Kastanienbäume von Miniermotte befallen

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Ein Kleinschmetterling sorgt davor, dass die beliebten "Biergartenbäume" bedroht sind.

Traunstein - "Ja, ist es denn schon Herbst"? Diese Frage stellt man sich derzeit, wenn man die braunen Blätter an vielen Kastanienbäumen in Stadt und Landkreis Traunstein betrachtet.

Die Blätter werden braun, rollen sich ein und fallen häufig vorzeitig ab. Ursache für dieses Schadbild ist ein massiver Befall durch die Kastanienminiermotte, einen Kleinschmetterling. Darauf wies gestern Georg Unterhauser von der Fachberatungsstelle für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt hin. In den letzten Jahren hat sich dieser Schädling von Mazedonien über Österreich nach Mitteleuropa ausgebreitet und bedroht seither die beliebten "Biergartenbäume". 1993 wurde die Kastanienminiermotte erstmals in Bayern nachgewiesen und hat sich seither dramatisch ausgebreitet.

Wie der Name schon sagt, bohrt sich die winzige Raupe ihre "Minen" (Gänge) in die Blätter und höhlt diese von innen aus, bestens vor allen möglichen natürlichen Feinden geschützt. Die etwa fünf Millimeter großen Motten legen ab Mai auf den Kastanienblättern ihre Eier ab, wobei auf einem Blatt bis zu 300 Eier gezählt wurden. Nachdem die kleinen Raupen, etwa drei bis vier Millimeter lang, geschlüpft sind, bohren sie sich einen Gang in die Blätter und beginnen das Blatt zu minieren. Dadurch entsteht das typische Krankheitsbild, nämlich die entlang der Blattadern braun gefärbten Flecken.

Selbst Experten stehen dem Vernichtungsflug der Miniermotte derzeit hilflos gegenüber. Eine chemische Bekämpfung ist schwierig, natürliche Feinde sind auch keine vorhanden. Das Beste was man tun kann, ist das Laub schnellstmöglich zu entsorgen, am besten zu verbrennen. Diese Maßnahmen sollten nicht auf einzelne Bäume beschränkt bleiben, sondern das gesamte betroffene Gebiet umfassen.

re/Chiemgau-Zeitung

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