Jugendtreff für Siegsdorf

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Siegsdorf - Die Entscheidung ist gefallen: Siegsdorf bekommt einen Jugendtreff mit pädagogischer Betreuung.

Nachdem Gitti Plank vom Diakonischen Werk Rosenheim in der vorangegangenen Sitzung des Siegsdorfer Gemeinderates einen Einblick in ihre Arbeit als Sozialpädagogin in Prien gegeben hatte, wo sie seit 1998 einen Jugendtreff leitet, kam es jetzt zum Schwur. Die Abstimmung vergab 13 Ja- und acht Nein-Stimmen für einen Jugendtreff mit einer pädagogischen Betreuung.

Bürgermeister Thomas Kamm gab eingangs der Diskussion seine persönliche Auffassung wieder, wonach das geplante Gebäude, der Rhodeländer Hof, mit wenig Aufwand so herzurichten wäre, dass dort ein Jugendtreff eingerichtet werden kann. 30.000 Euro seien dafür bereits im Haushalt eingestellt. Von den 700 Siegsdorfern zwischen zwölf und 18 Jahren gehörten 60 bis 70 Prozent Vereinen an, die übrigen etwa 220 Jugendlichen würden nicht gesondert betreut. Das heiße jedoch nicht, dass zum Jugendtreff nur "vereinslose" Kinder kommen sollen.

Kamm: "Für die Jugendlichen ist ein Zusammenfinden im Jugendtreff ein Treffen ohne Leistungsdruck, wie es in der Schule oder im Verein stattfindet. Hier können sie nach dem Training oder nach dem Unterricht einfach mal 'abhängen'. Deshalb ist es für mich auch wichtig, dass eine pädagogische Fachkraft den Jugendtreff leitet und diese dann auch die Kinder gut betreut, die noch keine Orientierung haben."

Franz Krammer (CSU) berichtete, dass sich seine Fraktion zwei Abende mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Weil die Gemeinde die Kinder und Jugendlichen in vorbildlicher Art und Weise unterstütze, sehe die Fraktion nicht den Bedarf für einen zusätzlich hauptamtlich betreuten Jugendtreff. Siegsdorf sei nicht so groß wie Traunstein oder Prien und die Extremisten ließen sich in den seltensten Fällen in die freie Jugendarbeit integrieren. Krammer: "Wir unterstützen gerne einen Gruppenraum für Jugendliche in Siegsdorf für ungezwungene Treffen. Ein Jugendtreff soll langsam wachsen und von unten nach oben aufgebaut werden. Der finanzielle Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Vereinsarbeit, wo die meisten ehrenamtlich arbeiten." Seiner Ansicht nach sind die Familien der erste Ansprechpartner und die Kinder sollen nicht von 17 bis 19 Uhr aus den Familien herausgezogen werden.

Karin Neumann (Grüne) entgegnete, die Kinder könnten kommen, müsten aber nicht. Das Konzept der Öffnungszeiten sei nur ein Vorschlag, der zu überdenken ist. Fraktionskollege Willi Geistanger forderte gleich von Anfang an einen Pädagogen für die verschiedenen Gesprächsthemen, denn offene Jugendarbeit sei weitläufiger und weniger strukturiert als die Vereinsarbeit. Nach seiner Ansicht kommen gerade am Anfang, wenn etwas neu ist, viele Jugendliche und die sollen auch professionell betreut werden.

Dr. Lothar Seissiger (UW) nannte den Jugendtreff eine Ergänzung zu den Vereinen, nicht einen Gegensatz. Im Landkreis sei im letzten Jahr eine Million Euro mehr für die Jugendhilfe ausgegeben und gerade an dieser Zahl sei zu erkennen, wie wichtig sie sei. "Die UW steht ganz klar für einen Jugendtreff. Erst muss die Entscheidung fallen und dann über das Wie diskutiert werden", so Seissiger.

Thomas Maier (CSU) wiederum, seit vielen Jahren bei der Bergwacht engagiert, warnte, die finanziellen Mittel seien nicht unendlich verfügbar. Auch halte er den Standort nicht für ideal - zum einen wegen eines "etwas schwierigen Nachbarn", wie er es ausdrückt, und zum anderen wegen der angrenzenden Hauptstraße. Fraktionskollege Hias Landler regte an, erst einmal zu ermitteln, wie viele Kinder überhaupt einen Jugendtreff benötigen.

In den Augen von Berhard Kübler (SPD) geht es in der ganzen Diskussion nur ums Geld. "Wenn ich mir die Diskussion so anhöre, dann wird immer nur herausgehoben, wie viel das die Gemeinde kostet. Die Gemeinde tut sehr viel für die Kinder in den Vereinen, nimmt man nur mal die Sportanlagen, die Pacht für die Probenräume und vieles andere. Wenn man den Sozialpädagogen der Schule auch gleich für den Jugendtreff installiert, dann kann man Zuschüsse bis 15.000 Euro bekommen".

wet/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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