Der Landkreis ist stolz auf seine Sportler

+
Das „Aua“ hielt sich in Grenzen: Langlauf-Ass Tobi Angerer erhielt von Landrat Hermann Steinmaßl eine Ehrennadel angesteckt.

Traunstein - Der Landkreis Traunstein ehrte am Samstag seine erfolgreichsten Sportler, darunter Martin Braxenthaler, Tobi Angerer und Kathi Wilhelm.

90 Teilnehmer an internationalen Wettkämpfen, die – gerade bei den Wintersportlern bis zu Erfolgen bei den Olympischen Spielen reichten – wurden geehrt. So mancher von ihnen war aber auch an diesem Wochenende in sportlichem Einsatz, so dass nicht alle Sportler in die Mensa des Chiemgau-Gymnasiums gekommen waren.

Landrat Hermann Steinmaßl führte - in der vom Bayernwelle Sportjournalisten Siegi Huber moderierten Feier – aus, dass es ihm ein persönliches Anliegen sei "sie und alle ihre sportlichen Leistungen einmal persönlich in feierlichem Rahmen zu würdigen." Entstanden sei die Idee zur Veranstaltung erst relativ kurzfristig bei der Ehrung für Tobi Angerer und Martin Braxenthaler auf dem Stadtplatz Traunstein Ende März diesen Jahres.

Es solle eine "schöne Tradition" werden, alljährlich die besten Sportler des Landkreises einzuladen. Die Aktiven hätten bewiesen, dass sie weltweit zu den Besten in ihren Disziplinen gehören würden. "Ihre Erfolge haben die Menschen bewegt, ihre Niederlagen nicht minder. Sie sind große Vorbilder für uns alle, vor Allem für die Jugend" so der Landrat. Steinmaßl würdigte dabei auch – in Anwesenheit seiner Ehefrau Heidi – den kürzlich verstorbenen Skirennläufer Fritz Wagnerberger mit einer Gedenkminute. 250 Meldungen seien von den verschiedenen Gemeinden des Landkreises eingegangen.

Bilder von der Ehrung:

Sportlerehrung in Traunstein

Schließlich habe man sich auf die folgenden Kriterien festgelegt: Platz 1 bei Deutschen Meisterschaften, 1 bis 3 bei Europameisterschaften und Europacups sowie alle Weltmeisterschaft-, Weltcup- und Olympiateilnehmer. Es wurden sowohl Junioren-, Erwachsenen- und Seniorensportler in Einzel- und Mannschaftswettbewerben geehrt. Ein Gremium, bestehend aus dem Landrat und Mitarbeitern des Landratsamtes, den Sportjournalisten Hans Helmberger und Siegi Huber sowie dem BLSV-Kreisvorsitzenden Willi Weinl wählte die zu ehrenden Sportler aus.

Der Landrat stellte in der Feierstunde, zu der auch viele Bürgermeister gekommen waren, besonders die Teilnehmer der „Special Olympics“ in Reit im Winkl heraus, bei der eine Reihe von Medaillenträgern aus der Region kamen. Die Leistung der behinderten Sportler wurde in einem eigenen Film gewürdigt, den „Miss Chiemgau“ Susanne Hausschmid während der Wettkämpfe gedreht hatte.

Bei den Olympischen Spielen in Vancouver seien 13 Sportler aus der Region gekommen, die hier wohnen und trainieren würden, oder für einen Verein aus der Region starten würden. In der Spitzensportförderung würden Inzell und Ruhpolding im Wintersport eine tragende Rolle übernehmen. Diese sollten auch in dem Olympiakonzept für 2018 seine Berücksichtigung finden: „Ich werde alles dafür tun, dass der Landkreis Traunstein bei einer Austragung der Olympischen Spiele in München im Jahr 2018 einen festen Platz als Wettkampfstätte erhält.“

Steinmaßl würdigte die Leistung der Sportler: „Sie waren faire Sportler und über die Grenzen des Landkreises hinweg unsere sympathischen Repräsentanten.“ Die Leistungen seien aber nicht ohne die vielen Trainer, ehrenamtlichen Helfer und Familien der Sportler möglich gewesen, weshalb der Landrat deren Leistungen und Unterstützungen würdigte.

So mancher Sportler, der vom Moderator über seine weiteren sportlichen Ambitionen gefragt wurde, gab seine weiteren Ziele bekannt: So wies der Speedwayfahrer Günther Bauer aus Reit im Winkl darauf hin, dass er bereits nach einem Nachfolger ausschaue: „Mein Sohn Luca ist gut drauf. Der wird hoffentlich mal meine Nachfolge antreten. Das schaut nicht schlecht aus“ so Bauer.

Karl-Heinz Vachenauer, der sich um den sehbehinderten Alpinläufer Gerd Gradwohl kümmert, wies darauf hin, dass seine Arbeit nicht ganz einfach sei: „Du musst sie gesund runterbringen und gewinnen sollen sie dann auch noch.“

Andi Birnbacher sprach über seine neueste Errungenschaft: Einen Fischerschein. „Jetzt kann ich endlich legal fischen“ so der sympathische Athlet aus Schleching.

Lauf-Weltrekordler Hans Hopfner aus Kay antwortete auf die Frage nach dem Weitermachen: „Jetzt ist es langsam genug, es langt: 20 Jahre Fußball und 20 Jahre Laufen das reicht jetzt.“

„Chiemgauer Panther“ für Braxenthaler

Besondere Ehrung für Martin Braxenthaler: Der Surberger wurde mit der hohen regionalen Auszeichnung, dem „Chiemgauer Panther“ von Landrat Hermann Steinmaßl ausgezeichnet.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des „Chiemgauer Panthers“ an den Monoskifahrer Martin Braxenthaler. Steinmaßl würdigte die sportlichen Leistungen des Surbergers mit insgesamt zwölf Medaillen bei den Paralympics, acht Medaillen bei Weltmeisterschaften sowie neun Weltcupgesamtsiegen. Er stellte das soziale Engagement Braxenthalers heraus, das gerade auch in der Verständigung zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen zu finden sei.

„Der „Chiemgauer Panther“ soll ein sichtbares Zeichen des Dankes sein und zugleich Ausdruck unserer Wertschätzung für erbrachte Leistungen und erworbene Verdienste sein“ dankte der Landrat dem Ausnahmesportler in seiner Laudatio. Braxenthaler wies darauf hin, dass für das Erreichen von Spitzenergebnissen ein perfektes Zusammenspiel von Sportler, Betreuern, Sponsoren und das Umfeld des Sportlers nötig sei: „Das sind die Bausteine, damit solch ein Erfolg möglich ist.“

Die bisherigen Träger der streng limitierten Auflage des „Chiemgauer Panthers“ sind die ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Günther Beckstein, die Alt-Landräte Leonhard Schmucker und Jakob Strobl, der bei der Feierstunde mit anwesend war, sowie der langjährige stellvertretende Landrat Hubert Neuberger.

Der Landrat fasste die Ehrungen abschließend zusammen: „Der Landkreis ist stolz auf seine hervorragenden Sportlerinnen und Sportler.“ Man wolle die Ehrung voraussichtlich künftig im 2-Jahres Rhythmus durchführen.

Ehrungen für die Teilnahme und Erfolge bei den nachfolgenden Wettbewerben:

"Chiemgauer Panther": Martin Braxenthaler

Teilnahmen an Olympischen Spielen (15): Tobias Angerer, Andreas Birnbacher, Steffi Böhler, Martin Braxenthaler, Anni Friesinger-Postma, Miriam Gössner, Michael Greis, Manfred Oettl, Ornella Oettl, Evi Sachenbacher-Stehle, Michael Uhrmann, Karl-Heinz Vachenauer, Kathi Wilhelm, Josef Wenzl.

Teilnahme an Weltmeisterschaften (24): Franz Bayerschmidt, Maximilian Bergmann, Lukas Bombik, Celeste de March, Roxanne Dufter, Eva Eder, Robert Glassl, Heike Hartmann, Hubert Hirschbichler, Matthias Huber, David Jobst, Wolfgang Kinzner, Johannes Kühn, Tina Lutz, Walburga Maier, Anke Molkenthin, Thomas Posch, Gabi Prems, Hans Prems, Patrik Schalch, Thomas Schneckenpointner, Markus Strecha, Claudia Till, Christine Weiß.

Teilnahme an Europameisterschaften (7): Simon Daxenberger, Martina Dunstmair, Sandra Georg, Petra Hirsch, Kathrin Hitzer, Christoph Knie, Ulrike Lachenmayer.

Teilnahme an internationalen Wettkämpfen (7): Barbara Böhm, Daniel Graf, Carolin Hennecke, Hans Hopfner, Alexander Huber, Christopher Kas, Toni Lang.

Teilnahme an nationalen Wettkämpfen (11): Lukas Aicher, Günther Bauer, Jonas Dobler, Ursula Eder, Jan Friesinger, Armin Garnreiter, Christian Hochreiter, Ludwig Perschl, Korbinian Raschke, Dominic Reiter, Tobias Reiter.

Teilnehmer an den Special Olympics (26): Stefan Birnbacher, Andreas Brenner, Yvonne Burger, Christoph Egart, Christian Feil, Frank Fuchs, Christopher Günther, Claudia Hailer, Mike Helminger, Stefan Hillgartner, Markus Hinterbrandner, Stefan Jaike, Aljoscha Kittel, Siegmund Klosa, Maximilian Kurz, Werner Lamminger, James Richardson, Manuel Schuller, Markus Steinhauer, Thomas Stötzner, Tobias Straßhofer, Silvia Tietje, Markus Wimmer, Jasmine Windbichler, Christian Zach, Stefan Ziegler.

wz

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser