Bergwacht Teisendorf-Anger zieht positive Bilanz

Teisendorf-Anger - Fast 5.800 ehrenamtliche Stunden leisteten die Mitglieder der Bergwacht. Sie blicken auf ein turbulentes Jahr mit vielen Neurungen zurück. 

Die aktuell 31 aktiven Mitglieder der Bergwacht Teisendorf-Anger waren im vergangenen Jahr bei 35 Einsätzen gefordert und haben fast 5.800 ehrenamtliche Stunden geleistet; Bereitschaftsleiter Georg Enzinger, Schriftführer Lorenz Aschauer, Ausbildungsleiter Alfons Abfalter und Kassen- und Gerätewart Franz Fürmann blickten bei der Jahreshauptversammlung im Teisendorfer DAV-Heim auf das vergangene Einsatz- und Ausbildungsjahr zurück und stellten Neuerungen innerhalb der Bereitschaft vor.

2009 war die Bergwacht Teisendorf-Anger bei insgesamt 35 Einsätzen im Pistendienst am Götschen (12) und am Wolfsberglift (3), bei der Rettung von Verletzten und Verstiegenen aus alpinem Gelände (10), im Kriseninterventionsdienst (4) sowie bei vier Vermisstensuchen und zwei Totenbergungen gefordert.

Mit der neu eingeführten Einteilung der Aktiven in vier Einsatzgruppen mit je einem Gruppenführer stellt die Bergwacht-Teisendorf sicher, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit immer ausreichend Retter für Einsätze zur Verfügung stehen. Da die Mehrzahl der Mitglieder in Anger wohnt und arbeitet wurde das zuvor in Teisendorf stationierte Bergwacht-Einsatzfahrzeug mit Unterstützung durch die Gemeinde im Angerer Feuerwehrhaus untergebracht.

„Im Teisendorfer Depot haben wir nun mehr Platz für unsere Ausrüstung; 2009 wurde die Garage für 2.750 Euro in Eigenleistung umgebaut, um Material und Geräte besser lagern zu können“, erklärt Enzinger. 2010 steht noch die Fertigstellung des Versammlungs- und Ausbildungsraums an.

Zur Bergwacht Teisendorf-Anger gehören aktuell 42 Mitglieder, darunter sieben Anwärter und vier Neuzugänge. Jeder der 31 Aktiven hat 2009 im Schnitt 185 ehrenamtliche Stunden geleistet. „Wenn man das an einer 40-Stunden-Arbeitswoche misst, ist das über ein Monat nur für die Bergwacht“, sagte Schriftführer Lorenz Aschauer in seinem Jahresrückblick.

Insgesamt leisteten die Freiwilligen 5.742 Stunden, verteilt auf den Bergrettungsdienst (2.792 Stunden), Aus- und Fortbildungen (1.718 Stunden), den Pistendienst (523 Stunden), den Naturschutz (459 Stunden), die Mittelbeschaffung (136 Stunden) und sonstige Aufgaben (114 Stunden).

Der Altersdurchschnitt liegt trotz mehrerer Neuzugänge noch immer bei über 50 Jahren, weshalb die Einsatzkräfte viel Zeit und Aufwand in die Jugendarbeit investieren und versuchen, junge Menschen für den Dienst in der Bergwacht zu begeistern.

Kassenwart Franz Fürmann konnte 2009 mit einem positiven Ergebnis abschließen; knapp über 21.000 Euro an Einnahmen standen rund 19.000 Euro an Ausgaben gegenüber. „Einen großen Teil der Einnahmen machen Zuschüsse, Aufwandsentschädigungen, Gerichtsbußen und Spenden von Gönnern und Förderern der Bergwacht aus. Wir möchten uns nochmals recht herzlich bei allen dafür bedanken!“, sagte Fürmann.

Viel Geld musste die Bergwacht 2009 für Bekleidung und Ausrüstung ausgeben; auch die Betriebskosten für das Einsatzfahrzeug, der Umbau des Depots in Teisendorf, Fahrtkostenerstattungen und Versicherungen schlugen stark zu Buche. Die Kassenprüfung ergab keinerlei Unregelmäßigkeiten, so dass Kassier und Vorstandschaft einstimmig entlastet wurden.

In der anspruchsvollen Anwärter-Ausbildung arbeiten die Bergwachten des Einsatzleitbereichs Saalachtal aufgrund der hohen zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen für Auszubildende und Ausbilder immer enger zusammen: Roman Fritzenwenger, Lena Holzner und Jörg Riechelmann haben im Februar 2010 die Winterprüfung abgelegt.

Ausbildungsleiter Alfons Abfalter lobte die jungen Leute für ihr Durchhaltevermögen und berichtete von den 38 Fortbildungsabenden für die aktiven Einsatzkräfte im vergangenen Jahr, von denen zwölf im Gelände stattfanden. Abfalter: „Wir trainierten die Suche mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät), veranstalteten mehrere Fortbildungen zu den Sommer- und Winter-Rettungstechniken, übten den Aufbau einer Seilbahn über einen Graben, führten eine Schneefeldausbildung am Einstieg zum Pidinger Klettersteig durch, trafen uns zu einem Ausbildungswochenende auf der Teisendorfer Hütte und zu einem Kletter-Wochenende.“

Abfalter dankte dem Team der Teisendorfer BRK-Rettungswache für die Praxisstunden von Bergwachtleuten auf dem Rettungswagen und die Möglichkeit zur Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen. Zusammen mit der Feuerwehr Anger übte die Bergwacht im Mai in einem steilen Graben bei Lebloh am Högl die Rettung von drei zum Teil eingeklemmten Patienten aus einem abgestürzten Kleinwagen.

Bei der Suche nach Verschütteten kann die Teisendorfer Bergwacht in naher Zukunft wieder auf tierische Unterstützung zählen: Jörg Riechelmann hat im Januar 2010 mit seinem Schäferhund Max den Grundkurs für A-Lawinenhunde auf der Reiter Alpe erfolgreich abgeschlossen.

Die Bergwacht Teisendorf-Anger zeichnet auch für den Naturschutz im alpinen Gelände verantwortlich: Bei über 60 Naturschutzstreifen in den heimischen Bergen wurden verstärkt der Untersberg, der Hochstaufen, der Fuderheuberg, der Zwiesel, das Lattengebirge, der Hochkalter, die Reiter Alpe, das Seeleinseegebiet im Hagengebirge, der Bereich Stoißer und Steiner Alm am Teisenberg, das Funtensee-Gebiet, das Hohe Brett, das Sonntagshorn, das Müllnerhörndl, das Ristfeuchthorn und der Tote Mann betreut.

Angers Bürgermeister Sylvester Enzinger und Andreas Hager vom Alpenverein Teisendorf lobten in ihren Grußworten den ehrenamtlichen Einsatz der freiwilligen Einsatzkräfte. Bereitschaftsleiter Georg Enzinger dankte allen seinen Mitgliedern und ihren Familien für ihre ständige Einsatzbereitschaft und die für die Bergwacht investierte Freizeit: „Es erfordert viel Verständnis des Partners und enorme Disziplin, wenn eine Einsatzkraft bei schönstem Wetter auf private Touren verzichten muss, um im Ernstfall anderen helfen zu können.“

Pressemeldung Bergwacht Teisendorf-Anger

Rubriklistenbild: © Bergwacht Teisendorf-Anger

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