Landkreis braucht mehr Fachkräfte

+
(Symbolbild)

Traunstein - Fachkräfte zieht nach Traunstein! Bereits jetzt gibt es im Landkreis laut IHK einen empfindlichen Mangel.

Auf ihren langfristigen Bedarf an Fachkräften machten die Unternehmer aus der Region bei der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums Traunstein aufmerksam. Zum Teil gebe es schon jetzt empfindliche Probleme bei der Besetzung von Stellen.

Besonders in einfachen technischen und handwerklichen Berufsbildern zeichne sich ein Mangel ab. Maschinenführer, Techniker, Kraftfahrer und Arbeitskräfte in Bauberufen wurden von Unternehmern als besonders gesucht bezeichnet. Aber auch Ingenieure und ungelernte Arbeiter fehlen.

Als Schlüssel zur Fachkräftesicherung sehen viele Betriebe die eigene Aus- und Weiterbildung und engagieren sich dort überdurchschnittlich. So finanziert etwa die Firma Maier Spielplatzgeräte aus Traunreut ihren Mitarbeitern die Weiterbildung an der Holztechnikerschule. Andere Unternehmen bauen eigene Ausbildungszentren auf.

Die Altersstruktur in den Betrieben wird das Problem nach Einschätzung der Unternehmer in den kommenden Jahren verstärken. Während viele Mitarbeiter aus Altersgründen in Rente gehen, sinkt die Zahl der Schulabgänger und potenziellen Azubis.

Die Diskussion eingeleitet hatte Anette Farrenkopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Traunstein. Sie stellte den Vertretern der regionalen Wirtschaft den Arbeitsmarktmonitor vor, ein statistisches Analyseinstrument der Arbeitsagentur, mit dem sich wichtige Daten für Regionen und Landkreise deutschlandweit vergleichen lassen. Dabei kommt der Landkreis Traunstein unter anderem wegen seiner hohen Ausbildungsquote recht positiv weg.

Farrenkopf sagte auch, dass die hohe Quote von Teilzeitkräften und Arbeitnehmern mit geringfügiger Beschäftigung dem Landkreis viel Entwicklungspotenzial gebe. Ein weiteres Ergebnis der Analyse sei, dass das Gesundheitswesen die meisten Beschäftigten im Landkreis habe, gefolgt vom Einzelhandel. Ein Wermutstropfen sei die starke Saisonabhängigkeit der Beschäftigung im Landkreis – hier stehe die Region bundesweit an zweiter Stelle.

Der Gremiumsvorsitzende Werner Linhardt mahnte bei der Sitzung im Traunsteiner Sparkassensaal der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg an, dass die Wirtschaftpolitik die richtigen Anreize setzen müsse. So trügen die Sozialabgaben und das Steuerrecht dazu bei, dass geringfügige Beschäftigungsverhältnisse so verbreitet sind.

(IHK Traunstein)

Jobs im Chiemgau suchen oder Stellenangebote eintragen auf www.chiemgaujobs.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser