Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wie wir beim Impfen hinterherhinken

Grafiken: Corona-Intensivpatienten und Impffortschritt - die Entwicklung in unserer Region

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
    schließen

Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist jetzt entscheidendes Kriterium zur Bewertung der Corona-Lage in Deutschland. Wir haben dazu die Entwicklung in der Region analysiert und vor allem auch die Impffortschritte in den Landkreisen beleuchtet.

Landkreise - Die Sieben-Tage-Inzidenz ist als Gradmesser für die Einschätzung der Corona-Lage in Deutschland abgelöst. Nun ist die Lage in den Kliniken ausschlaggebend: Die Belegung von Intensivbetten durch Covid-19-Patienten und die Zahl der Neueinweisungen in die Krankenhäuser. In beiden Fällen steht die Ampel in Bayern derzeit klar auf „grün“. Ab 600 Corona-Patienten auf den Intensivstationen wird auf „rot“ gewechselt, was neuerliche Maßnahmen mit sich bringen würde. Die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf steuerten am Freitag (3. September) 17 der insgesamt 166 Corona-Intensivpatienten zur bayerischen Statistik bei - zwei mehr als in der Vorwoche.

Zahl der Corona-Intensivpatienten in der Region

Die leichte Steigerung geht dabei allein auf Stadt und Landkreis Rosenheim (von zehn auf zwölf) sowie den Landkreis Traunstein (von null auf eins) zurück. In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Altötting ist es nach wie vor ein Corona-Intensivpatient, im Landkreis Mühldorf sind es jetzt nur noch zwei, anstatt drei in der Vorwoche. In der gesamten Region steigt deren Zahl seit Juli aber wieder leicht an, wie unsere Grafik zeigt (schwarze Linie).

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf in der Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate.

Lage auf Intensivstationen angespannt - vor allem in Altötting

Die Lage auf den Intensivstationen bleibt derweil eindeutig angespannt. 189 Intensivbetten gibt es in der Region, davon sind laut DIVI-Intensivregister des Robert-Koch-Instituts nur 27 frei. Vorige Woche waren es noch drei mehr. Im Landkreis Altötting sind gar alle Betten auf den Intensivstationen der dortigen Krankenhäuser belegt, in den Kreisen Mühldorf und Traunstein nur zwei bzw. drei. Im Berchtesgadener Land sind zumindest sechs von 19 unbelegt und in Stadt und Landkreis Rosenheim sind 16 der insgesamt 96 Intensivbetten frei.

Impffortschritt: Vor allem das Berchtesgadener Land ist hinterher

Beim Impfen hinkt die gesamte Region weiter hinterher. Diese Woche beleuchten wir den Fortschritt bei den Erstimpfungen. Während in Deutschland fast zwei Drittel den ersten Anti-Corona-Pieks bekommen haben und in Bayern zumindest 62,5 Prozent, ist die Quote in unseren Landkreisen überall niedriger. Vor allem die Menschen in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land scheinen vergleichsweise impfmüde: zwischen 53 und 54 Prozent sind es dort, am wenigsten mit 53,1 Prozent im Berchtesgadener Land. Altötting und Mühldorf kommen mit 60,7 bzw. 60,5 Prozent noch am nächsten an den bayerischen Schnitt.

Erstimpfungen im Prozent, Stand 3. September: Vergleich der heimischen Landkreise mit Bayern und Deutschland.

Welche Rolle die Reiserückkehrer momentan spielen

Die Rolle der Reiserückkehrer wird noch immer breit thematisiert - doch sie ist in den Landkreisen wohl unterschiedlich tragend. Während sie im Landkreis Altötting in den vergangenen drei Tagen nur 18 Prozent der Neuinfizierten ausmachten, sind es in Stadt und Landkreis Rosenheim 31 Prozent. Ähnlich im Landkreis Mühldorf, wo 28 Prozent der Neuinfektionen der vergangenen drei Tage auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind. Die Herkunftsländer allen voran: Rumänien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Italien und Kosovo. „Wir beobachten bei vielen Reiserückkehrern, dass zwar das Ergebnis der verpflichtenden Testung bei Einreise in Deutschland noch negativ ist, in den Folgetagen sich aber Erkältungssymptome entwickeln, die sich nach einer nochmaligen Testung als Infektion entpuppen“, so Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes.

Hierls momentane Einschätzung der Corona-Lage: „Die Impfzahlen in der Region sind viel zu niedrig, um die Welle entscheidend herunterbremsen zu können. Logische Folge wird sein, dass es zur Zunahme schwerer Fälle – auch in den jüngeren Altersgruppen – kommen wird und die Belastung der Kliniken vor allem im Intensivbereich ansteigen wird. Die durch die Staatsregierung seit Donnerstag neu eingeführte ‚3G-Regel‘ wird allein eine Kontrolle des Infektionsgeschehens nicht bewerkstelligen können, so dass bei einer sich abzeichnenden prekären Lage in der stationären Versorgung auch wieder über weitere beschränkende Infektionsschutzmaßnahmen nachgedacht werden muss.“

xe

Rubriklistenbild: © Joe Giddens/dpa

Kommentare