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Alles schien in trockenen Tüchern

Schlittenhunde-Rennen 2023 in Inzell erneut abgesagt - Das ist der Grund

Auf Bilder dieser Art müssen die Fans der Schlittenhunde-Rennen und -Bewerbe in Inzell einmal mehr verzichten. Die für Anfang Februar vorgesehene Veranstaltung, die bereits in trockenen Tüchern schien, musste erneut gestrichen werden (Archivbild).
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Auf Bilder dieser Art müssen die Fans der Schlittenhunde-Rennen und -Bewerbe in Inzell einmal mehr verzichten. Die für Anfang Februar vorgesehene Veranstaltung, die bereits in trockenen Tüchern schien, musste erneut gestrichen werden (Archivbild).

Groß war die Vorfreude - nun macht sich Enttäuschung breit: Das traditionelle Schlittenhunde-Rennen in Inzell musste erneut abgesagt werden. Die Gründe:

Inzell – Die Vorfreude war groß, alles schien in trockenen Tüchern: Endlich, nach fünf Jahren des Wartens, wollten die Verantwortlichen in Inzell wieder einen Schlittenhunde-Bewerb veranstalten – das erste Februar-Wochenende 2023 war dafür vorgesehen. Als Veranstalter wäre erneut der Schlittenhundesport Bayern e.V. (SSB) in enger Zusammenarbeit mit der Inzeller Touristik GmbH, die sich um das Marketing gekümmert hätte, aufgetreten. Doch erneut stehen die vorgesehenen und ausgewählten Strecken nicht in gewünschter Art und Weise zur Verfügung. „Damit wäre die Sicherheit der Teilnehmer/-innen und der Tiere nicht gewährleistet“, heißt es in einer Meldung der Inzeller Touristik GmbH. „Es gibt keine Alternativstrecken. Und so haben wir uns schweren Herzens dazu entschieden, das Schlittenhunderennen 2023 doch nicht zu veranstalten.“

Kein Schlittenhunde-Rennen: Die Gründe

Der Hauptgrund: Die „Bayerischen Staatsforsten“ müssen den gesamten Winter über geschlagenes Holz aus den Wäldern transportieren und die entsprechenden Wege für die Transportfahrzeuge räumen. Das betrifft unter anderem jene Strecken, die beim Schlittenhunde-Rennen üblicherweise genützt werden. Problematisch sei, dass der Bremsanker des Schlittens beim Bergabfahren auf geräumten Wegen nicht greife. Dies stelle ein hohes Sicherheitsrisiko für Mensch und Tier dar.

„Die Staatsforsten stehen hinter dem Schlittenhunderennen“, wie die Inzeller Touristik GmbH informiert. Sie waren sogar als Sponsoren mitaufgeführt und boten an, eine Woche vor dem Termin – 3. bis 5. Februar – des geplanten Bewerbs die vorgesehenen Wege nicht mehr zu räumen. „Leider kann von uns niemand in die Zukunft sehen, so dass wir heute nicht mit Sicherheit sagen können, dass es in dieser einen Woche im erforderlichen Maße schneit“, heißt es in der Mitteilung. Eine Präparierung von Hand sei aufgrund der betroffenen Streckenlänge über mehrere Kilometer ohnehin nicht möglich beziehungsweise verhältnismäßig. Nach reiflicher Überlegung inklusive Ortsbegehung durch Wolfgang Fehringer (SSB) konnte keine Alternativstrecke gefunden werden.

Und so bleibt das Jahr 2018 jenes, als letztmals das Schlittenhunderennen in Inzell stattfand. 2019 gab es eine Absage wegen „zu viel Schnee“, die Sicherheit der Teilnehmer konnte damals ebenfalls nicht gewährleistet werden. Unter anderem aufgrund zu weniger Helfer für die Strecken-Präparierung. 2020 kam Corona… Wir haben einen Rückblick zusammengestellt, aus den letzten rund 15 Jahren. Das erste Schlittenhunde-Rennen in Inzell fand 2006 statt, damals noch mit Start und Ziel im offenen Eisschnelllauf-Stadion.

Schlittenhunde-Rennen im Rückblick:

  • 2009: Europameisterschaft: Dauerschneefall, meterhohe Schneeberge, letztlich zu viel, weil zu weich, die Helfer kamen kaum mit dem Räumen nach. Die Rennen fanden dennoch rund ums Eisoval statt.
  • 2010: Sonne, Wolken, Schneefall – diesmal war alles geboten.
  • 2011: Sonne satt, schwerer Schnee, gelungene Rennen, mittlerweile rund um den Campingplatz Lindlbauer, dort ist nun auch stets das Musher-Lager eingerichtet.
  • 2012: Das vielleicht „schönste“ Schlittenhunde-Wochenende im letzten Jahrzehnt: Schnee satt, Traumwetter, Top-Bedingungen.
  • 2013: Bayerische Meisterschaft, gleichzeitig Qualifikation für die EM in Haidmühle, 500 Hunde und ihre 112 Starter/-innen begeisterten 4000 Besucher.
  • 2014: Deutsche Meisterschaft, Schnee, Sonne, Wärme – alles war geboten.
  • 2015: Volles Renn-Programm, viel Schnee, keine Sonne, aber tolle Bewerbe.
  • 2016: Absage wegen zu wenig Schnee, Wärme-Einbruch kurz vor dem Renn-Termin.
  • 2017: Europameisterschaft – ein wahrer Schlittenhunde-Traum bei Super-Wetter (eine Spur zu warm), viel Schnee im Vorfeld, dann Tauwetter, der weiße Untergrund hielt gerade noch, am Ende rund 10.000 Zuschauer an vier unvergesslichen Wettkampftagen insgesamt.
  • 2018: Wegen Rückzieher von EM-Organisator Robert Öttl aus Weißbach erstmals Biwak-Variante durch die Haupt-Verantwortlichen Wolfgang Fehringer und Sabine Klein (SSB) mit Ergebnisliste, Renn-Musher jedoch nicht am Start. Trotzdem 76 Musher mit rund 600 Hunden dabei, Bewerb im Vier-Länder-Cup integriert. Starke Schneefälle das ganze Wochenende über, Eiseskälte in den Nächten.
  • 2019: Absage wegen „zu viel Schnee“, Sicherheit konnte aufgrund zu weniger Helfer (Bauhof) für die dauerhaft nötige Strecken-Präparierung nicht gewährleistet werden.
  • 2020: Absage (kurz vor Corona) wegen zu wenig Schnee, zudem Probleme mit Grundstücksbesitzern, Ärger wegen Hundekot: Ein neues Konzept wurde erstellt, um diese Schwierigkeiten auszuräumen.
  • 2021: Bewerb wegen Corona kein Thema, Rennen ohne Zuschauer-Einnahmen nicht finanzierbar.
  • 2022: Es gab Pläne, doch ohne Zuschauer (wegen der Pandemie weiterhin nicht erlaubt) wäre der Bewerb nicht finanzierbar gewesen erneute Absage.
  • 2023: Absage, weil die vorgesehenen Strecken nicht zur Verfügung stehen, die Sicherheit nicht gewährleistet ist. Zuschauer wären nun wieder unbegrenzt möglich.

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