Nach Vollsperrung der Bundesstraße 306

Leser: "Es herrscht Straßenchaos in Inzell und keiner kümmert sich"

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Inzell - Ein Leser echauffiert sich über die "chaotischen Verhältnisse im Inzeller Salinenweg". Anlass dafür ist die Vollsperrung der Bundesstraße 306. Wie lange geht das noch so weiter? Unsere Redaktion hat bei der zuständigen Behörde nachgefragt:

Ein User hat sich via Pinweis an chiemgau24.de gewandt und schildert den Fall wie folgt: "Es herrschen chaotische Verhältnisse im Inzeller Salinenweg. Das Staatliche Bauamt Traunstein hat eine Vollsperrung der Bundesstraße in Inzell angeordnet. Es soll weiträumig umgeleitet werden. Das ist der derzeitige Sachstand: RVO Busse fahren halbstündig durch eine Straße, die gerade einmal 4,5 Meter breit ist - Baustellenfahrzeuge ebenfalls. Diese Straße ist nicht für so einen Verkehr ausgelegt. Die Anwohner mussten ihre Grundstücke vor Beschädigungen selbst sichern, das ist eigentlich Aufgabe des Bauamtes. Die Behördenleiter, die an der Maßnahme beteiligt sind, sollten alle zur Rechenschaft gezogen werden. Es herrscht Straßenchaos in Inzell und keiner kümmert sich. Die Polizei weigert sich, den Verkehr zu regeln und verweist, dass die Gemeinde die Umleitung genehmigt hat."

"Über den Salinenweg wird nicht offiziell umgeleitet"

Umleitungsplan 

Chiemgau24.de ist dem Fall nachgegangen und hat beim Staatlichen Bauamt Traunstein nachgefragt. Ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes, Diplom-Ingenieur Peter Maltan, äußerte sich dazu wie folgt: "Die Situation im Bereich des Salinenweges ist uns bekannt. Die offizielle Umleitungsstrecke wurde von uns in Abstimmung mit der Polizei, der Verkehrsbehörde und der Gemeinde festgelegt. Wie man dem Umleitungsplan entnehmen kann, leiten wir den Verkehr weiträumig um. Die Umleitungsstrecke für die Baumaßnahme führt ab dem Kreisverkehr in Siegsdorfüber die Staatsstraße 2098 in Richtung Eisenärzt und nach Ruhpolding. Von Ruhpolding führt die Umleitung weiter über die Bundesstraße 305 zurück in Richtung Inzell. Für den Verkehr aus Richtung Süden (Weißbach, Schneizlreuth) erfolgt die Umleitung südlich des Eisstadions in Inzell über die B 305 nach Ruhpolding und von dort über die Staatsstraße 2098 zurück zur B 306. Über den Salinenweg wird nicht offiziell umgeleitet."

Zeitliches Problem mit dem Schulbusverkehr

Weiter erklärt Peter Maltan: "Der Salinenweg wurde von uns nicht als Umleitungsstrecke ausgewiesen, auch nicht für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Beim ÖPNV ist es so, dass die RVO (Regionalverkehr Oberbayern GmbH) die Verlegung der betroffenen Bushaltestellen selbst organisiert und abstimmt. In Inzell gibt es aber ein zeitliches Problem mit dem Schulbusverkehr. In Boden, in Hammer und in Heutau müssen nach Auskunft der RVO mehrere Schüler an die weiterführenden Schulen sowohl nach Traunstein als auch nach Bad Reichenhall gebracht werden. Die RVO hat sich hier unter Abwägung der Vor- und Nachteile entschieden, den Salinenweg zu nutzen. Damit konnte man die Einschränkungen für die betroffenen Schüler minimieren. Zwischenzeitlich haben auch mehrere Gespräche mit der Gemeinde und der RVO stattgefunden. Die RVO sicherte zu für die noch ausstehende Bauzeit nur noch die notwendigsten Fahrten für den Schulbusverkehr über den Salinenweg abzuwickeln zu wollen."

"Seit Donnerstag, den 07.06.2018 hat man nach Abschluss der Fräsarbeiten mit der Firma vereinbart, dass der ÖPNV von Siegsdorf kommend einstweilen wieder über die Baustrecke bis zum Bushaltebahnhof in Inzell fahren kann. Ab dort kann der ÖPNV das nachgeordnete Straßennetz für die Weiterfahrt benutzen. Diese Vereinbarung gilt derzeit bis zu den abschließenden Asphaltierungsarbeiten. Je nach Fortschritt der Asphaltierungsarbeiten (abhängig von der Witterung) wird man dann wieder festlegen, ab wann zumindest der ÖPNV die Baustrecke wieder benutzen kann."

Offizielle Umleitungsstrecke soll genutzt werden

"Leider machten wir auch vermehrt die Beobachtung, dass mehrere Verkehrsteilnehmer die B 306 trotz der umfangreichen Umleitungsbeschilderung bis nach Boden fahren und von dort über die Navigationsgeräte über den Salinenweg geleitet werden. Wir möchten deshalb nochmals den Appell an die Verkehrsteilnehmer weitergeben, dass trotz der Einschränkungen und Umwege die offizielle, weiträumige Umleitungsstrecke genutzt werden soll", betont Peter Maltan abschließend. 

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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