Olympia 2022: SPD weist Vorwürfe von sich

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Claudia Doppler, Sepp Rieder und Uschi Schreiber ehrten für 40 Jahre SPD Mitgliedschaft Sebastian Huber und Wilfried Hess (mit Urkunden)

Inzell - Olympia, Wasserversorgung, Kommunalwahlen 2014 und Personalfragen - die Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins brachte viel Diskussionsstoff.

Als „kleine, aber aktive Partei“ bezeichnete der Vorsitzende Sepp Rieder den SPD-Ortsverein Inzell bei der Jahreshauptversammlung in der Kritischen Akademie Inzell. Vor seinem Tätigkeitsbericht stand eine Gedenkminute für das verstorbene langjährige SPD-Mitglied Johann Pichler.

Neben den SPD Mitgliedern konnte Sepp Rieder den 2. Bürgermeister Hans Egger sowie weitere Gemeinderatsmitglieder anderer Fraktionen begrüßen. „Wir als SPD“ so Sepp Rieder „sind oft auch für Bürgerinnen und Bürger ohne Parteibuch“. Dies galt auch für die zwei sehr gut besuchten Veranstaltungen, welche die SPD Inzell 2013 durchgeführt hatte.

„Familienfreundliches Inzell“ war ein Thema, bei der die 2. Vorsitzende der SPD Inzell, Claudia Doppler, über ihre langjährigen Aktivitäten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie informierte. Bei „Energiewende in Inzell“ mit der SPD Bundestagsabgeordneten Bärbel Kofler, standen Chancen und Risiken der Energiewende und ihre Auswirkungen auf die Gemeinde Inzell im Mittelpunkt.

In seinem Rückblick beleuchtete Sepp Rieder auch Themen, welche im Gemeinderat eine herausragende Rolle spielten. Unter vielen anderen seien dies die Wasserversorgung sowie die Bewerbung für die Olympiade 2022 gewesen. „Endlich haben wir in Inzell zum ersten Mal chlorfreies Wasser“ lobte Rieder die erfolgreichen Bemühungen um Wasser in Inzell.

Dies freute auch den langjährigen 3. Bürgermeister Sebastian Huber, der von den vielen erfolglosen Bemühungen der Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten berichtete, um gutes Wasser zu bekommen. Auf Nachfragen gab der aktuelle 2. Bürgermeister Hans Egger die Auskunft, dass die Kosten der neuen Wasserversorgung etwa hälftig über eine Pauschale und um Lage auf die Wassergebühren finanziert werden.

„Zum letzten Mal“ so Vorsitzender Sepp Rieder „wird uns heute das Thema Olympiabewerbung 2022 beschäftigen“. Er führte aus, dass die Gemeinderäte vom Bürgermeister erst viel zu spät und unzureichend über die Details der Bewerbung informiert wurden. Dies habe wohl auch zur Fehleinschätzung geführt, dass die Bevölkerung und die Gemeinderäte mit einem „Hurra“ hinter dem für Inzell vorgesehenen Mediencenter und dem Olympischen Dorf stehen würden. Als das Konzept dann detailliert auf dem Tisch gelegen hatte, wäre sehr schnell erkennbar gewesen, dass es sich um kein schlüssiges Konzept für Inzell handele.

Deshalb hätten dann die Gemeinderäte der SPD, der Bürger für Inzell und OBIC gegen das Konzept für Inzell, nicht aber gegen Olympia gestimmt. Der ehemalige Abteilungsleiter Englisch Eisschnelllauf beim DEC Inzell, Wilfried Hess, lobte die Gemeinderäte ausdrücklich für diese Entscheidung. Hart ging er mit dem Präsidenten der DESG (Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft), Gerd Heinze, ins Gericht. Dieser habe sich zum Ausgang der Bürgerbefragung mit den Worten „die Bayern haben keinen Arsch in der Lederhose“ geäußert.

„Diese Aussage“ so Hess „ist eine peinliche Entgleisung!“ So dürften demokratische Entscheidungen nicht kommentiert werden. Die knapp 70 Prozent Bürgerinnen und Bürger in Inzell, die gegen Olympia gestimmt hatten, hätten das mit ihrem Herz und Hirn entschieden. „Und das Hirn“ so Hess „sitzt nicht in der Lederhose sondern im Kopf“. Die Menschen hätten nicht Olympia und den Sport abgelehnt.

„Aber das für Inzell vorgesehene Konzept hat selbst Olympia-Befürworter auf die Palme gebracht“ so Hess weiter. Kaum jemand habe verstehen können, dass Inzell die mit rund 35 Millionen erbaute modernste, schnellste und schönste Eisschnelllaufhalle habe, aber die Wettbewerbe für den Eisschnelllauf in München stattfinden sollten. Übereinstimmung herrschte bei den anwesenden SPD-Mitgliedern darüber, dass wieder der Sport und die Sportler in den Vordergrund rücken müssten.

Das IOC und die Sportfunktionäre müssten sich die klare Niederlage bei der Abstimmung zur Olympiabewerbung 2022 zu Herzen nehmen. Als positives Beispiel wurde auf Schorsch Hackl und Christian Neureuther verwiesen, die vor der Abstimmung mit hohem Engagement „pro-Olympia“ geworben hatten, jetzt aber Änderungen beim IOC und den Sportfunktionären einforderten, um „Olympia in demokratischen Ländern“ weiterhin zu ermöglichen.

Den Kassenbericht für den SPD Ortsverein gab die Kassiererin Uschi Schreiber. Sie bezeichnete die Kreisumlage für die Bundestagswahl als „für einen kleinen Ortsverein wie unseren zu hoch“. Zur bevorstehenden Kommunalwahl 2014 teilte Sepp Rieder mit, dass die SPD keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten für Inzell aufstellen wird.

Einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der Inzeller SPD gab Sepp Rieder

„Wir haben mit geeigneten Kandidaten Gespräche geführt“ sagte Sepp Rieder „aber alle haben ausschließlich aus beruflichen Gründen abgelehnt“. Er teilte außerdem mit, dass die SPD noch keine fertige Kandidatenliste für die Kommunalwahl 2014 hat. Er verwies aus seiner 18-jährigen Erfahrung im Gemeinderat in Inzell darauf, dass einseitige parteipolitische Mehrheiten im Gemeinderat nicht gut für Inzell sind.

„Dies hat die jüngste Entscheidung zur Frage Olympia 2022 eindrucksvoll bestätigt“, so Rieder. Für die SPD als kleine Partei in Inzell sei es nicht einfach, Bürgerinnen und Bürger zu finden, die sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung stellen. Trotzdem hoffe er, eine starke Liste zusammen zu bringen. Die Liste der SPD stehe ausdrücklich auch für Nichtmitglieder offen. Mit den Worten „für uns ist nicht Parteimitgliedschaft, sondern der Wille zur aktiven Mitarbeit wichtig“ rief die 2. Vorsitzende Claudia Doppler dazu auf, dass sich interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Inzell noch für die SPD Liste melden können.

Für die Liste „Bürger für Inzell“ bedankte sich der 2. Bürgermeister Hans Egger ausdrücklich für die immer hervorragende Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten der SPD. Auch die Liste der „Bürger für Inzell“ sei noch nicht komplett. Er hoffe auf möglichst viele Kandidatinnen und Kandidaten, um eine einseitige parteipolitische Dominanz im Gemeinderat zu verhindern.

Als Kandidaten für die Kreistagsliste der SPD wurden von der Inzeller SPD Claudia Doppler, Sepp Rieder und Hans Egger vorgeschlagen. Gewählt wurden auch die Delegierten für Wahlversammlungen der Kreis-SPD sowie die Revisoren. Delegierte sind Sepp Rieder und Claudia Doppler; als Ersatzdelegierte stehen Wilfried Hess und Heinrich Huber zur Verfügung. Als Revisoren wurden Elisabeth Gortner und Heinrich Huber gewählt.

Zum Schluss der Versammlung wurden Sebastian Huber und Wilfried Hess für 40-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Sepp Rieder führte aus, dass Sebastian Huber viele Jahre für die SPD im Inzeller Gemeinderat und 3. Bürgermeister war. Über 20 Jahre habe er an verantwortlicher Stelle bei der Wasserversorgung in Inzell gearbeitet.

Zu Wilfried Hess, Leiter der Kritischen Akademie in Inzell, merkte Josef Rieder an, dass dieser sich auch als Zugereister sehr engagiert in das örtliche Leben einbringt. Beide erhielten von ihm eine von Sigmar Gabriel unterzeichnete Urkunde sowie ein Weinpräsent.

Bildunterschriften Bild 1 Sepp Rieder Bildunterschrift Einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der Inzeller SPD gab Sepp Rieder Bild 2 mitgliederehrung Bildunterschrift Claudia Doppler, Sepp Rieder und Uschi Schreiber ehrten für 40 Jahre SPD Mitgliedschaft Sebastian Huber und Wilfried Hess (mit Urkunden) Bild 3 lebhafte Diskussion Bildunterschrift Der Ausgang Olympiabewerbung 2022 und Kommunalwahl 2014 wurden lebhaft diskutiert

Pressemitteilung SPD Ortsverein Inzell

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