SPD will "familienfreundliches Inzell"

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Claudia Doppler und Josef Rieder machen sich für ein familienfreundliches Inzell stark.

Inzell - Bei seiner jüngsten Vorstandssitzung widmete sich der SPD-Ortsverein Inzell vor allem dem Themenbereich Kinder und Familie in der Gemeinde.

„Am 18. April 2013 starten wir mit unserer Inzeller Themenreihe“, gab Vorsitzender Sepp Rieder in der jüngsten Vorstandsitzung des SPD–Ortsvereins Inzell bekannt. Als erstes will die SPD öffentlich ihre Vorstellungen zum Thema „familienfreundliches Inzell“ diskutieren.

Gemeinderätin Claudia Doppler, die sich in der SPD Fraktion für dieses Thema besonders engagiert, erläuterte dem Vorstand die aus ihrer Sicht veränderte Situation in Inzell und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit von mehr Kinderbetreuungsplätzen.

Entwicklung hin zum Tourismusort

Durch die Entwicklung Inzells in den 60er Jahren vom landwirtschaftlich geprägten Ort hin zu einem Tourismusort, konnten in Inzell im Laufe der Zeit viele Eigenheime mit Hilfe der Vermietung von "Fremdenzimmern" und Ferienwohnungen gebaut werden. Frauen konnten durch die Vermietung zum Lebensunterhalt beitragen und gleichzeitig zu Hause ihre Kinder betreuen. „Die Vermietung von Privatzimmern“ so Doppler „geht jedoch immer mehr zurück. Räume, die früher an Gäste vermietet wurden, werden nun privat genutzt, zum Beispiel für die eigenen Kinder und deren Familien“. Heutzutage gingen immer mehr Frauen früher nach der Geburt der Kinder wieder in ihre Berufe zurück. Eine Betreuung der Kinder erfolgt zum Teil durch Großeltern oder andere private Betreuungsmöglichkeiten. Doppler weiter: „Aber immer mehr Frauen können auf dieses soziale Netzwerk nicht zurückgreifen und benötigen für die Betreuung ihrer Kinder außerfamiliäre Betreuungsmöglichkeiten."

Mit der Änderung des "Inzeller Einheimischenmodells" in das "Inzeller Familienmodell" sollen vermehrt Familien mit Kindern in Inzell angesiedelt werden. „Da diese Familien in aller Regel nicht in Inzell verwurzelt sind, werden Betreuungsmöglichkeiten ein wichtiger Faktor für die Wahl des Wohnortes werden“, ist sich Claudia Doppler sicher.

Fast alle Kommunen im Landkreis Traunstein haben mittlerweile Krippenplätze geschaffen. Der Freistaat Bayern fördert die Baukosten - abhängig von der Finanzkraft der Kommune - mit 60 bis 80 Prozent.

Neue Krippenplätze in Planung

Claudia Doppler berichtete den Anwesenden dass eine aktuell durchgeführte Kindergartenanmeldung einen Bedarf an Krippenplätzen ergeben hat. Die Kommune sei nun gemeinsam mit Pfarrer Strobl, der Kirchenverwaltung und der Kindergartenleitung bemüht, die Schaffung von Krippenplätzen im Kindergarten zu realisieren, um dem Bedarf gerecht zu werden. Auch ein erweitertes Angebot der betreuten Spielgruppen an der Musikschule Inzell soll zusätzlich den veränderten Kinderbetreuungsanforderungen der Eltern Rechnung tragen.

Vorstandsmitglied Dr. Markus Schwahn schloss sich als „Zugereister“ ausdrücklich den Vorstellungen von Claudia Doppler an, denn wer neu nach Inzell ziehe, komme in aller Regel wegen der Arbeit hierher. Und da sei es meist üblich, dass beide Lebenspartner einer beruflichen Tätigkeit nachgingen. Dr. Schwahn weiter: „Wer junge Familien in Inzell will, muss auch die Betreuungsmöglichkeiten von Kindern überdenken."

Fragenkatalog der SPD

Vorsitzender Sepp Rieder spendete seiner Fraktionskollegin viel Lob für das Engagement in Familienfragen und versprach. „Wir werden bei der Veranstaltung deine Vorschläge aufgreifen und gründlich bearbeiten“.

Insbesondere folgende Fragen müssten dabei gestellt werden:

1. Passt das Kinderbetreuungsangebot in Inzell derzeit und auch für die Zukunft?

2. Wird es in Zukunft auch Bedarf an Ganztagsbetreuung in Inzell geben?

3. Brauchen wir für die Betreuung von Schulkindern zur bereits bestehenden Mittagsbetreuung ein weiterführendes Angebot ?

Vorstandsmitglied Wilfried Hess führte aus, dass das vor allem von der CSU durchgesetzte Betreuungsgeld den Staat voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro jährlich kosten wird. Mit diesem Geld könnten 120.000 neue Kitaplätze geschaffen werden. Er wies darauf hin, dass die SPD-geführte Regierung von Hamburg gegen das Gesetz Verfassungsklage eingereicht hat.

Kommunalwahlen rücken näher

Erste Gedanken machte sich der Ortsverein der SPD auch zu den Kommunalwahlen im Jahr 2014. „Wir wollen mit einer starken Liste antreten“, so Vorsitzender Sepp Rieder. Offen ließ er, ob die SPD mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten wird.

Schatzmeisterin Ursula Schreiber legte den Jahresabschluss der SPD Inzell vor: „Wir sind keine reiche Partei“ resümierte sie „aber Gott sei Dank kosten gute Ideen kein Geld“.

Pressemitteilung SPD Ortsverein Inzell

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