Hotel zur Post: Die Bagger rollen wieder

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Die Arbeiten am Hotel zur Post gehen weiter.
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Inzell - Die Arbeiten am ehemaligen Hotel zur Post gehen weiter. Doch ob die Sanierung auch ohne weiteren Rechtsstreit abgeschlossen werden kann, bleibt abzuwarten.

Bürgermeister Hans Egger ist wohl einer der wenigen Menschen, die sich über Baulärm vor dem eigenen Bürofenster freuen. "Die Inzeller sind froh, dass die Sanierung des ehemaligen Hotels zur Post endlich weitergehen kann." Seit dieser Woche ist nämlich die Teilbaugenehmigung vom Landratsamt da und der Umbau kann voranschreiten. Wie die oberste Behörde im Landkreis auf Anfrage von chiemgau24.de mitteilte, umfasst die Genehmigung:

-den Teilabbruch des Anwesens "zur Post"

-die Sanierung und den Umbau der Wohnungen und Gewerbeflächen in einem Teil des Gebäudes

-die Neuerrichtung einer Tiefgarage

So geht es weiter auf der Baustelle

Derzeit finden nun Probebohrungen am Grundstück statt. Danach soll die Tiefgarage fertiggestellt werden, bevor es an den Teilabbruch und die Sanierung des Haupthauses geht. "Die Arbeiten am ehemaligen Haus Rochus sind schon fast fertig. Jetzt gilt es, die Brandruine zu richten", so der Bürgermeister. Bei einem Feuer 2007 war das ehemalige Hotel fast komplett zerstört worden. In Franz Scheurl fand die Gemeinde danach einen Investor, der den Gebäudekomplex mit Restaurant, Gästezimmern und Wohnungen mit Tiefgarage wieder aufbauen wollte.

Bauarbeiten am Hotel zur Post in Inzell

Klage verzögerte den Bau

Doch die Bauarbeiten verzögerten sich, weil ein Nachbar gegen die Baugenehmigung beim Bayerischen Verwaltungsgericht München Klage eingereicht hatte. Das Gericht erklärte den ursprünglichen Bescheid als rechtswidrig und mahnte eine Beteiligung der Nachbarn an, woraufhin Scheurl seine Genehmigung zurückzog. Geklagt hatte Dr. Stefan Engelsberger, der direkte Nachbar und Eigentümer des "Dorfkramer". Nach eigenen Angaben habe er dadurch seine Rechte - vor allem hinsichtlich der Lärm- und Luftimmissionen und des Verkehrs - schützen wollen. Das Verwaltungsgericht forderte daraufhin den Bauherrn zur Erstellung eines Lärmschutzgutachtens auf, was er in der Zwischenzeit auch getan hat.

Folgt nun der nächste Rechtsstreit?

Auch Dr. Engelsberger zeigte sich gegenüber chiemgau24.de erfreut über den Baubeginn. Der Weg über die Teilbaugenehmigung sei für ihn jedoch unerfreulich. "Normalerweise wird das Gesamtvorhaben genehmigt oder nicht. So kommen die Genehmigungen scheibchenweise nach Lust und Laune des Bauherrn", erklärte Dr. Engelsberger. Seiner Ansicht nach sei das Lärmschutzgutachten immer noch nicht vollständig und es fehle am Standsicherheitsnachweis. Als Nachbar müsse er deshalb klagen, um seine Rechte zu schützen. "Wer hier Fristen verschläft, verliert Haus und Hof", so der Wahlmünchner, der im Dorfkramer aufgewachsen ist und das Elternhaus verwaltet.

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