Kritik an Vorschlag des Bundesrechnungshofes

Steiner: "Sechsstreifiger Ausbau der A8 ist unabdingbar"

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Michaela Kaniber (40) und Klaus Steiner (64)
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Landkreis - Der Bundesrechnungshof hat am Dienstag vorgeschlagen, den Ausbau der Autobahn zwischen Chiemsee und Landesgrenze einzudampfen. Zwei Landtagsabgeordnete der Region sehen das kritisch.

Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A8 zwischen Chiemsee und der Landesgrenze zu Österreich ist unabdingbar. Zu diesem Schluss kommen die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner und Michaela Kaniber. Sie sind für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land zuständig.

Anlass für diese Aussage ist ein Bericht des Bundesrechnungshofes, der am Dienstag veröffentlicht worden ist. Demnach wird angezweifelt, dass das Projekt A8-Ausbau im Bundeshaushalt 2017 wirtschaftlich ist. Unter anderem bemängeln die Vertreter des Bundesrechnungshofes, dass bei dem nicht berücksichtigt wird, wie viel Verkehr auf der Strecke unterwegs ist.

110 Millionen Euro könnten eingespart werden

Sie kommen zu dem Schluss, dass ein sechsstreifiger Ausbau nur zwischen Inntaldreieck und Chiemsee notwendig ist. Im Abschnitt bis zur österreichischen Grenze würde ein vierstreifiger Ausbau mit befahrbaren Seitenstreifen genügen. Mit dieser Lösung könne der Bund 110 Millionen Euro sparen.

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Die beiden Landtagsabgeordneten weisen diesen Vorschlag nun aber vehement zurück. "Offensichtlich hat sich der Rechnungshof mit den fachlichen Hintergründen des Projekts überhaupt nicht befasst und nur die Kosten im Blick", kritisiert Klaus Steiner in einer Stellungnahme. Diesen Worten kann sich Michaela Kanber nur anschließen: "Der Ausbau ist dringend notwendig für die Verkehrssicherheit, den Verkehrsfluss und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur."

Die Sichtweise des Rechnungshofes stößt beim Abgeordneten Klaus Steiner auf völliges Unverständnis. "Wo soll der Autobahnverkehr ab dem Chiemsee sonst hinfließen, als weiter auf der A8?", fragt er. "Die Belastung auf Höhe Übersee oder Grabenstätt ist doch nicht geringer als bei Frasdorf oder Achenmühle."

A8 zwischen Chiemsee und Landesgrenze ein Nadelöhr

Michaela Kaniber weist zudem erneut darauf hin, dass die A8 zwischen Chiemsee und Landesgrenze ein Nadelöhr ist. Zwei Autobahnen aus München und Kufstein münden am Inntaldreieck in die A8 in Richtung Salzburg und wiederum über zwei Autobahnen fließe der Verkehr ab der Grenze von der A8 in Richtung Tauern beziehungsweise Wien.

Des Weiteren sehen die beiden Abgeordneten auch eine wirtschaftliche Komponente beim Ausbau. "Unsere exportorientierten Unternehmen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land - Handel, Handwerk und Gewerbe - sind auf den sechsspurigen Ausbau angewiesen und fordern den Ausbau", erklären Klaus Steiner und Michaela Kaniber.

Sie bezeichnen es als Schildbürgerstreich, dass lediglich eine Standspur - lapidar formuliert - angebaut werden soll, die dann nach Bedarf als Fahrspur zugeschaltet wird. Klaus Steiner dazu: "Wenn wir schon an die alte Autobahn, deren Planung aus den 1920er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, Hand anlegen, dann wäre es unsinnig, nicht gleich eine umfassende Lösung des Problems anzugehen."

Standstreifen schützt auch Rettungskräfte

Er sieht auch ein Problem bei Verkehrsunfällen, wenn Rettungskräfte auf die A8 müssen. Für Polizisten und Feuerwehrler sowie Rettungssanitäter und Notärzte seien Einsätze ohne Pannenstreifen besonders gefährlich. Wenn der Standstreifen zum Beispiel beimUrlaubsverkehr zugeschaltet würde, stünde er wieder nicht den Einsatzkräften oder Pannenfahrzeugen zur Verfügung. Folglich sei ein Ausbau auch nötig, um die Autobahn für Einsatzkräfte und Autofahrer sicherer zu machen.

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