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Mädchen und Buben üben gemeinsam

Aufregende Einsatzszenarien für Jugendfeuerwehren in Inzell

Ausbildungswochenende der Jugendfeuerwehr in Inzell
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Zufrieden mit dem Ausbildungswochenende

Mit einem spannenden Mix aus Schulungen, praktischen Übungen, sportlichen Aktivitäten und mehreren Einsatzübungen mit unterschiedlichen Szenarien, forderten die Leiter der Jugendfeuerwehren Inzell, Weißbach a.d.A. und Hammer ihre Schützlinge am vergangenen Wochenende an zwei Ausbildungstagen. Insgesamt nahmen daran etwa 50 Mädchen und Buben im Alter zwischen 14 und 16 Jahren teil.

Inzell – Schließlich darf man in diesem Alter noch nicht alle Tage mit Blaulicht und Martinshorn an Einsatzorte fahren, auch wenn es nur zu Übungszwecken war. Das Ausbildungsprogramm hatten die Leiter der Jugendfeuerwehren, Martin Wellinger und Linda Schwarz aus Inzell, Christian Bauregger und Stefan Kecht aus Weißbach a.d.A. und Xaver Steinbacher aus Hammer, im Vorfeld gemeinsam ausgearbeitet. Als zentrale „Feuerwache“ diente am Samstag und Sonntag das Feuerwehrhaus in Inzell. Ziel der Organisatoren war es, im Großen und Ganzen nachzustellen, wie es in einer Berufsfeuerwehr zugehen könnte. Auch dort kann niemand voraussagen, wie der Tag verlaufen und welche Einsätze auf die Hilfskräfte zukommen werden.

Das war auch an den Ausbildungstagen so, denn der Alarm wurde spontan, ohne Vorankündigung ausgelöst und die Aufgabenstellung erst bei der Anfahrt bekannt gegeben. Ein erster Einsatz führte die Jugendlichen mit ihren Führungskräften ins Inzeller Gewerbegebiet See. Da undefinierbarer, scharfer Geruch gemeldet worden war, richteten sich alle auf einen A-B-C Einsatz ein. Beim zweiten Einsatz musste an der Kesselalm eine eingeklemmte Person gerettet und mehrere Verletzte versorgt werden. Wie ein Flächenbrand auf einer Wiese zu löschen ist, wurde im Ortsteil Wien geübt.

Nach dem Abendessen ist Alarm

Kaum hatten die Übungsgruppen am frühen Abend gemeinsam gegessen, wurde erneut Alarm ausgelöst. Während die Gruppe aus Hammer einen Einsatz in Inzell abarbeitete, hieß es für die Jugendfeuerwehrmitglieder aus Inzell und Weißbach a.d.A.: „Betriebsunfall in Weißbach a.d.A. mit einer eingeklemmten und einer vermissten Person“. Dorthin rückten etwa 30 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen aus. Schnell wurde erkannt, dass auf einem Baufahrzeug ein Arbeiter unter eine Ladung Schalungsstützen geraten und eingeklemmt war. Unter der Anleitung von Christian Bauregger und Stefan Kecht wurde der hydraulische Rettungssatz aufgebaut. Mit speziellen Hebekissen konnte die Staplergabel mit den schweren Stahlträgern vorsichtig so weit angehoben und mit Holzplatten und -keilen unterbaut werden, dass die Rettung der eingeklemmten Person möglich war. Dies wurde in einer Trage liegend dem theoretisch anwesenden Rettungsdienst übergeben.

Zwischenzeitlich hatte sich eine Gruppe auch auf die Suche nach der vermissten Person gemacht, die schließlich auch unter einer Brücke gefunden und ebenfalls dem Rettungsdienst übergeben werden konnte. Wie Übungsteilnehmer im Anschluss erzählten, waren sie vom Ablauf des ersten Übungstages vollends begeistert, haben viel Neues dazugelernt, oder ihr Wissen und Können verfeinern können. Natürlich sei es spannend gewesen, mit Blaulicht und Martinshorn zu den Einsätzen zu fahren und ein bisschen zu schnuppern, wie es später bei realen Einsätzen sein wird.

Die Ausbildung in Bayern von Jugendlichen zum Feuerwehrmann dauert in der Regel vier Jahre lang, bei einem Eintrittsalter ab 12 Jahren. Die sogenannte „Modulare Truppausbildung“ (MTA) erfolgt in den örtlichen Feuerwehren. Das Basismodul dauert 2 Jahre. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Weißbach werden in dieser Zeit im Schnitt 12 Übungseinheiten pro Jahr absolviert. Ab 16 Jahren ist eine Zwischenprüfung vorgesehen. Zwischen 16 und 18 Jahren wird die Basisausbildung um zusätzliche Themen und Übungseinheiten ergänzt. Dazu gehören etwa auch gemeinsame Übungen und Schulungen auf Kreisebene. Ab 18 Jahren können Mitglieder der Jugendfeuerwehren dann ihre Abschlussprüfung mit „Truppführerqualifikation“ ablegen und in den aktiven Feuerwehrdienst eintreten.

Nach einem langen ersten Tag, trafen sich am Sonntag bereits um 08:00 Uhr morgens wieder alle im Feuerwehrhaus Inzell. Auch am zweiten Ausbildungstag galt es wieder Einsätze zu meistern. So wurden die „Florianijünger“ zu einem Fahrradunfall im Reitereck in Weißbach a.d.A. gerufen und im alten Steinbruch hinter der Max Aicher Arena „brannte“ ein Container. Glücklich, zufrieden und voller neuer Eindrücke traten die Mädchen und Buben der Jugendfeuerwehren schließlich am Sonntagmittag die Heimreise an.

wb

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