Welt-Erste-Hilfe-Tag

Wenn es um Leben und Tod geht, ist es gut zu wissen, was man tun muss

Ausbilder veranschaulicht den Kursteilnehmern Erste Hilfe
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Mehr als 500 Erste-Hilfe-Kurse halten die Ausbilder des Roten Kreuzes pro Jahr im Landkreis Traunstein ab.

Traunstein- Am Samstag, den 12. September ist der Welt-Erste-Hilfe-Tag, der auf die große Bedeutung der Ersten Hilfe bei plötzlichen Erkrankungen, Unfällen und anderen Notsituationen verweisen soll.

Die Meldung im Wortlaut:


Der Welt-Erste-Hilfe-Tag am 12. September wird in mehr als 150 Ländern begangen. Erste Hilfe ist für den Kreisverband Traunstein des Bayerischen Kreuzes (BRK) ein besonders großes Anliegen.

Aufgrund dessen schulen seine Ausbilder jedes Jahr Tausende Bürger in den Grundlagen der Ersten Hilfe. Zudem machen die Mitarbeiter des BRK-Rettungsdienstes in ihrem Berufsalltag fast täglich die Erfahrung, wie wichtig es für Patienten ist, dass Angehörige, Augenzeugen oder Passanten sofort Erste Hilfe leisten.


Mehr als 500 Erste-Hilfe-Kurse pro Jahr

Um möglichst viele Bürger zu potentiellen Ersthelfern auszubilden, hält das Rote Kreuz im Landkreis Traunstein jährlich mehr als 500 Kurse ab. Knapp 7.000 Bürger werden somit pro Jahr in die Lage versetzt, in einer Notsituation wirksam Hilfe leisten zu können. Werden sie beispielsweise in ihrem Alltag Zeuge bzw. Zeugin eines Unfalls im Straßenverkehr, wissen sie, was zu tun ist. Dazu gehören in erster Linie das Absetzen eines aussagekräftigen Notrufs (EU-Notrufnummer: 112), die Absicherung der Unfallstelle und die Betreuung der Verletzten.

Ohne dieses Wissen kann es in einer solchen Ausnahmesituation schnell zu einer stressbedingten Überforderung mit verhängnisvollen Konsequenzen für den Patienten bzw. die Patientin kommen. Im Übrigen wird man statistisch am häufigsten Zeuge von Notfällen im direkten familiären Umfeld. Erste-Hilfe-Kenntnisse können demnach gerade innerhalb der eigenen Familie sehr wichtig sein.

Durch die Erste-Hilfe-Kurse werden knapp 7.000 Bürger zu potentiellen Ersthelfern qualifiziert und wissen, was im Notfall zu tun ist.

Gesetzliche Pflicht zur Erste-Hilfe-Leistung

In Deutschland ist jeder Bürger und jede Bürgerin gesetzlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, wenn er oder sie Zeuge bzw. Zeugin eines Notfalles wird. Wer nicht hilft, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig und muss mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen.

Ausnahmen sind lediglich dann zulässig, wenn der Augenzeuge bzw. die Augenzeugin durch die Hilfeleistung andere wichtige Pflichten verletzen würde oder sich durch die Hilfeleistung selbst in Gefahr bringen müsste. Keine rechtlichen Konsequenzen drohen hingegen, wenn durch eine (misslungene) Sofortmaßnahme des Ersthelfers bzw. der Ersthelferin gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen sollten.

Erste Minute nach einem Notfall besonders wichtig

„Für den Patienten ist es ganz wichtig, dass schon Erste Hilfe geleistet wird, bevor unser Rettungsdienst eintrifft. Denn auch wenn sofort ein Notruf abgesetzt wird, dauert es aufgrund des Anfahrtsweges und des Straßenverkehrs mindestens einige Minuten, bis wir vor Ort sein können“, erklärt BRK-Rettungsdienstleiter Jakob Goëss. Der Zeitraum unmittelbar nach dem Unfall oder der akuten Erkrankung kommt oftmals eine besondere Bedeutung für die gesundheitliche Zukunft des Patienten zu. „Schnelles Erfassen der Notfallsituation und wirksame Erste-Hilfe-Maßnahmen können oftmals Leben retten und helfen, die Schäden gering zu halten. Für unsere Einsatzkräfte ist es darum sehr wichtig, dass der Ersthelfer das Richtige tut“, betont Goëss.

Im Notfall: Keine falsche Zurückhaltung wegen Corona

Wohl auch aufgrund der mitunter dramatisierenden medialen Berichterstattung über Corona war die Zahl der Notrufe und Einsätze des BRK-Rettungsdienstes im ersten Halbjahr 2020 deutlich gesunken. Im Falle einer akuten, zeitkritischen Erkrankung wie eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls darf keinesfalls aufgrund möglicher Corona-Ängste gezögert werden, Erste Hilfe zu leisten oder einen Notruf abzusetzen.

Auch bezüglich des Absolvierens eines Erste-Hilfe-Kurses sollte man keine Bedenken haben. Dort gelten die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Wer sich für einen Erste-Hilfe-Kurs interessiert, erhält unter www.brk-traunstein.de oder telefonisch beim BRK- Kreisverband Traunstein (0861/98973-0) nähere Auskünfte.

Pressemitteilung des Bayerischen Roten Kreuzes

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