Landkreis ist der Sonne näher

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Landrat Hermann Steinmaßl (Zweiter von links), der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Traunstein, Karlheinz Thiel (Zweiter von rechts), und Projektleiter Franz Eichinger (links) begutachteten zusammen mit Monteur Markus Feichtner auf dem Dach des Landratsamtes den Fortschritt bei der Montage der insgesamt rund 390 Quadratmeter großen Anlage.

Traunstein - Der Landkreis ist seinem Ziel, die Stromversorgung seiner Einrichtungen bis 2020 zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie abzudecken, wieder einen Schritt nähergerückt.

Zugleich beteiligt er sich mit einem großen Vortrags- und Veranstaltungsprogramm an der "Bayerischen Klimawoche 2010". Seit Mai werden auf kreiseigenen Gebäuden Fotovoltaikanlagen installiert, zuletzt die auf dem Dach des Landratsamtes mit einer Leistung von 53 Kilowatt. Damit wird nach Angaben des Landratsamtes Zug um Zug ein entsprechender Beschluss des Kreisausschusses aus dem Jahr 2009 umgesetzt.

Der jährliche Verbrauch der kreiseigenen Einrichtungen, der Kreisaltenheime und der Wohnungsbaugesellschaft liegt bei etwa 3,9 Millionen Kilowattstunden (Kwh). 87 Prozent davon deckt der Landkreis mit erneuerbarer Energie ab, teils aus Zukauf, teils aus eigener Erzeugung.

Das Logo Sonnenkreis verdeutlicht das gemeinsame Bemühen von Landkreis, Kommunen, kirchlichen Gemeinden, Verbänden, Bildungsträgern, Innungen und beteiligten Betrieben um Klimaschutz und Energiemanagement.

24 Prozent kommen jetzt aus eigenen Fotovoltaikanlagen. Alle fertigen Installationen zusammengerechnet, ist das mittlerweile eine leistungsstarke 1000 Kilowatt-Anlage, die sich auf 33 Dachteilflächen auf 17 Gebäuden verteilt: in Kienberg, Trostberg, Traunreut, Nußdorf, Traunstein und Marquartstein. Jährlich werden zirka 915000 Kwh erzeugt und ins Netz gespeist.

Mit den Veranstaltungen nächste Woche soll nach den Worten von Landrat Hermann Steinmaßl erreicht werden, dass "jedermann seinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann". Bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 21. Juli, um 19 Uhr in der Mensa der Berufsschule I in der Wasserburger Straße spricht der Schirmherr der Initiative "Sonnenkreis Traunstein", Landtagspräsident a. D. Alois Glück, über das speziell auf den Klimaschutz zugeschnittene Thema "Global denken - lokal handeln". Anschließend beleuchtet Klimaforscher Professor Hartmut Graßl vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie das Thema "Klimaänderung - was kommt auf den Chiemgau zu?".

Bereits ab 14 Uhr wird in der Berufsschule I die Ausstellung "Energie3" geöffnet. Dabei zeigen zum Beispiel verschiedene Handwerksinnungen an praktischen Beispielen, dass sich Klimaschutz auch finanziell lohnen kann. Das Bildungszentrum Traunstein der Handwerkskammer ist mit einem kleinen Musterhaus vertreten, an dem sich die effektivsten Sanierungsmaßnahmen demonstrieren lassen. Zu jeder vollen Stunde führt die Kaminkehrer-Innung einen "Blower-Door-Test" zur Dichtigkeitsmessung von Gebäuden vor. Vervollständigt wird die Ausstellung durch zahlreiche Informationsstände von Schulen und Spezialfirmen.

Geöffnet ist die Ausstellung am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Juli, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Für Gruppen und Schulklassen sind bereits ab Montag, 19. Juli, nach vorheriger Anmeldung bei Dr. Birgit Seeholzer (Telefon 0861/587050) Führungen möglich. Der Eintritt ist frei.

Fortgesetzt werden die Veranstaltungen zur Bayerischen Klimawoche am Samstag, 23. Juli, mit einer Fachtagung zur Elektromobilität im Landratsamt im Beisein von Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer. Ebenfalls im Landratsamt wird am Montag, 26. Juli, eine Informationsveranstaltung zur Wasserkraftnutzung an der Salzach angeboten. Darüber hinaus gibt es in der übernächsten Woche zahlreiche Informationsveranstaltungen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Traunstein. Das genaue Programm kann auch unter www.landkreis-traunstein.de abgefragt werden.

re/Chiemgau-Zeitung

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