Dabei greifen die Maßnahmen sehr eng ineinander, vor allem beim Bau des neuen Absperrbauwerks zum Stadtmühlbach sowie des Zuleitungskanals zum Kraftwerk, der als neuer Verbindungskanal zwischen Haslacher Mühlbach und Stadtmühlbach hergestellt wird.

Weit fortgeschritten ist der Bau der Hochwasserschutzanlagen am linken Traun-Ufer zwischen der Haslacher Fußgängerbrücke und Seiboldsdorf. Hier wurde eine Hochwasserschutzlinie zwischen der Bahnstrecke und dem Mühlbach hergestellt. Es handelt sich abschnittsweise um Hochwasserschutzmauern sowie Spundwände, die über die Oberfläche hinausragen. Seit Juli wurden in diesem Bereich bereits mehr als eine Million Euro verbaut.

Gerade im Bau befindet sich der Deichabschnitt im Bereich der Haslacher Mühle. Ein weiterer Deichabschnitt ist noch im Bereich Seiboldsdorf und Am Lohfeld vorgesehen.

re/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser