Hoteldorf: Befürworter gehen in die Offensive

Ruhpolding - Die Diskussion über ein Dorfhotel in Ruhpolding kommt in Fahrt. Sieben Wochen vor dem Bürgerentscheid trafen sich jetzt die Befürworter des Projektes.

Auf einer Versammlung des Verkehrs- und Kulturvereins erinnerte der Vorsitzende Helmut Müller daran, dass der Verein stets Motor der Entwicklung in Ruhpolding gewesen sei. Beim Vertrag mit der TOUROPA, der den modernen Tourismus in Ruhpolding und in Deutschland überhaupt erst begründet habe, sei der Verein ebenso treibende Kraft gewesen wie beim Bau des Wellens-Hallenbades und allen anderen wichtigen Projekten im Ort. Vor zahlreichen Ruhpoldinger Geschäftsleuten aus Handel, Gastronomie und Gewerbe machte Müller klar, dass das geplante Dorfhotel nicht nur eine hervorragende sondern vorläufig auch die einzige Chance sei, die rückläufigen Gästezahlen wenigstens zum Teil auszugleichen.

Der Schriftführer des Verkehrs- und Kulturvereins, Herbert Ringsgwandl, zeigte in einer Präsentation auf, dass die „schweigende Mehrheit“ der Ruhpoldinger, die direkt oder indirekt vom Tourismus lebe, jetzt aktiv werden müsse, um das Feldnicht den tourismusfremden Wortführern der Bürgerinitiative „Dorfhotel Zell – So nicht zu überlassen. In der anschließenden engagierten Diskussion wies Alois Auer, früherer Geschäftsführer der Tourismus-GmbH darauf hin, dass 2008 bei der Vergabe der Biathlon-Weltmeisterschaft 2012 an Ruhpolding die Planung eines größeren, dann aber nicht verwirklichten Hotels auf demKurhausgelände eine wichtige Rolle spielte. Ohne ein großes modernes Hotel als örtlicheUnterbringungsmöglichkeit für Aktive, Trainer, Betreuer und die wachsende Zahl von Medienvertreternwerde es nicht leicht, Ruhpolding als jährlichen Standort des Biathlon-Weltcups zu erhalten.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Hermann Feil, bezeichnete den Bürgerentscheid am 27. Februar alsGrundentscheidung über die Frage, ob sich Ruhpolding in Zukunft noch dem Tourismus verbundenund verpflichtet fühle. Angesichts leerer Gemeindekassen stehe auch die Existenz der vorhandenen Freizeiteinrichtungen wie Wellenbad und Eissporthalle auf dem Spiel. Von diesem Angebot profitiertengerade die privaten Vermieter, die in ihren eigenen Häusern solche Möglichkeiten nicht bietenkönnten. Scharfe Kritik wurde in der Diskussion am Vorgehen der Bürgerinitiative „Dorfhotel Zell - Sonicht“ geäußert. Sie operiere mit Vorurteilen, schüre unbegründete Ängste, zum Beispiel bei denPrivatvermietern, und täusche die Ruhpoldinger schon mit dem Namen. Ein Erfolg von „So nicht“ beim Bürgerentscheid werde automatisch zum Aus für das Projekt. Trickreich sei auch dieFragestellung des Bürgerentscheids, weil die Befürworter des Dorfhotels mit „Nein“ stimmen müssten.Die neue Bürgerinitiative „Ruhpolding“ gewinnt will in den kommenden Wochen intensiv auf dieBedeutung des Dorfhotels für die Entwicklung der Gemeinde und damit für das Wohl aller Ruhpoldinger hinweisen. Nicht von ungefähr habe der Gemeinderat nach gründlicher Prüfungeinstimmig grünes Licht für das Projekt gegeben.

Pressemitteilung Verkehrs- und Kulturverein Ruhpolding e.V.

Rubriklistenbild: © dpa

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