Vergleich der Zahlen über die vorigen zwei Wochen

Corona in Traunsteiner Kommunen: Vier Orte treiben die Zahlen weiter nach oben

Landkreis Traunstein - Die Werte sanken kontinuierlich, doch übers Wochenende stieg die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Traunstein wieder sprunghaft. Wir analysieren die Entwicklung in den einzelnen Gemeinden im Lauf der vorigen zwei Wochen.

1505 aktive Covid-19-Fälle gab es, Stand Montag, 7. Dezember, im Landkreis Traunstein, 117 mehr als vor zwei Wochen. Sieht man sich die genauen Zahlen der einzelnen Kommunen an, fällt auf: Es sind vor allem vier Orte, in denen die Zahl der aktuell Corona-Infizierten stark stieg. Grassau, Inzell, Traunstein und Waging haben im Vergleich zum 23. November ein großes bzw. größeres Plus zu verzeichnen. In Inzell ist der Anstieg auch auf einen Corona-Ausbruch im Seniorenheim „Chiemgaustift“ zurückzuführen.

Corona-Zahlen im Landkreis Traunstein für jede Kommune

Konkret gelten in der Stadt Traunstein nun 265 Personen als Corona-positiv, 35 mehr als vor zwei Wochen. In Waging stieg die Zahl in der Zeit von 51 auf 87, Grassau zählt nun 85 Infizierte (57 waren es vor zwei Wochen) und Inzell 54 gegenüber 31 vor zwei Wochen. Hoch ist die Zahl weiterhin auch in Siegsdorf. 144 Personen gelten dort als Corona-positiv. In den Seniorenheimen St. Hildegard in Bad Adelholzen und im Heim „Kardinal von Faulhaber“ wurden bei Reihentestungen zuletzt insgesamt 89 Infizierte festgestellt. Das Plus in Siegsdorf liegt im Vergleich zum 23. November aber nur bei sechs Personen. Dementsprechend viele sind in der Zwischenzeit also auch wieder genesen.

Anzahl der aktiven Corona-Fälle in den Kommunen im Landkreis Traunstein, Stand 7. Dezember. Das Landratsamt nennt die genaue Zahl nur für Orte mit mindestens 20 Infizierten. Damit will man einzelne betroffene Personen vor einer Identifizierung schützen und soziale Ausgrenzung verhindern.

Fast alle Orte im Landkreis Traunstein haben ein leichtes Plus an aktuell Corona-Infizierten zu verzeichnen. Ausnahmen sind unter anderem Engelsberg, Grabenstätt, Obing, Ruhpolding und allen voran Seeon-Seebruck, wo sich die Zahl der Infizierten im Laufe der vergangenen zwei Wochen nahezu halbiert hat. Exakte Zahlen liefert das Landratsamt nur aus Kommunen mit mindestens 20 Infizierten. 13 Orte liegen unter dieser Schwelle, genauso viele wie vor zwei Wochen.

Siegsdorf verhältnismäßig am stärksten betroffen

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung ist Siegsdorf mit 1,7 Prozent aktuell Infizierten am stärksten betroffen. Mit 1,4 bis 1,2 Prozent folgen Orte wie Wonneberg, Traunstein, Altenmarkt, Waging oder Grassau. Städte sind also verhältnismäßig nicht stärker betroffen als kleine Gemeinden am Land. Im Gegensatz zur Stadt Traunstein blieb das Infektionsgeschehen in den anderen beiden größeren Städten relativ stabil: Traunreut hat nur ein Plus von zehn Fällen im Vergleich zum 23. November zu melden (jetzt insgesamt 158), Trostberg stagniert bei 78 Fällen.

Die Fallzahl in einer Kommune lässt aber keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben.

Zahl der Corona-Patienten in Kliniken gesunken

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden, Stand Dienstag, 8. Dezember, 4619 Bürger aus dem Landkreis positiv getestet. 128 Todesfälle sind zu beklagen. 60 Corona-Patienten werden im Kreis Traunstein momentan im Krankenhaus behandelt, 21 weniger als vor zwei Wochen. Wie auch schon damals liegen 13 davon auf einer Intensivstation. Der Anteil der Covid-19-Patienten an allen Intensivpatienten liegt im Landkreis bei gut 20 Prozent.

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