"Köhlerei im Achental"

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Der Köhler Sebastian Steindlmüller, Faschingbauer aus Schleching, Ende des 19. Jahrhunderts neben seinem Kohlemeiler. Repro giesen

Marquartstein (ovb) - Der Sitzungssaal der Gemeinde dürfte selten so viele Besucher gesehen haben - rund 70 - wie beim Einführungsvortrag von Helmut Birner vor der Eröffnung der neuen Ausstellung "Köhlerei im Achental" in den Räumen des ehemaligen Forstamts Marquartstein.

Birner hatte sich als aktives Mitglied des Heimat- und Geschichtsverein Achental schon mehrere Jahre mit dem Thema "Köhlerei im Achental" intensiv befasst, mehrmals Vorträge zu dem Thema gehalten und nun unter Mithilfe von Schlechings Altbürgermeister Fritz Irlacher, Heimatpfleger Hartmut Rihl, dem ehemaligen Forstamtsleiter Dr. Klaus Thiele, und Christiane Giesen eine Ausstellung mit dem gleichen Titel organisiert. In den beiden Ausstellungsräumen des ehemaligen Forstamts sollen in unregelmäßigen Abständen immer wieder kleine Ausstellungen zur Geschichte des Achentals laufen.

Anhand von Bildern, Grafiken und Plänen erklärte Birner, wofür die Holzkohle benötigt wurde, welche Erzeugnisse, zum Beispiel schwere Werkzeuge aus der Eisenschmelze entstanden oder wie die fertige Kohle sortiert und weitertransportiert wurde. Um den enormen Bedarf an Holzkohle zu decken, wurden riesige Mengen an Holz eingeschlagen. Allein im Sommer 1839 wurden für die Kohlstätte in der Dalsenalm bei Schleching 450 Klafter Holz, umgerechnet 1400 Ster, benötigt.

Birner zeigte an Landkarten und Geländefotos, wie sie auch in der Ausstellung zu sehen sind, wo bis heute Reste von früheren Kohlstätten gefunden wurden. Wichtige Kohlplätze im Achental lagen zum Beispiel in Unterwössen, Hammer, Balsberg, Kruchenhausen, in Mühlau Ramsental, Wimbach und Dalsen, besonders viele in Schleching, zum Beispiel im Schmugglerwegbereich, am Achberg und im Streichengebiet.

Heute zeigen sich die Kohlstätten als Plätze mit schwarzer Erde und darin verstreuten Kohlestückchen (Kohllösch). Durch archäologische Grabungen kommen auch Messer, Gabeln, Löffel, Funkenschlager, Schlüssel, Knöpfe, Silbermünzen und Amulette zum Vorschein, wovon einiges in der Ausstellung in Vitrinen zu sehen ist. Die sogenannten Riesen und Loitn zum Transport der Kohle erkennt man noch als Geländerinnen zum Teil mit künstlichen Steinbauten.

Die Ausstellung im Parterre des Forstamts in Marquartstein ist bis einschließlich Sonntag, 8. November, jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Für Gruppen und Schulklassen können auch Führungen zu einem anderen Zeitpunkt unter Telefon 08641/400818 oder thiele.klaushaeusl@arcor.de vereinbart werden.

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