JU fordert Umdenken in der Jugendhilfe

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Mitglieder des JU-Kreisverbands bei der Übergabe des lösungsorientierten Konzepts.

Traunstein - Der JU-Kreisverband stellte kürzlich ein eigenes Konzept in Sachen Jugendhilfe vor. Landrat Hermann Steinmaßl zeigt sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen.

Die JU Traunstein definierte die Jugendhilfe im letzten Jahr als „eines der wichtigsten Themen“ im Landkreis und stellte daraufhin eine Arbeitsgruppe zusammen, die sich dem Thema ein Jahr lang widmen sollten. Und tatsächlich ist die Jugendhilfe einer der größten Ausgabeposten des Landkreises und die Kostenentwicklung ging in den vergangen Jahren drastisch nach oben.

Zunächst ermittelte die Gruppe die gegenwärtige Situation der Jugendhilfe im Landkreis. Die stetig steigenden Jugendhilfekosten würden vor allem durch stationäre Maßnahmen entstehen. Hans-Peter Dangschat betonte als Leiter des Arbeitskreises, dass vor allem mangelnde Ausgaben im Präventionsbereich aktuell ein großes Problem darstellen. Außerdem sei es wenig zielführend, wenn die aktuell freien Träger entsprechend der Fallzahlen und Betreuungszeiten honoriert würden.

Der JU-Kreisvorsitzende Sigi Walch setzte das Thema aufgrund seiner Erfahrungen aus dem Kreistag auf die Agenda der JU und betonte, dass es wichtig sei, die Träger nicht dafür zu „belohnen“ wenn es möglichst lange dauert, sondern mehr Augenmerk auf Präventionsarbeit zu legen. „Derzeit arbeiten wir nur ab, statt zu agieren. Es muss sich für die Dienstleister lohnen, die Fälle möglichst schnell und nachhaltig zu lösen,“ so Walch. Um dies zu erreichen, schlug die Junge Union die Umstrukturierung der Jugendhilfe zur Sozialraumorientierung vor. Auf diesem Wege sei es nicht nur möglich, die stetig anwachsenden Kosten in den Griff zu bekommen, sondern die Jugendlichen des Landkreises würden auch von passgenauen Hilfen und gleichzeitig steigender Präventionsarbeit profitieren. Im Endeffekt würde dieses Verfahren die Einteilung des Landkreises in so genannte Sozialräume bedeuten. Jeder dieser, nach bestimmten Kriterien eingeteilten, Bereiche würde dann von einer Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern geführt.

Dangschat betonte, dass es den Dienstleistern mehr Möglichkeiten bietet, gut zu wirtschaften und eine qualitativ hochwertige Betreuung zu bieten. Je effizienter und wirtschaftlicher ein freier Träger arbeite, desto mehr Spielraum bleibe zudem für Präventionsmaßnahmen und schlussendlich auch für einen eigenen finanziellen Anreiz bei erfolgreicher Arbeit.

Andrea Haslwanter, Stadträtin aus Traunreut, ist als Lehrerin mit Jugendarbeit betraut und ist ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises. Sie betonte, dass zwar die Leitung beim Jugendamt liegen muss, freie Träger aber oft wirtschaftlich sinnvoller und zielorientierter Arbeiten können als die öffentlichen Stellen. Die Erfahrung in Landkreisen in denen eine Sozialraumorientierung praktiziert wird zeigen, dass die Fallzahlen der stationären Maßnahmen zunehmend sinken und auch die Heimatnähe der intensiv betreuten Jugendlichen besser gegeben sei. Das junge Team führte weiter aus, dass durch die „Hilfe aus einer Hand“ nicht nur ein Ansprechpartner vor Ort sein könne, sondern auch Netzwerke mit Vereinen und Kommunen gebildet werden können um den Jugendlichen zusätzlichen Halt zu geben.

Landrat Steinmaßl zeigte sich beeindruckt vom Konzept der Jungen Union und nahm den Vorschlag der Umstrukturierung offen entgegen. Auch seiner Meinung nach sei der Paradigmenwechsel von der Reaktion zur Prävention ein sinnvoller Schritt. Steinmaßl hob auch die Vernetzung mit den Vereinen hervor und sieht hier viele Möglichkeiten zu sinnvollen, stabilen Partnerschaften und betonte, dass gerade die Vereine ja schon klassische Präventionsarbeit leisten. Kreisvorsitzender Sigi Walch betonte abschließen, dass es nun wichtig sei, einen ersten Sozialraum zu definieren und ein Pilotprojekt zu starten, um nicht nur von den Erfahrungen anderer Kreise zu profitieren, sondern auch eigene Netzwerke zu entwickeln. „Wir müssen jetzt schauen, dass konkrete Schritte angegangen werden“, so Walch.

Pressemitteilung JU Bayern, Kreisverband Traunstein

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