Kinderglaube versetzt Berge

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Aus diesem Garten „entführte“ eine Krähe die kleine Schildkröte „Mona Lisa“. Das wendige Krabbeltier hat die Flugattacke überlebt. Wochen später fanden Spaziergänger das Tier in der Nähe der Haslacher Schule. Die Kinder freuen sich, dass nun alle drei Schildkröten wieder da sind und sind überzeugt, dass das Stoßgebet zum Himmel geholfen hat. Heute schützt die Schildkröten dazu noch ein Netz vor ungewollten Besuchern.

Traunstein - Für Daniel (7) und Simon (11) Ziepa aus Traunstein hat das warten nach zwei langen Monaten endlich ein Ende: ihre entführte Schildkröte "Mona Lisa" ist wieder zurück.

Nach dem biblischen Matthäus Evangelium spricht Jesus Christus im 18. Kapitel des Buches darüber, dass kindliches Gottvertrauen einer der zentralen Grundfesten des christlichen Glaubens ist. Für die beiden Kinder Daniel und Simon Ziepa aus Traunstein wurde diese Weisheit in den letzten Monaten „Lebensrealität“ in ihrem jungen Leben.

Der 7-jährige Daniel mit seiner Schildkröte „Mona Lisa“

Die frühsommerlichen, sonnigen Apriltage diesen Jahres nutzten nicht nur die Menschen für das Sitzen auf dem Balkon oder der Terasse. Auch für so manche Haustiere waren die schönen Tage im Außengehege angenehm. „Wir haben unsere drei kleinen Schildkröten in den Garten getan“ erzählt die Mutter der Beiden, Verena Ziepa. Eine Holzlattung war als Hürde für die drei kleinen aufgeweckten Tiere Hindernis genug. „An ein Netz zum Schutz vor Vögeln und anderen Angreifern haben wir dabei gar nicht gedacht“ erzählt sie.

Eine Nachbarin hatte dabei entdeckt, dass eine Krähe dabei eine der kleinen Schildkröten gepackt hatte, und mit ihr auf und davon sei. „Wir haben die 'Mona Lisa' mit einem roten Punkt auf dem Rückenpanzer markiert, um sie von den beiden anderen Tieren unterscheiden zu können. Vielleicht ist die Krähe dadurch auf unsere Kleine aufmerksam geworden“ so die besorgte Mutter. Die Räuber lassen eine Schildkröte meist aus großer Höhe fallen, um den Panzer zu „knacken“. Alle Suche nach dem "entführten" Tier war vergebens.

Groß war die Trauer in der Familie über den Verlust des Tieres. „Wir haben viel geweint“ erzählt der kleine Daniel still. 

 „Wir haben dafür gebetet, dass die Mona Lisa wieder kommt. Nicht so oft aber ab und zu. Und wir haben viel an sie gedacht“ erzählt der ältere Bruder Simon. „Und wir haben auch gebetet, dass Gott sie beschützt“ ergänzt der Kleinere der beiden Brüder mit einem kindlichen Gottvertrauen. Die Mutter, der gleichen Überzeugung folgend, „ergänzte“ die Stoßgebete noch durch praktische Arbeiten, indem sie Fotos mit einer Telefonnummer der Familie anfertigte, und die Blätter im weiteren Umkreis zur „Unglücksstelle“ aufgehängte.

„Was letztlich geholfen hat, werden wir eh nie herausbekommen. Ich bin überzeugt, dass der Kinderglauben an unseren Herrgott 'Berge versetzen kann' oder wie in diesem Fall auch mal eine Schildkröte zurück bringen kann“ ist sie überzeugt. Das „Wunder“ folgte zwar nicht gleich auf dem Fuß, war aber nach rund zwei Monaten völlig überraschend da: Eine Spaziergängerin entdeckte mit ihrem Hund die kleine Schildkröte rund 200 Meter entfernt am Platz der Haslacher Eisstockschützen.

Über erfolglose Nachfragen beim Tierheim und der Polizei wurde diese schließlich auf die „Suchanzeigen“ aufmerksam. Abgemagert und seitdem immer noch die „Zarteste“ im Vergleich zu „Amadeus“ und „Ferdinand“ bekamen die Kinder ihre Schildkröte zurück. „Das war natürlich eine große Freude bei uns und vor Allem bei den Kindern“ beschreibt Verena Ziepa die überraschende Rückkehr von „Mona Lisa“. „Das war ein richtiges Freudenfest“ ergänzt der kleine Daniel.

„Ich habe zum Schluss schon auch nicht mehr geglaubt, dass die nochmal zurück kommt. Aber irgendwie haben wir halt weiter gebetet. Und auch andere Erwachsene haben sich unseres Anliegen angenommen“ erzählt die Mutter. „Und daneben war die Ganze Sache natürlich eine gute Möglichkeit, mit den Kindern über den christlichen Glauben zu sprechen.“ Die Gebete könnte die „Mona Lisa“ auch in Zukunft brauchen: Zwar wurde zum Schutz vor Raubvögeln und anderen Tieren über dem Lattengehege ein Gitternetz gespannt, aber während die beiden anderen Schildkröten friedlich in den vier Quadratmetern bleiben packt sie offensichtlich weiter die Abenteuerlust: So machte die Katze die Familie auf den Lichtschacht aufmerksam, in den sie gekrochen war und der Nachbar an der Straße in Einham verhinderte wohl auch schon Schlimmeres: „Wenn die Freiheit schnuppert gibt die Gas“ sind sich die Familienmitglieder über die junge Dame einig, was er ältere der beiden Brüder, Simon nicht ganz so „diplomatisch“ formuliert: „Das blöde Luder saust immer davon.“

awi

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