Inzell wird zum Eisspeedway-Zentrum

Motorsport extrem: Training verspricht knallharte Rennen und packende fights

Inzell - Von 15. bis 17. März findet dieses Jahr die Eisspeedway-WM in der Max-Aicher-Arena statt. 

Update, Freitag 17.40 Uhr: 

Bevor es für die Ice Speedway Gladiatoren am Samstag und Sonntag, dem 16./17. März, in der Max-Aicher Arena in Inzell, beim Grand Prix 7 + 8 richtig zur Sache geht, stand am Freitag noch das obligatorische Training auf dem Programm. 

Die ersten zweiminütigen Durchgänge nutzten die WM-Teilnehmer vor allem um sich mit der Strecke, dem Kurvenradius und der Eisoberfläche vertraut zu machen. Ist die Eisoberfläche zu Beginn noch spiegelglatt, verändert sich das Eis mit jedem Heat zusehends. Auf diese Veränderung heißt es mit optimaler Federungs- und Dämpfungseinstellung zu reagieren und sich einen kleinen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten zu erarbeiten. Wer glaubt ein schneller Motor allein reicht aus, sieht sich gewaltig getäuscht. 

Wie engagiert die WM-Teilnehmer an die Sache gingen, zeigten die zahlreichen Stürze bereits im ersten Teil des Trainings, selbst die Profis aus Russland machten Kontakt mit den Streckenbegrenzung. Glücklicherweise konnten jedoch alle Fahrer das Training fortsetzen bis auf Franz Zorn der sich an der Hand verletzt hat und derzeit noch im Krankenhaus untersucht wird. 

Im zweiten Teil des Trainings - das rennähnliche Start-Training – nutzten die WM Favoriten den Gegner, wenn auch nur für eine halbe Runde, zu studieren und seine Stärke oder Schwäche in der ersten Kurve zu erkennen. Hier wurde dem Zuschauer vorgeführt, was ihn an den folgenden Tagen erwartet: knallharte Rennaction und packende Fights.

Fahrplan für das Wochenende:

Kassenöffnung: 11.00 Uhr, Einlass ins Stadion: 13.30 Uhr, Trainingsbeginn: 14.00 Uhr

  • Samstag, 16. März – Grand Prix Finale 7

Kassenöffnung 10,00 Uhr, Einlass ins Stadion: 15.30 Uhr, Rennen ab 16.20 Uhr

  • Sonntag, 17. März – Grand Prix Finale 8

Kassenöffnung 10,00 Uhr, Einlass ins Stadion: 12.30 Uhr, Rennen ab 13.20 Uhr

  • Fahrerlagerzugang / Pitwalk

Pressemeldung Eisspeedway WM Inzell

Vorbericht:

Es gibt keine genauen Daten und Zahlen, aber so um 1924 sollen sich die ersten waghalsigen Männer in Russland mit speziellen Motorrädern auf das Eis gewagt haben. Es ist jedoch sicher, dass der Eisspeedwaysport in Russland seine Wurzeln hat. 

Diese Motorsportart ist in Russland mittlerweile fast zu einem Massensport herangewachsen. Optimale klimatische Bedingungen und Trainingsmöglichkeiten sowie eine komplette Eisspeedway-Liga sind seit Jahrzehnten die Grundlage für die Erfolge der Männer aus dem Osten. So um das Jahr 2000 waren mehr als 1800 aktive Eisfahrer in Russland registriert – in Deutschland zurzeit kaum 20 Fahrer. Es ist also keine Wunder, wenn die Russen diesen Sport seit Jahrzehnten dominieren und die Konkurrenz alt aussehen lassen.

So kam der Sport auch nach Deutschland

Im Jahre 1966 war es endlich soweit, eine erste Weltmeisterschaft (Moskau/Ufa) im Eisspeedway wurde gestartet. Gabrahman Kadyrov, wie nicht anders zu erwarten, schrieb sich als erster Weltmeister in dieser Disziplin in die Bücher. 

Es sollte nicht sein einziger bleiben, 6-mal stand er auf dem obersten Treppchen in der WM. Auch die nächsten beiden Weltmeisterschaften, aufgeteilt über 2 oder 3 Serien, fanden immer im tiefsten Russland statt. Georg Traunspurger aus Pocking, schon immer mit guten Kontakten nach Russland und zur FIM, schaffte es schließlich 1969 den Endlauf der Eisspeedway-Weltmeisterschaft nach Inzell zu holen. 

Mit diesem Bravourstück öffnete er dieser „exotischen Sportart” mit einem Schlag die Tür in den Westen. 20.000 Zuschauer waren von nun an keine Ausnahme mehr und das Eisstadion in Inzell war jedes Jahr bis zum letzten Platz gefüllt. Dieser faszinierende Motorsport begeisterte nicht nur viele Fans in Westeuropa, auch tollkühne „Burschen” aus unserer Region, den Nachbarländern und Skandinavien begannen diesen gefährlichen Sport auszuüben. 

Waren es in den ersten Jahren vorwiegend tschechische und schwedische Fahrer, die den Russen Paroli boten, kamen später auch deutschsprachige Fahrer hinzu. Franz Zorn (Österreich) Vizeweltmeister im Jahr 2000 sowie der Lokalmatador Günther Bauer, Vizeweltmeister 2003 zeigten deutlich, dass die Russen auch nur mit Wasser kochen. An der Großwetterlage änderte sich allerdings wenig, die russischen Fahrer dominieren nach wie vor, wenn man auf die Ergebnislisten blickt.

"Schliff" the local Hero

Was wäre Inzell ohne Günther Bauer. Leider konnte der deutsche Vorzeigepilot der letzten Jahre wegen Krankheit bei der diesjährigen Qualifikation in Schweden nicht antreten. Auf seiner Heimbahn in Inzell nicht teilzunehmen wäre sowohl für Bauer als auch für den Veranstalter eine mittlere Katastrophe. Glücklicherweise gibt es die Veranstalter-Wildcard, sodass die „Inzeller” auf ihren Publikumsmagneten nicht verzichten müssen.

Markus Jell, fünftplatzierter der heurigen Europameisterschaft wartet als Reservefahrer auf seinen Einsatz. Fehlt da in der Startliste nicht Luca Bauer, werden sich Insider fragen? Erst vor wenigen Tagen empfahl sich Luca mit Rang drei bei der Europameisterschaft in Russland und trotzdem keine Berücksichtigung beim „Rennen vor der Haustür?” 

Da Luca seit 2018 mit einer italienischen Fahrerlizenz fährt, hat der DMSB zunächst Bedenken geäußert, konnte aber letztendlich durch unzählige Telefonate überzeugt werden. So kommt es 2019 wieder zu einem Vater-und-Sohn Duell, denn Luca Bauer erhielt ebenfalls einen Reserveplatz in Inzell.

Wer kann die Russen in Inzell fordern?

Momentan liegen vier russische Fahrer nur durch wenige Punkte getrennt in der Gesamtwertung klar in Führung. Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeit um vorauszusagen, dass der neue Weltmeister entweder Ivanov, Koltakov, Valeev oder Khomitsevich heißen wird. 

Im Fahrerlager stets nett und höflich, kennen sie auf der Eisfläche keine Freundschaft und bekämpfen sich gegenseitig unbarmherzig bis zur Ziellinie. Der junge Schwede, Martin Haarahiltunen nutzte diese Konstellation schon mehrmals aus und setzte die „Russen-Armada” gewaltig unter Druck. Wie weit sich die langjährigen Publikumslieblinge Günther Bauer (Deutschland) und Franky Zorn (Österreich) auf Grund von Verletzungen und unverschuldeten Stürzen in Inzell in Szene setzen können, bleibt abzuwarten. 

Ein neuer Lichtblick steht jedoch schon bereit: Johann Weber, „Eishans” wie er von seinen Fans gerufen wird, zeigte bereits bei den diesjährigen Grand Prix-Läufen in Russland sein enormes Talent und befindet sich momentan auf dem 7. WM-Gesamtrang. Auch Max Niedermaier hat sich in dieser Saison wieder enorm gesteigert und wird in der Max Aicher Arena, auf heimischen Eis, für gewaltige Stimmung auf den Rängen sorgen. Stefan Pletschacher, der dritte deutsche Teilnehmer, der noch immer an einer Schulterverletzung laboriert sollte bis Inzell wieder einigermaßen fit sein und seine Fans und Sponsoren zum Jubeln bringen.

Noch ein paar technische Daten

Die Rahmen für diese Motorräder werden von einigen wenigen Spezialisten hergestellt und exakt an die Körpergröße des Fahrers angepasst. Als Antriebseinheit wird fast ausschließlich die tschechische JAWA eingesetzt. 

Die Leistung der mit Methanol gespeisten Motoren liegt zwischen 60 und 65 PS. Die Reifen sind mit maximal 28 mm langen Spikes bestückt (Vorderrad 130, Hinterrad 180 - 190). Maximale Beschleunigung auf der kurzen Strecke sowie die größten Schräglagen im Motorradsport werden durch die enorme Unterstützung der Spikes erreicht. 

Um die zwei Räder sind stabile Rohrkäfige als Schutz für die anderen Fahrer befestigt. Die Motorräder haben keine Bremsen. Gebremst wird nur mit der Gashand (Motorbremse). Das rechte Handgelenk ist mit einer dünnen Schnur mit dem Zündunterbrecher verbunden. Sobald die Verbindung unterbrochen wird (Sturz, Unfall) geht der Motor aus und nach wenigen Augenblicken stehen die Räder still.

Zeitplan – und was ich sonst noch wissen sollte!

„Entgegen den vielen Gerüchten wird es an der Tageskasse für beide Renntage noch ausreichend Stehplatzkarten geben“, verspricht Vorstandsvorsitzender Kai Schmiedeknecht. „Der Vorverkauf lief zwar sehr gut, aber es werden jedes Jahr ausreichend Tickets einbehalten um auch den kurzentschlossenen aus der Region die Möglichkeit eines Besuchs in der Max Aicher Arena zu geben.“

  • Freitag, 15. März – Einmalige Aktion: Freier Eintritt beim WM-Training

Der Veranstalter bietet allen Personen freien Eintritt zum WM-Training in die Max Aicher Arena in Inzell. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, um sich diese wohl spektakulärste Motorsportart live vor Ort und in einem der schönsten Eisstadien der Welt anzusehen.

Kassenöffnung: 11.00 Uhr, Einlass ins Stadion: 13.30 Uhr, Trainingsbeginn: 14.00 Uhr

  • Samstag, 16. März – Grand Prix Finale 7

Kassenöffnung 10,00 Uhr, Einlass ins Stadion: 15.30 Uhr, Rennen ab 16.20 Uhr

  • Sonntag, 17. März – Grand Prix Finale 8

Kassenöffnung 10,00 Uhr, Einlass ins Stadion: 12.30 Uhr, Rennen ab 13.20 Uhr

  • Fahrerlagerzugang / Pitwalk

Mit einer gültigen Eintrittskarte haben Sie Samstag ab 15.00 Uhr und Sonntag ab 12.00 Uhr (30 Minuten) Zutritt ins Fahrerlager. Erleben Sie die Fahrer mit deren Motorrädern aus nächster Nähe und holen sich ihre Autogramme!

  • After-Race-Party

Besuchen Sie am Samstag nach der Veranstaltung die Party der Eishockeyabteilung des DEC Inzell in der Turnhalle, direkt gegenüber der Max Aicher Arena.

  • Bitte der Veranstalter

Alle anreisenden Besucher der Veranstaltung werden gebeten die öffentlich gekennzeichneten Parkplätze anzufahren. Von dort bringen Sie die kostenlosen Shuttle Busse zum Stadion und nach der Veranstaltung wieder zurück. Der Shuttlebus ist am Samstag ab 13.30 Uhr und am Sonntag ab 10.30 Uhr im Einsatz.

Pressemeldung der DMV Landesgruppe Südbayern e.V.

Rubriklistenbild: ©  DMV Landesgruppe Südbayern e.V.

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