Kampf gegen die Impfmüdigkeit

Traunstein - Die Nachlässigkeit der Bürger beim Impfen macht den Gesundheitsbehörden Sorge. Um dagegen vorzusorgen, werden nun Impfbücher überprüft.

Impfungen zählen zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen in der Medizin. Teils aus Nachlässigkeit, teils aus Überzeugung nimmt jedoch die Teilnahme an den öffentlichen empfohlenen Schutzimpfungen kontinuierlich ab. Diese Entwicklung macht den Gesundheitsbehörden Sorge. Sinkt die Durchimpfungsrate unter eine kritische Grenze, so können die verharmlosend als Kinderkrankheiten bezeichneten Infektionskrankheiten wie Masern , Mumps oder Röteln wieder epidemieartig auftreten. In diesem Zusammenhang erinnert der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, an die Masernepidemie in Nordrhein-Westfalen , wo vor einigen Jahren über 1.500 Personen mit zum Teil schweren Verläufen erkrankten. Erwachsene vergessen Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus, bei Kindern bestehen vor allem bei der Mumps-, Masern-, Röteln- sowie der Hepatitis B-Impfung große Impflücken. Nach Meinung von Dr. Heigenhauser liegt dies in erster Linie daran, dass die Gefahren durch Infektionskrankheiten in den Hintergrund, die Ängste vor Impfkomplikationen jedoch in den Vordergrund gerückt werden. Am Beispiel der Masern wird der Vorteil des Impfens besonders deutlich: Bei einer Impfung beträgt die Komplikationsrate 1 : 1.000.000, bei der Erkrankung 1 : 1.000.

Im Kampf gegen die Impflücken führte das Gesundheitsamt Traunstein an den Schulen der Stadt Traunstein eine Durchsicht der Impfbücher durch, die große Akzeptanz fand. In diesem Zusammenhang appelliert Dr. Heigenhauser eindringlich an die Hausärzte dabei mitzuwirken, das Impfen wieder „einzuimpfen“. Der Königsweg bei der Bekämpfung der Infektionskrankheiten ist nach wie vor die Teilnahme an den öffentlich empfohlenen Impfungen.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © pa

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