Bundestagsdelegation in Inzell

"Gemeinden dürfen nicht auf Wintersport-Kosten sitzen bleiben"

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André Hahn (links), Dieter Stier (zweiter von links) und Peter Ramsauer (zweiter von rechts) am Dienstag in Inzell.
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Inzell - Der Profi-Wintersport in der Region ist zwar ein Spektakel, doch die Anlagen kosten die Kommunen auch viel Geld: Ob sich durch den Kurzbesuch einer Bundestagsdelegation etwas verbessert?

Alljährlich im Winter stehen die Anlagen im Rampenlicht, doch auch im Rest des Jahres wird dort trainiert und saniert: die Eishalle in Inzell, die Biathlon-Arena in Ruhpolding und die Bob- und Rodelbahn am Königssee kosten die Kommunen daher viel Geld - langsam zu viel? Eine Bundestagsdelegation machte sich am Montag und dem heutigen Dienstag selbst ein Bild vor Ort. 

"Nicht nur wieder wegfahren und sagen, dass wir die Probleme gesehen haben"

"Insgesamt fließt zwar mehr Geld in den Sport, aber das löst das konkrete Problem nicht", so Dieter Stier (CDU) stellvertretender Sportausschussvorsitzender im Bundestag, auf einer anschließenden Pressekonferenz. André Hahn (Die Linke) wurde da schon deutlicher: "Es kann nicht sein, dass kleine Gemeinden auf sechsstelligen Beträgen sitzen bleiben. Wir sollten nicht nur wieder wegfahren und sagen, dass wir die Probleme gesehen haben, sondern es muss auch was passieren."

Ob aber vor der Bundestagswahl noch zusätzliche Mittel fließen ist ungewiss. In der Regel geben Bund und Länder über die sogenannte Trainingsstättenförderung Geld an die jeweiligen Olympiastützpunkte. Für die Trainingsstättenförderung hat beispielsweise der Olympiastützpunkt Bayern heuer gut zwei Millionen Euro zur Verfügung. Im Laufe der letzten 13 Jahre sank der Betrag sogar leicht. Die Olympiastützpunkte sind die Betreuungs- und Serviceeinrichtungen für die Bundeskaderathleten und deren Trainer. Die Stützpunkte verteilen dann wiederum gewisse Mittel an die Kommunen. 

Beispiel Ruhpolding

Beispiel Ruhpolding: 262.000 Euro wird die Gemeinde heuer in die Chiemgau-Arena investieren - ein neues Brückenbauwerk, Unterhalt und Beschneiungskosten sind im Betrag enthalten. Ruhpolding muss das Geld vorschießen, "zum Schluss wird ungefähr ein Drittel der Kosten an der Gemeinde hängenbleiben", so Bürgermeister Claus Pichler. Er vergleicht die Situation dabei mit den kirchlichen Kindergärten: Auch deren Defizite werden von den Kommunen übernommen.

Pichler vertraut jetzt auf die heimischen Bundestagsabgeordneten Kofler und Ramsauer: "Sie werden sich für uns einsetzen."

xe

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