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Corona-Zahlen steigen in Bayern weiter

Immer mehr Patienten, Ausfall von Operationen und Personal: Lage in Südostbayern Kliniken „sehr angespannt“

Intensivstation
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Eine Pflegekraft bedient eine Herz-Lungen-Maschine auf einer Intensivstation. (Symbolbild)

Die Corona-Fallzahlen steigen mittlerweile seit mehreren Wochen wieder deutlich an. Inzwischen macht sich die Herbstwelle zunehmend ebenfalls in Kliniken bemerkbar. Auch in den Kreisen Berchtesgadener Land und Traunstein spitzt sich die Lage allmählich wieder zu. Ein Sprecher der Kliniken Südostbayern sprach mit OVB24 über die Situation.

Landkreise Traunstein/Berchtesgadener Land - Im Zuge der Corona-Herbstwelle deutet sich inzwischen auch ein Anstieg bei der Zahl schwerer, im Krankenhaus zu behandelnder Verläufe an.

Immer mehr Patienten mit Corona

Der Anstieg in den Krankenhäusern ist unter anderem in Bayern sichtbar: München meldete am Freitag (7. Oktober) eine Belegung von 552 Patienten mit Corona auf Normal-, Intensiv- und Übergangsstationen, 47 Prozent mehr als vor einer Woche. Bayernweit stieg die Zahl der binnen einer Woche mit oder wegen Corona eingelieferten Patienten auf ein Allzeithoch von 1849, wie aus Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorgeht.

Beide Zahlen enthalten allerdings einen hohen Anteil von Patienten, die aus anderen Gründen eingeliefert und im Krankenhaus positiv getestet wurden. Mehrere Krankenhäuser sehen die Patienten, die mit und nicht wegen Corona kommen, sogar in der Überzahl.

Einschränkungen bei planbaren OPs

Einige Kliniken sprachen bereits von einer angespannten Lage unter anderem wegen vieler selbst an Covid-19 erkrankter Mitarbeiter. Es komme zu Einschränkungen bei planbaren Operationen und in Einzelfällen zu Stationsschließungen, hieß es von den Kliniken der Ludwig-Maximilians-Universität. Auch die Helios Kliniken Oberbayern berichten von steigenden Corona-Zahlen - vor allem auf ihren Normalstationen - und von mehr infizierten Mitarbeitern.

Folgen hat die angespannte Lage der Kliniken auch für Rettungsdienst und Notaufnahmen. Gerade in Oberbayern müsse man teilweise bis zu eineinhalb Stunden fahren, um Patienten unterzubringen, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. „Seit etwa eineinhalb bis zwei Wochen verschärft sich die Lage wieder.“ Das sei für die Patienten und Mitarbeiter sehr belastend und gefährde in letzter Konsequenz Leben.

Situation an den Kliniken Südostbayern sehr angespannt

Diese Tendenz bestätigte gegenüber chiemgau24.de auch ein Sprecher der Südostbayern Kliniken. „Die Situation an den Kliniken Südostbayern ist, wie im gesamten Rettungsdienstbereich und Nachbarlandkreisen, seit Kurzem leider wieder sehr angespannt, mit Covid-Patientenzahlen im dreistelligen Bereich. Dies hat zur Folge, dass stationär (abermals) nur dringliche und Notfall-Behandlungen durchgeführt werden können, da diese bereits unsere verfügbaren Kapazitäten auslasten. So bindet der Betrieb der Isolationsstationen erhebliche personelle Ressourcen, die anderswo, insbesondere für geplante Behandlungen, dann nicht zur Verfügung stehen können.“

Natürlich bleibe auch das Personal der Südostbayern Kliniken nicht von der Infektionswelle verschont. „Die Erkrankungsrate beim Klinikpersonal ist nicht signifikant abweichend gegenüber der Gesamtbevölkerung, wo sich bereits hohe Inzidenzen an COVID-19-Erkrankungen zeigen bei bekanntlich erheblichem „underreporting“. Im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung unterziehen sich unsere Mitarbeiter jedoch regelmäßigen Testungen, sodass Infektionen schnell und sicher erkannt werden.“

Insgesamt gesehen, „gibt es in der Bevölkerung – und somit auch unter Pflegekräften und Ärzten – prozentual, aber deutlich weniger schwere Krankheitsverläufe“, gibt der Sprecher zu verstehen. Das liege unter anderem daran, dass die Mehrheit der Bevölkerung geimpft bzw. genesen sei. Deshalb habe sich eine Immunität in der Bevölkerung aufgebaut, die zwar nicht vor einer Infektion, allerdings meist vor einem schweren Verlauf schütze.

Auch wenn die Inzidenzen momentan nach oben klettern, hoffen wir, dass dies als ein vorübergehendes ansteigendes Ausbruchsgeschehen zu werten ist, ausgelöst durch eine Vielzahl an öffentlichen Großveranstaltungen, die zu einem sprunghaften Inzidenz-Anstieg geführt hat.

„Wiesn“ und andere Großveranstaltungen für Situation verantwortlich?

In fast allen bayerischen Städten und Landkreisen mit hohen Inzidenzen hatte sich in der Regel etwa eineinhalb Wochen nach Beginn von Volksfesten ein starker Anstieg der Corona-Zahlen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine „Wiesn-Welle“ vorhergesagt. Auffällig dabei ist aktuell eine gewisse Ballung um München herum, wo Anfang der vergangenen Woche das Oktoberfest endete. Sowohl die Stadt als auch drei der vier direkt angrenzenden Landkreise liegen über 1000.

Mit Blick auf den Winter sagt der Klinik-Sprecher: „Die weitere Entwicklung, die Covid nimmt, ist schwierig vorherzusagen. Wir bewegen uns auf die kältere Jahreszeit zu. Es ist davon auszugehen, dass das Virus bleiben wird, in immer neuen Varianten – also zur Normalität wird, wie dann die Behandlung auch.“

Wir empfehlen, die in der Pandemie gelernten und auch sehr bewährten Hygieneregeln weiter zu beachten, um eine Infektion zu vermeiden (Händehygiene, Abstand etc.). Prognosen können wir für kommenden Herbst/Winter nicht geben. Natürlich hoffen wir – wie sicherlich alle Menschen - auf eine möglichst anhaltende Immunität in der Bevölkerung durch Impfung und durchgemachte Infektion und damit auch wieder nachlassende Covid-Patientenzahlen in den Kliniken. Zudem ist es in der herbstlichen und winterlichen Zeit der klassischen Erkältungserkrankungen ohnehin ratsam, vorsichtiger zu sein“, schließt der Sprecher ab.

mz/cs

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