Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidat im Landkreis Traunstein

18 Fragen an Siegfried Walch (CSU)

Der amtierende Landrat Siegfried Walch (CSU).
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Der amtierende Landrat Siegfried Walch (CSU).

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Landkreis Traunstein wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Siegfried Walch (CSU).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Siegfried Walch


2. Partei

CSU / Gemeinsamer Wahlvorschlag: CSU/Bayernpartei/Junge Liste

3. Alter

35

4. Wohnort

Inzell – schon immer

5. Geburtsort

Bad Reichenhall

6. Familienstand

ledig

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Politik ist für mich nicht Karriere, sondern Engagement und Liebe zu meiner Heimat. Ich bin zutiefst verbunden mit der Region, aus der ich komme. Für diese zu arbeiten, ist für mich ein großes Geschenk.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Habe ich nicht. Jeder sollte seinen eigenen Weg gehen.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Dass die Menschen zusammenhalten, anpacken und füreinander da sind. Ehrenamt, Vereine und Verbände halten unsere Gesellschaft zusammen. Deswegen müssen wir alles tun, um das Ehrenamt weiter zu stärken.

11. Warum sind Sie genau die Richtige?

Ob ich der Richtige bin, muss der Wähler entscheiden. Ich kann versprechen, dass ich genau wie in den letzten sechs Jahren alles dafür tun werde – jeden Einsatz bringen werde, den ich geben kann – damit das Beste für unsere Heimat dabei rauskommt.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht?

Wir haben die Schulden halbiert und die Abgaben für die Kommunen reduziert. Wir haben massiv in Bildung und Infrastruktur investiert. Wir geben so viel wie noch nie für die Schullandschaft in unserem Landkreis aus. Wir haben den CO²-Ausstoß der landkreiseigenen Gebäude um 80 % reduziert. Wir haben den Neubau des Kreisaltenheims in Palling angestoßen. Wir beginnen bereits mit der Planung für die Kurzzeitpflege in Trostberg als gemeinsame Zusammenarbeit aus Kliniken, Altenheime und Wohnungsbaugesellschaft. Wir haben eine massive Investition in den Wohnungsbau angestoßen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Dass es unserer Region auch morgen noch gut geht. Dass sie weiterhin Heimat sein kann für alle Generationen und Altersschichten. Dass sie Chancen bietet, aber zugleich die Gesellschaft zusammensteht. Dass wir eine moderne Region bleiben, die aber weiterhin ihr Wurzeln und Traditionen nicht vergisst. Dass wir gemeinsam beweisen, dass es auch im ländlichen Raum möglich ist, einen modernen, ökologischen und wirtschaftlich sinnvoll agierenden ÖPNV zu entwickeln: Beim flächenmäßig zweitgrößten Landkreis in Bayern brauchen wir dazu passgenaue und konkrete Lösungen. Das wird uns viel abverlangen und organisatorisches Geschick erfordern, weil im ÖPNV ganz viele Akteure aktiv zusammenwirken müssen.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Wir wollen die berufliche Bildung stärken und jedem Menschen die Chance geben, in unserer Region erfolgreich zu sein. Mit dem Campus Chiemgau, einem Neubau der Berufsschule I und mit weiterhin kräftigen Investitionen in unsere Bildungseinrichtungen, werden wir den Landkreis zur Leuchtturmregion für berufliche Bildung machen. 

Wir wollen die Daseinsvorsorge stärken, indem wir das soziale Zusammenleben fördern. Mit dem Pflegestützpunkt haben wir beispielsweise eine Beratungsstelle eingerichtet, die in allen Fragen rund um Pflege unkompliziert hilft. 

Wir wollen die Natur unserer Heimat erhalten und setzen hierbei auf Kooperation und nicht auf Konfrontation. Mit der Initiative „Blühender Landkreis Traunstein“ und der Einführung der „Durchwachsenen Silphie“ als insektenfreundliche Alternative zum Mais, haben wir im Bereich Ökologie neue Wege beschritten – alles mit der Landwirtschaft, nicht gegen sie. Unsere Bauern engagieren sich hier vorbildlich. Sie haben daher auch bei dieser Diskussion mehr Vertrauen und weniger Misstrauen verdient. Diesen Weg wollen wir weitergehen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir gedenken nicht nur zu tun, sondern wir handeln bereits. Der Landkreis investiert derzeit 33 Mio. Euro für über 200 neue Wohnungen. Weitere Projekte sind bereits in Planung. Aktuell schafft der Landkreis selbst direkt Wohnraum. Mit unserer eigenen Wohnungsbau- GmbH und dem Zweckverband „Heimat.Chiemgau“ haben wir einen bayernweit einzigartigen Verbund entwickelt, mit dem wir in der Lage sind, flächendeckend das Angebot von bezahlbarem Wohnraum in der Region zu erweitern. Zugleich wollen wir es den Menschen erleichtern, nicht nur Mieter zu sein, sondern über ein Mietkaufmodell leichter Eigentum zu erwerben. Wir werden an ausgewählten Objekten also anbieten, dass Interessierte über die Dauer ihres Wohnverhältnisses etwas mehr bezahlen als nur die Miete und dafür bereits Anteile am Wohneigentum erwerben. Damit sollen es gerade junge Menschen in unserer Region leichter haben, sich selbst Eigentum zu schaffen. Denn klar ist: Eigentum schützt vor Armut.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Auch hier gilt: Wir gedenken nicht zu tun, wir handeln bereits. Mit Modernisierungen nach neuesten Standards haben wir den CO2-Ausstoß bei unseren Gebäuden in den letzten Jahren um 80% von 6.041 auf 1.251 Tonnen reduziert. Gleichzeitig wurden so die Unterhaltskosten gesenkt, wirtschaftliche Impulse gesetzt und vor allem auf nachhaltige Energiequellen umgestellt. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter: Bis 2025 wollen wir alle Landkreis-Gebäude CO2-neutral bewirtschaften. Seit 2018 schaffen wir es zudem, 100% des Strombedarfs aller Privathaushalte, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen aus regenerativen und regionalen Energiequellen zu erzeugen. Wir sind überzeugt: Echte Nachhaltigkeit erreichen wir nur mit einem Dreiklang aus Ökologie, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verträglichkeit.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Ich kann den Unmut der heimischen Landwirtschaft absolut nachvollziehen. Die Landwirtschaft forderte nicht mehr Geld. Die Landwirtschaft forderte eine Entlastung von bürokratischen Hürden. Wenn man sich anschaut, mit welchen Auflagen, Kontrollen die Landwirtschaft bereits jetzt zu kämpfen hat, dann muss jeder, der sich mit der Thematik auseinandersetzt, eigentlich Verständnis für die Proteste haben. Gleichzeitig ist es wichtig, dass jede Branche sich weiterentwickelt – so auch die Landwirtschaft. Wir sind in der guten Situation, dass unsere Landwirte auch den ökologischen Herausforderungen immer aufgeschlossen gegenüberstanden. Andere Regionen würden uns um eine so eine nachhaltige Form der Landwirtschaft beneiden und deswegen verdienen die Landwirte kein Misstrauen, sondern Vertrauen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Lassen wir uns nicht spalten, halten wir zusammen – für unsere Heimat!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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