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Kleine Anfrage an den Bayerischen Landtag

Indirekte Abschaffung des Bargelds aufgrund von Corona-Maßnahmen?

Beim Bezahlen mit Karte sollte man sich vorher erkundigen, ob bei der Bank Gebühren anfallen.Beim Bezahlen mit Karte sollte man sich vorher erkundigen, ob bei der Bank Gebühren anfallen.
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Währen der Corona-Pandemie hat die Präferenz für Bargeld in der Bevölkerung abgenommen.
  • Jennifer Bretz
    VonJennifer Bretz
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500er-Scheine abgeschafft, digitale Währung auf dem Vormarsch. Müssen wir uns bald komplett vom Bargeld verabschieden? Es wird viel diskutiert. Die AfD sieht offenbar einen Zusammenhang zu den Corona-Maßnahmen und hat eine kleine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt.

Bargeld ist in Deutschland ein beliebtes Zahlungsmittel - trotz Corona. Doch in Pandemiezeiten scheint die Vorliebe für Bares zu bröckeln. Nach einer repräsentativen ING-Umfrage unter Verbrauchern in 13 europäischen Ländern hat im Jahr 2020 die Präferenz für Scheine und Münzen im Portemonnaie in einem Maße abgenommen, wie es sonst gut eine Generation gedauert hätte. Der Anteil der Befragten, der bestimmte Ausgabenarten üblicherweise bar bezahlt, sackte europaweit um 7 bis 14, in Deutschland sogar um 8 bis 19 Prozentpunkte ab.

Staatsministerium: „Bürger sollen weiter uneingeschränkt die Wahl haben“

Laut Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege im Einvernehmen mit dem Staatsministerium der Finanzen auf eine kleine Anfrage des AfD Abgeordneten Christian Klingen sollen die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich auch künftig uneingeschränkt die Möglichkeit haben, mit Bargeld zu bezahlen, wenn sie dies wünschen. Bargeld sei schnell, direkt und greifbar, schütze die Privatsphäre und schaffe Vertrauen, so das Staatsministerium. Und weiter: „Wegen dieser Vorzüge wird sich die Staatsregierung weiterhin mit allem Nachdruck für den Erhalt des Bargelds einsetzen.“

Das Staatsministerium stützt sich dabei auf Umfragedaten der Deutschen Bundesbank. Demnach ist Bargeld im Jahr 2020 in Deutschland mit einem Anteil von 60 Prozent an allen Transaktionen weiterhin das meist verwendete Zahlungsmittel (Rang 2 gemessen am Umsatz). Allerdings ist die Bargeldnutzung in Deutschland seit Jahren tendenziell rückläufig und folgt damit dem europäischen Trend. Einen signifikanten Bedeutungsgewinn konnten im Gegenzug unbare Zahlungsmethoden erzielen, vor allem Zahlungen mit Debit- und Kreditkarte. Den Umfrageergebnissen der Bundesbank zufolge haben im vergangenen Jahr, auch bedingt durch die COVID-19-Pandemie, besonders kontaktlose Kartenzahlungen an Bedeutung gewonnen.

Bargeld Überträger von Krankheitserregern?

„Welche Erkenntnisse hat die Staatsregierung darüber, dass Bargeld als Überträger von Krankheitserregern dient?“ Auch diese Frage stellte der Abgeordnete Klingen an das Staatsministerium. Die Antwort: „Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind bisher keine Infektionen mit SARSCoV-2 über Bargeld als Übertragungsweg bekannt. Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und eine Zeit lang infektiös bleiben.“

Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheine dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute der Nase oder der Augen übertragen werden. „Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten“, so das Ministerium.

Digitales Bezahlen – Wie sicher ist es?

Online-Händler bieten inzwischen mehrere Möglichkeiten zum Bezahlen an. Alle Zahlungsdienstleister müssen sich gesetzlich an hohe Schutzmaßnahmen halten. Das macht digitale Bezahlsysteme vergleichsweise sicher. Trotzdem rät die Verbraucherzentrale Bayern zur Vorsicht. Bei der Anmeldung müssen Verbraucher sensible Daten wie die Konto- oder Kreditkartennummer hinterlegen. „Um sich vor Missbrauch zu schützen, sollten Nutzer für den Zugang zu den Bezahlsystemen sichere und lange Passwörter verwenden,“ rät Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern.

jb

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