OBIC/FW Inzell:

Egger: "Unzufrieden mit  dem Informationsfluss"

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Hans Egger im Gespräch mit den Kandidatinnen der OBIC/FW Inzell.

Inzell - Eine lebendige Diskussion gab es bei einer Wahlveranstaltung der OBIC/FW im Gasthof Hirschbichler. Bürgermeisterkandidat Egger kritisierte dabei die Informationspolitik des Bürgermeisters.

"Es gibt einige Leuchtturmprojekte die das Interesse zur bevorstehenden Wahl wecken. Andere haben ihr Hotel zur Post, wir haben den Bürgermeisterkandidaten Egger bei uns“, freute sich Annelie Gromoll über den guten Besuch der Veranstaltung im Gasthof Hirschbichler. Gemeinsam mit ihren zwei Mitstreiterinnen Monika Schmidt-Kreuels und Monika Ristel hatte sie zur Vorstellung ihres Programmes eingeladen. Dies sollte dem eingeladenen Bürgermeisterkandidaten Hans Egger vorgetragen und diskutiert werden.

Im Vorfeld hatte sich die Gruppe OBIC/FW für die Unterstützung von Hans Egger ausgesprochen. Der erhielt eingangs die Gelegenheit sich und seine Gründe für die Kandidatur als Bürgermeister vorzustellen. „Eure Liste hat 100% und damit den höchsten Frauenanteil aller Listen in Inzell“ komplimentierte Egge die Liste.

Hans Egger machte in seinen Ausführungen deutlich, dass ihm an einer Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften im Inzeller Gemeinderat interessiert ist. Deshalb habe er die Einladung zu einer konkurrierenden Liste angenommen. Ihm sei an einem offenen, frühzeitigen Gedankenaustausch mit Gemeinderat und Bürgern sehr viel gelegen.

„Dies“ so Egger, „war in letzter Zeit nicht immer der Fall“. Er freue sich zwar, dass Franz Scheurl das „Hotel zur Post“ gekauft hat und damit die Ortsmitte wieder zum Leben erwecke. „Aber“, so Egger „es wäre natürlich schön gewesen, wenn der Gemeinderat zuvor informiert worden wäre“. So hätten sich die Gemeinderäte ihre Information bei einer CSU-Wahlveranstaltung holen müssen, was in einer Demokratie schon zum Nachdenken anrege. Gemeinderäte, die nicht bei der Wahlkampfveranstaltung waren, erfuhren aus der Zeitung von den Details. „Ich werde“ versprach Egger „ alle Gemeinderäte immer rechtzeitig informieren.“

Annelie Gromoll ergänzte, dass der Gemeinderat auch bei der Olympiabewerbung 2022 sehr spät und unzureichend informiert wurde. Da braucht man sich über mangelndes Interesse an der Mitarbeit im Gemeinderat nicht wundern, wenn dieser oftmals ignoriert wird, so Gromoll. Alleingänge bei solch wichtigen Fragen schloss Egger für sich aus.

Schwerpunktsthemen und lebendige Diskussionsrunden

Zu seinen Zielen aus dem Publikum befragt, erläuterte der Bürgermeisterkandidat seine Schwerpunkte. Die Bürger will er besser beteiligen. Dem Tourismus neuen Schub geben. Der nachfolgenden Generation solide Finanzen hinterlassen. Die Max Aicher Arena wirtschaftlich betreiben. Die zum Teil schlechte Infrastruktur, besonders die Straßen verbessern. Energetische Sanierungen will er vorantreiben.

Die Anwesenden ließen in der folgenden lebhaften Diskussion ihrem Herzen freien Lauf. Ein Besucher fragte, ob 100.000 Euro für die geplante Beschneiungsanlage angesichts des hohen Schuldenstandes der Gemeinde eine vernünftige Investition seien. „Geht’s nicht günstiger“ fragte er in die Runde. Hans Egger und Annelie Gromoll wiesen darauf hin, dass das „noch nicht in trockenen Tüchern ist“ und natürlich auch kostengünstigere Lösungen gesucht werden.

Eine Beschneiung sahen aber beide etwas unterschiedlich. Während Annelie Gromoll angesichts der klimatischen Entwicklung grundsätzlich Beschneiungsanlagen sehr kritisch sieht, bezeichnete sie Hans Egger aus touristischen Gründen es für sinnvoll.

Hubert Hirschbichler, Vorsitzender des Wirtevereins und Hausherr der Veranstaltung, kritisierte den Umgang mit den Ergebnissen einer vom Bürgermeister eingesetzten Arbeitsgruppe zur Vermarktung der Max Aicher Arena. „Da trifft sich diese Gruppe mehrmals unentgeltlich in ihrer Freizeit, erarbeitet Ergebnisse und wird dann sang- und klanglos eingestellt“ machte Hirschbichler seinem Unmut Luft. Stattdessen habe die Gemeinde zunächst „Werk B“ und dann einem „Herrn Lombardi“ sehr vorbehaltslos, ohne entsprechende, eigentlich übliche Recherche freie Hand gelassen.

„Ist denn heimischer Sachverstand nichts mehr wert?“,  warf der Wirt in die Diskussion. „Auch der Gemeinderat“ so Annelie Gromoll „ war über Herrn Lombardi nicht näher informiert. Durch die mangelhaften Informationen, einschließlich seines „Künstlernamens“, war es für die Beteiligten unmöglich, sich selbst ein Bild zu machen, ergänzte Hans Egger.

Wie lange das Hallenschwimmbad noch offen sei, wollte eine andere Bürgerin wissen oder „steht uns aus Kostengründen eine Schließung bevor?“ Sowohl Gromoll wie auch Egger wiesen auf einen hohen Nachholbedarf an Investitionen hin. Zu den Ausgaben für das Schwimmbad käme solche für die Schule, Straßen, energetische Sanierung und anderes hinzu. „Hier stehen uns gewaltige finanzielle Herausforderungen ins Haus“ meinte Egger „denen Prioritäten zugeordnet werden müssten“. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen in der Gschwall nicht wie beabsichtigt zur Schuldentilgung, sondern für laufend Ausgaben verwendet würden.

Es gibt einige Baustellung und viel Handlungsbedarf

Zu einer kontroversen Diskussion kam es bei der Frage nach Standorten für Hotelanlagen. Während Annelie Gromoll, als „Einzelmeinung im Gemeinderat“ am ehesten das „Baugebiet Gschwall“ favorisierte, sehen andere hier eher ortsnahe Lagen im Vorteil. Wilfried Hess meinte dazu, dass erst ein Investor für ein Hotel in Inzell gefunden werden müsse, bevor die Standortfrage diskutiert wird, denn: „Platz gibt es schon jetzt, aber wo sind die Interessenten für ein Hotel?“. Geld würde nur in die Hände genommen, wenn sich ein Hotel wirtschaftlich rechne. Hitzig verlief die Diskussion bezüglich der Bewirtung der Max Aicher Arena. „Wenn du außerhalb großer Wettbewerbe in der Halle etwas trinken willst, musst auf dem Klo mit beiden Händen Wasser schaufeln“, kritisierte hier ein Besucher.

Kritisiert wurde auch, dass der neue Pächter die Selbstversorgung der Eisschnelllaufkinder bei Wettbewerben in Frage stellte. Weder Annelie Gromoll noch der ebenfalls anwesende Gemeinderat Sepp Rieder, kannten nähere Details zu dem neuen Pächtervertrag. Auch bei dem „Leader-Projekt“ beklagte Gromoll mangelnde Bereitschaft zum konstruktiven „Miteinander“ seitens Bürgermeister Hobmaier. Hier sei sie teilweise gezwungen gewesen, sich die Informationen aus dem Internet zu beschaffen.

An den, „wie ich hoffe, neuen Bürgermeister“ hatten Annelie Gromoll und ihre zwei Mitstreiterinnen neben einer besseren Informationspolitik weitere Wünsche. „Ich sehe Hans Egger als Bürgermeister mit offenen Ohren und offenem Herz“ sagte Gromoll. Deshalb wünsche sie sich eine Erfüllung ihres „Herzensanliegens“ einer barrierefreien Toilette am Busbahnhof. Außerdem ist in ihren Augen das Angebot einer Gästeinformation im Pavillon, notfalls „elektronisch“, wichtig und notwendig. Sie befürchtet, dass sonst der interessierte Gast, unverrichteter Dinge Inzell sehr schnell wieder verlässt. Hier bekam sie Unterstützung von einem ehemaligen Busfahrer, der bemerkte, dass viele an Inzell vorbeifahren, weil sie nicht in der Ort „gelockt“ würden. Außerdem sei ihr Soziales ebenso wichtig, wie auch eine überschaubare und planbare Personalpolitik.

„Ich hoffe auf einen Wechsel für Inzells Zukunft“ schloss Gromoll die Versammlung „Und wenn es stimmt, dass die Tür von innen aufgehen muss, sind wir mit der Kandidatur von Hans Egger ein Stück näher an dieser besseren Zukunft“.

Pressemitteilung OBIC/FW Inzell

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