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"Ein Modell der Vergangenheit"

Kann bald keiner mehr Ski fahren bei uns?

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Landkreis - Der LMU-Professor Jürgen Schmude hat errechnet, dass bis 2050 selbst Schneekanonen nicht mehr wirtschaftlich sein werden. Chiemgau Tourismus bleibt aber gelassen.

In einem Interview mit der Süddeutschen prophezeit der Professor eine düstere Zukunft für den Wintersport im bayerischen Alpenraum. Jürgen Schmude leitet den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der LMU. Nun hat er sich in einem Forschungsprojekt mit dem Einfluss des Klimawandels auf den Skitourismus beschäftigt.

Die Diagnose des Tourismus-Experten ist dramatisch: "Skifahren in den bayerischen Alpen ist langfristig gesehen ein Modell der Vergangenheit", sagt er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Bis 2050 dürfte das nur noch an der Zugspitze möglich sein.

In der Studie untersuchte er den Skitourismus rein ökonomisch und stellte die Frage: Lohnt es sich noch zu investieren angesichts des Klimawandels? So rechnete er aus, dass sich beispielsweise im Skigebiet Sudelfeld nur noch "eine Investitionsrunde in Schneekanonen, Lifte und Infrastruktur" lohne, die dann nach 15 bis 20 Jahren abgeschrieben sei. Schließlich wäre ein kleines weißes Band in einer ansonsten grünen "Winterlandschaft" für die Touristen nicht attraktiv.

Chiemgau Tourismus macht sich keine Sorgen

Der Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus e. V., Stephan Semmelmayr, sieht dieser Prognose jedoch eher gelassen entgegen. „Wir liegen definitiv hoch genug, um Einheimischen und Gästen auch noch in den kommenden Jahrzehnten Skigenuss bieten zu können“, entgegnete er.

Es sei auch nicht ungewöhnlich, dass, obwohl wir uns derzeit in der Ski-Hochsaison befinden, ein Schneemangel auf bayerischen Pisten herrscht, denn schneearme und schneereiche Winter habe es schon immer gegeben, so Semmelmayr weiter. Dies bestätigt beispielsweise auch der Schneerekord im Skigebiet Reit im Winkel, bei denen im letzten Jahr eine Schneehöhe von stolzen acht Metern gemessen werden konnte.

Zur der These von Professor Jürgen Schmude, dass Schneekanonen eine reine Investitionsrunde seien und keinen Sinn mehr machen würden, hält Semmlmayer folgendes dagegen: „Die technischen Möglichkeiten verbessern sich laufendDie Schneekanonen von heute sind mit denen von vor zwanzig, dreißig Jahren überhaupt nicht mehr zu vergleichen." Außerdem sei der Einsatz maschinell produzierten Schnees wirtschaftlich unbedingt notwendig, um einerseits eine stabilere Saisonauslastung und andererseits die Erhaltung von Arbeitsplätzen gewährleisten zu können. 

"Die jetzige Schneelage könne sich auch jederzeit schlagartig ändern und es ist müßig", so Semmelmayr abschließend, "sich schon heute mit der Frage zu beschäftigen, ob wir in vierzig oder fünfzig Jahren noch geschlossene Schneedecken bis ins Tal haben werden."

mg/Franziska Heigl

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