Impressionen: "24 Stunden von Bayern" 

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Inzell – In den frühen Morgenstunden gingen die „24 Stunden von Bayern“ langsam zu Ende. 444 Teilnehmer traten wohlbehalten und mit vielen außergewöhnlichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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Ein Böllerschuss und die Musikkapelle Inzell vorne weg - zunächst wurde einmal die Max Aicher Arena umrundet, ehe es Richtung Falkensee ging. Begleitet von den Gebirgsjägern mit Heeresbergführer sowie Manfred Mayer, dem "Seebrucker Römer" im Spangenpanzer, erreichten die Wanderer aus ganz Europa bald die erste idyllische Zwischenstation am Falkensee.

Hier begrüßte Bürgermeister Martin Hobmaier die Teilnehmer mit einem musikalischen Trompetengruß, ehe es weiter zur Kohleralm ging…

Wanderevent bei Sommerwetter

Das Treiben am Vormittag:

Neue Fotos: 24 Stunden von Bayern-Wanderevent

Der Wandermarktplatz in Inzell

Stände auf dem Wandermarktplatz in Inzell

Nachtbilder aus Inzell

Nachtbilder bei "24 Stunden von Bayern"

Die Teilnehmer zeigten sich meist begeistert: Markus aus Heilbronn und Lothar aus Mannheim kamen als erste von der ersten, riesigen und bei Temperaturen um die 30 Grad höchst strapaziösen Runde zurück nach Inzell. Am Wandermarktplatz sprudelte es regelrecht begeistert aus ihnen heraus: „Einfach fantastisch, die einzigartige Natur, unglaublich schön – wie immer hier“. Auch von den Verpflegungs- und Erlebnisstationen zeigten sich die beiden Gäste-Wanderer beeindruckt: „Wir konnten gar nicht alles in vollen Zügen auskosten, so umfangreich gestaltete sich das Angebot“. Und Lothar ergänzte: „Normalerweise mag ich ja keinen Käse, aber beim Mauthäusl musste ich ihn einfach probieren, so schmackhaft wurde auch dort alles präsentiert. Dazu das selbstgebackene Brot – sensationell“.

Unzählige Stationen begeisterten die Wander-Freudigen, die überall herzlich aufgenommen und freundlich zwischen Alphornbläsern und Gleitschirmfliegern sowie vielem mehr bedient wurden.

Eine logistische Meisterleistung der Organisatoren sorgte dafür, dass sich die Teilnehmer wohlfühlten, ein rund 200-köpfiges Helferteam stand rund um die Uhr mit Rat und Tat, Hilfen bei kleineren Blessuren und Wegweisungen zur Seite. In Inzell konnten die teils doch geschundenen Körper ruhen. Man konnte sich massieren lassen oder auf einer antiken Couch ein Fußbad bei Martina Hofmann aus Fridolfing mit dutzenden selbstgemachten Naturseifen genießen. Auch kulinarisch blieben keinerlei Wünsche offen – nach einer Zehn-Stunden-Tour schmeckten Schweinebraten und Spaghetti in der Sporthalle ohnehin am besten. Die Besucher ließen sich auf einer Schmankerlmeile unter freiem Himmel verwöhnen.

Das Wetter blieb die gesamten 24 Stunden so einzigartig, wie der Morgen begonnen hatte. Vor der Max Aicher Arena bei Start und Ziel unterhielten Nachwuchsbands der heimischen Musikschule ab spätem Nachmittag Teilnehmer und Zuschauer, am Abend spielte die Live-Band „Extra Dry“ mit Revival-Hits aus den 70er- und 80-er Jahren auf und animierte das Publikum zum Mitsingen und –swingen.

Gleich nebenan begeisterte der „Steinzeit-Auftritt“ des Mammut- und Naturkundemuseums Siegsdorf mit faszinierenden „Feuerspielen“ und Basteleien für die Kleinen. Die Bergschule Berchtesgaden und die Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg präsentierten ihre Programme sowie ihre Arbeit. Den Nachwuchs begeisterten eine Hüpfburg, ein kleines „Eishockey“-Feld, Kinderschminken und ein Zauberer.

Stephan aus Bad Reichenhall bewältigte die erste, mit rund 31 Kilometer Länge angegebene Strecke „Berge – Almen- Schlucht – Himmelsleiter“, in zirka zehn Stunden und wunderte sich über seine Zeit, da er seine Gehgeschwindigkeit in etwa einschätzen

konnte. Andere Teilnehmer, mit GPS im Handy ausgerüstet, bestätigten die berechtigten Zweifel des 39-Jährigen und maßen eine Länge bis zu 38 Kilometern.

Auf den Nachtrunden benötigten die Teilnehmer mitunter Stirnlampen, da die Runden natürlich nicht ausgeleuchtet werden konnten. Der eine oder andere verlief sich auch, am Ende kamen aber alle wieder wohlbehalten am Ausgangspunkt an. Viele nutzten auch den Wanderbus-Service, der jene, die mit ihren Kräften am Ende waren, einsammelte.

Besonders stimmungsvoll präsentierte sich das Naturbade-Gebiet im Ort, mit bunten Kerzen und Lampions romantisch beleuchtet, bayerischer Musik, unter anderem mit Ziach und Harfe. „Auch die Schlemmermeile am Soccerpark mit den vielen Ständen war einmalig“, schwärmte Stephan aus der Kurstadt noch am nächsten Morgen. Er ist stolz, rund 77 Kilometer gewandert zu sein und dabei mitunter auch den eigenen Schweinehund überwunden zu haben: „Da vergisst man dann auch rasch die Schmerzen, vor allem an den Fesseln, dort, wo die Schuhe enden“.

Die finalen Stunden in Inzell klangen mit einem Frühstücksbuffet sowie einer Verlosung attraktiver Preise – das Teilnahme-Ticket für die fünfte Wander-Auflage 2013 in Füssen, 500 Euro, diverse Gutscheine – langsam aus. Die „24 Stunden von Bayern“ fanden erstmals auch in alpinem Gelände statt und forderten bei dem ein oder anderen ihren Tribut. Etliche Teilnehmer verabschiedeten sich schon nach der ersten Runde oder ließen sich frühzeitig in den entsprechenden Ruhezonen nieder. Völlig legitim, schließlich handelt es sich bei dieser Veranstaltung um keinen Wettbewerb. Alles läuft locker und frei ab.

Die letzte Etappe, die Heimreise, wurde nicht ohne viele neue und gute Eindrücke sowie etliche unvergessliche Erlebnisse in Angriff genommen. „Ich bin froh, dabei gewesen zu sein, es war eine unwahrscheinliche Erfahrung im positiven Sinn. Die vielen guten Gespräche auf den Strecken und an den Stationen haben ihren Teil dazu beigetragen“, so Stephan abschließend.

bit

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