Nach längerer Diskussion im Gemeinderat

Inzeller sollen künftig auf Silvester-Feuerwerk verzichten

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Inzell - Sollen die Inzeller an Silvester künftig aufs Raketenschießen und Böllern verzichten? Ramsau hat es vorgemacht - und Inzell soll nachziehen. *Mit Voting*

Es war der Antrag eines Inzeller Bürgers, der am Montag im Gemeinderat behandelt wurde: Wegen der hohen Feinstaubbelastung soll an Silvester künftig aufs Feuerwerk verzichtet werden. Mit zwei Gegenstimmen schloss sich der Gemeinderat dem Antrag an. Verbieten kann man das Schießen an Silvester nicht, aber die Gemeinde wird "rechtzeitig vor Silvester für einen Verzicht werben", wie es im Beschluss heißt - und: Die Gemeinde selbst, sowie die Inzeller Touristik GmbH, verpflichten sich, ebenfalls nicht zu schießen.

Auch in der Ramsau klappt's

"Das ist hervorragend! In der Silvesternacht werden durch die Raketen und Böller 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge produziert, und auch die Tiere sind ja betroffen. Bei den Autos wird das Thema Feinstaub totdiskutiert und hier könnten wir mit einem Schlag so viel einsparen", wurde im Gemeinderat beispielsweise argumentiert. 

Mit gutem Beispiel voran geht seit 2016 die Gemeinde Ramsau. Dort wird der freiwillige Raketenverzicht größtenteils eingehalten, die Bevölkerung dagegen zu Spenden aufgerufen. Nach dem Jahreswechsel 2016/2017 kamen so zum Beispiel über 6000 Euro an Spenden für die erdbebengeschädigte Stadt Norcia in Italien zusammen. "In der Ramsau haben die das gut hingebracht", so Bürgermeister Egger anerkennend. 

Feuerwerke während des Jahres verbieten?

Umstritten war dagegen, wie man mit Feuerwerken im übrigen Jahr umgehen soll. Bei allen anderen kommunalen oder touristischen Veranstaltungen solle ebenfalls kein Feuerwerk veranstaltet werden, auch für Privatpersonen sollten keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilt werden. Zumindest letzteren Satz strich man wieder aus dem Beschlussvorschlag - denn ein privates Schießen, beispielsweise zu einem Geburtstag, muss ohnehin von der Gemeinde genehmigt werden. 

"Wenn aber beispielsweise einer unserer Sportler mit einer Goldmedaille von den Olympischen Spielen zurückkommt?", fragte Annette Schneider. Die Regelung war ihr all zu strikt, sie stimmte dagegen.

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xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Yvo Salinas/A

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