Basierend auf Kleiner Anfrage im Bayerischen Landtag

Barrierefreiheit für Bahnhöfe der Region: Wo sie kommt und wo eher nicht

Wo werden Bahnhöfe bald barrierefrei umgebaut? (Symbolfoto) Dieser Frage ging SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher nach. (rechts)
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Wo werden Bahnhöfe bald barrierefrei umgebaut? (Symbolfoto) Dieser Frage ging SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher nach. (rechts)

Landkreise/Oberbayern - Wo werden Bahnhöfe bald barrierefrei? Und wo stehen die Chancen dafür eher schlecht? So sieht es in der Region aus:

„Kann die Staatsregierung das vom damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer im November 2013 ausgegebene Ziel der flächendeckenden Barrierefreieheit binnen zehn Jahren mit Blick auf die noch nicht barrierefreien Bahnhöfe halten?“, wollte der Münchner SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher in einer kleinen Anfrage von der Bayerischen Staatsregierung wissen. Das Thema ist auch in der Region ein Dauerbrenner. Etwa in Freilassing, wo sich der Ausbau weiter verzögert.


Eine Reihe von Bahnhöfen in der Region soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Von Fördermitteln des Freistaats profitiert dabei aber nur Freilassing, konkret dem "Bayern-Paket II". Alle anderen Ausbau-Projekte laufen mit Bundesmitteln.

Diese Bahnhöfe in der Region werden in den nächsten Jahren barrierefrei gemacht:


  • Landkreis Altötting: Garching, Kirchweidach, Marktl
  • Landkreis Berchtesgadener Land: Bayerisch Gmain, Bischofswiesen, Freilassing, Laufen
  • Landkreis Mühldorf am Inn: Schwindegg, Waldkraiburg
  • Landkreis Rosenheim: Bad Aibling, Bruckmühl, Kolbermoor, Ramerberg, Rott am Inn
  • Landkreis Traunstein: Fridolfing, Höpfling, Kirchanschöring, Tittmoning-Wiesmühl, Traundorf.

Barrierefreiheit bezeichnet eine Gestaltung der Umgebung in einer Weise, dass sie auch von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Hilfen genutzt und wahrgenommen werden kann. Im Fall von Bahnhöfen beispielsweise durch Rollstuhlrampen, Lifte, Einstiegshilfen sowie Bahnsteige, die keinen Höhenunterschied zum Zug haben.

Die Regierung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass der Ausbau von Bahnstationen grundsätzlich eine Zuständigkeit des Bundes sei. „In Einzelfällen, insbesondere bei der Barrierefreiheit, engagiert sich die Staatsregierung freiwillig, um den flächendeckenden Ausbau zu beschleunigen“, so die Antwort weiter. „Der Bund kommt seiner Verpflichtung nach, indem er dafür unterschiedliche Förderprogramme einführt und sich dabei diverser Finanzierungsmodelle bedient.“ Die Aussage Seehofers habe sich nur auf jene Bereiche bezogen, für die der Freistaat Zuständigkeit hat.

Barrierefreier Ausbau in der Regel nur mit Fördermitteln

Es seien jedoch keine Fälle bekannt, bei denen ein barrierefreier Umbau ohne staatliche Fördermittel vorgenommen würde. „Zumal er für den Stationsbetreiber nicht wirtschaftlich ist.“ Der Bund gäbe vor, dass seine Fördermittel zum Ausbau der Barrierefreiheit von Bahnhöfen und Haltepunkten grundsätzlich nur für Stationen mit einer Frequenz von mindestens 1.000 Ein- und Aussteigern eingesetzt werden sollen.

Das wiederum bedeutet, dass eine Vielzahl von Bahnhöfen in der Region für solche Förderprogramme nicht in Frage kommen. Von bayerischen Förderprogramm profitiert derzeit nur der Bahnhof von Freilassing. Auf Grund ihrer geringen Fahrgastzahlen werden allerdings viele Bahnhöfe der Region wohl vorerst keine Förderungen erhalten. Es gibt allerdings natürlich auch Ausnahmen von der Regel. Beispielsweise Marktl mit seinen nur 250 bis 500 Ein- und Aussteigern oder Ramerberg mit seinen nur 100 bis 250.

Bei diesen Bahnhöfen ist ein Ausbau wegen zu geringer Ein- und Aussteigerzahlen (in Klammern) unwahrscheinlich:

  • Landkreis Altötting: Gendorf (unter 100), Heiligenstatt (100 bis 250), Kastl (100 bis 250), Neuötting (250 bis 500), Töging (250 bis 500), Tüßling (250 bis 500).
  • Landkreis Berchtesgadener Land: Bad Reichenhall-Kirchberg (100 bis 250), Freilassing-Hofham (100 bis 250), Hammerau (100 bis 250), Piding (250 bis 500)
  • Landkreis Mühldorf am Inn: Egglkofen (unter 100), Gars (100 bis 250), Jettenbach (unter 100), Rohrbach (unter 100)
  • Landkreis Rosenheim: Edling (100 bis 250), Flintsbach (250 bis 500), Forsting (100 bis 250), Heufeld (250 bis 500), Schechen (250 bis 500), Soyen (100 bis 250), Umrathshausen Ort (unter 100), Urschalling (unter 100)
  • Landkreis Traunstein: Altenmarkt (unter 100), Hörpolding (100 bis 250), Hufschlag (unter 100), Matzing (unter 100), Otting (unter 100), Schalchen (unter 100), Seiboldsdorf (unter 100), Stein (unter 100), Tacherting (100 bis 250), T Trostberg (250 bis 500), Unteraschau (unter 100), Vachendorf (unter 100), Weibhausen (unter 100), Wiesmühl (unter 100)

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