Öffentlichkeitsbeteiligung mit positiver Resonanz - Tui AG stellt sich als potenzieller Betreiber vor

"Hoteldorf Zell" rückt näher

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Ein Lageplan des fast 30 Millionen Euro teuren Hoteldorfs, für das der potenzielle Betreiber Tui mit "von Natur aus schön" wirbt.

Ruhpolding - Das geplante "Hoteldorf Zell" beherrscht seit Wochen die Tagesordnungen des Gemeinderats und sorgt auch in der Bevölkerung für reichlich Gesprächsstoff und Spekulationen.

Nun ging das Projekt in die nächste Runde und es scheint so, als wäre man dem Ziel ein Stück näher gekommen. Dies wurde am Montagabend deutlich, als im Pfarrzentrum die 35. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die damit verbundene Aufstellung des Bebauungsplanes der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Dabei präsentierte sich mit Michael Franke von der Tui AG auch erstmals ein potenzieller Betreiber des Hotelprojekts.

Nachdem der Gemeinderat Ende August zunächst die planungsrechtlichen Weichen geschafften hatte, wurde die Traunsteiner Planungsgruppe Straßer und Partner Mitte September mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Ausarbeitung eines Bebauungsplan beauftragt. Bürgermeister Claus Pichler betonte allerding, dass man von einem möglichen Beschluss noch weit entfernt sei. Andreas Jurina von der Planungsgruppe stellte heraus, zum wesentlichen Inhalt des Bebauungsplanes gehöre eine 2,7 Hektar große und als Sondergebiet bestimmte Planungsfläche, die allein dem Zweck diene, darauf ein Hotel zu errichten. Für die genannte Planungsfläche war bereits im April ein Kaufvertrag zwischen der beteiligten Projektgesellschaft und der Gemeinde Ruhpolding geschlossen worden.

Clemens Dengler von der Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding mbH informierte, geplant seien 14 Gäste- und fünf Funktionsgebäude mit 159 Appartements und 516 Betten. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf etwa 29,50 Millionen Euro.

Von einer erneuten Zusammenarbeit zwischen Tui und Ruhpolding erhofft sich die gesamte Region Impulse. "Die Marke Tui besitzt die Strahlkraft, die der Chiemgau braucht", brachte Michael Lücke, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Chiemgau, die Notwendigkeit zu einer Trendwende auf den Punkt. Millionen seien in den vergangenen Jahren in die sportliche Infrastruktur geflossen - in die Eisschnelllaufbahn in Inzell, in die Bergbahnen und Biathlon-Anlagen in Ruhpolding. Jetzt muss nach Überzeugung von Lücke auch der Investitionsstau in den Tourismusbetrieben überwunden werden. "Außerdem brauchen wir einen attraktiven Hotelstandort."

Michael Jacobs, stellvertretender Vorsitzender der Ruhpoldinger Bürgerinitiative, wollte in der anschließenden Fragerunde von Franke wissen, ob die Tui AG als Betreiber oder Investor auftreten werde. Nach Frankes Worten will die Tui AG nicht Investor werden, weil dies nicht das Geschäftsmodell des Unternehmens sei. Nach einem notariellen Kaufvertrag verpflichte sich seine Gesellschaft, mindestens 15 Jahre als Betreiber des Dorfhotels aufzutreten.

Der Bau des Dorfhotels soll Franke zufolge unter modernsten ökologischen Gesichtspunkten als "green building" erfolgen, zumal auch der Masterplan des Landkreises Traunsteins das Gelände am ehemaligen Zellbauernhof vor drei Jahren als möglichen Standort für ein neues Hotel benannt habe.

Biathlonlegende Fritz Fischer, der selber in direkter Nachbarschaft zum geplanten Hoteldorf wohnt, warb in einer Videobotschaft dafür, das Projekt zu unterstützen. "Das Dorf als Ganzes und die Region werden langfristig davon profitieren", ist auch Pichler überzeugt. Insgesamt habe der Abend gezeigt, dass man sich angesichts der positiven gegenwärtigen Situation mit der potenziellen Betreibergesellschaft schon auf einem guten Weg befinde. So lasse sich unterm Strich feststellen, dass die Gemeinde Ruhpolding dem Projekt "Hoteldorf Zell" ein Stück näher gekommen ist.

brs/Chiemgau-Zeitung

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