Kösterke: Kein Kahlschlag im Traunsteiner Stadtwald

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Traunstein - In der Diskussion um die geplante Änderung des Flächennutzungsplans im westlich der B304 gelegenen Teil des Haidforsts hat Oberbürgermeister Manfred Kösterke zu mehr Sachlichkeit aufgerufen.

„Von einem Kahlschlag im Traunsteiner Stadtwald kann überhaupt keine Rede sein“, betonte Kösterke am Donnerstag in der Sitzung des Stadtrates. Besonders ärgerlich seien die falschen Behauptungen, die von den Gegnern des Vorhabens öffentlich verbreitet würden. „Von einem Abholzen des Stadtwaldes zu reden ist völlig an den Haaren herbei gezogen“, so der Oberbürgermeister.

Vor einem Monat hatte der Stadtrat die Einleitung eines Änderungsverfahrens des Flächennutzungsplanes beschlossen, um für die Gewerbebetriebe im Norden von Traunstein die Möglichkeit einer Erweiterung zu schaffen. Im bestehenden Industriegebiet gibt es Betriebe, die am Standort Traunstein expandieren und neue Arbeitsplätze schaffen möchten.

Im Stadtrat machte der Oberbürgermeister deutlich, dass durch den Beschluss noch kein einziger Baum gefällt wird, sondern es sei lediglich ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet worden. So schaffe man die Voraussetzung, um zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Anfragen von Unternehmen konkret würden, über die Aufstellung eines Bebauungsplans zu entscheiden um Bebauungsmöglichkeiten zu schaffen.

„Zuvor und ohne konkreten Bedarf wird kein einziger Baum gefällt“, sagte Kösterke. Offenbar sei der Beschluss nicht richtig verstanden oder in der Öffentlichkeit falsch dargestellt worden. So ist in Leserbriefen mehrfach behauptet worden, es drohe ein sofortiger Kahlschlag. Auch wurde etwa in einem Zeitungsbericht behauptet, die Stadt wolle 40 Hektar Wald abholzen. In Wirklichkeit ist der Bereich nur etwa 29 Hektar groß, was weniger als 5 Prozent der gesamten Fläche des der Stadt gehörenden Waldes entspricht. Die Gesamtfläche des Waldes auf Traunsteiner Stadtgebiet beläuft sich sogar auf 18,75 Quadratkilometer, wovon der vom Beschluss umfasste Bereich nur etwa 1,5 Prozent ausmacht.

Wie Kösterke weiter ausführte, würden bei der tatsächlichen Aufstellung eines Bebauungsplans entsprechende Ausgleichsflächen im Verhältnis 1 bis zu 1,4 ausgewiesen. „Wir machen uns bereits Gedanken, wo Ersatzflächen entstehen können, die ökologisch wertvoller sind als der Baumbestand in Haidforst.“ Die Stadtratsmitglieder forderte der Oberbürgermeister auf, in der Öffentlichkeit die Beschlüsse des Gremiums nicht verkürzt darzustellen, sondern die Bürger sachlich und umfassend über die Hintergründe zu informieren.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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