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Heimische Rettungskräfte zu Attacken bei Einsätzen

Zwischen Applaus und Beleidigungen: Kreisbrandrat über Einsätze der Feuerwehren im Kreis Traunstein

Feuerwehr Traunstein Christof Grundner Hubert Hobmaier
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Ein „dickes Fell“ brauchen die Feuerwehrler im Einsatz, erzählt Traunsteins Kreisbrandrat Grundner (l.). Als „Affen“ beleidigt wurde auch schon Fach-Kreisbrandmeister Hobmaier (r.) zusammen mit einem Kollegen.

Sie sorgen für Sicherheit und werden selbst beleidigt, bedroht, behindert: Heimische Rettungskräfte berichten über ihren Alltag bei Einsätzen - dieses Mal vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein.

Landkreis Traunstein - Massive Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrler und sogar einen Rettungswagen mit einem Patienten darin überschatteten den Jahreswechsel in Berlin. Die tätlichen Angriffe in der Silvesternacht schockieren auch die Feuerwehrler im Landkreis Traunstein. Zum Jahreswechsel mussten die heimischen Feuerwehren glücklicherweise nichts vergleichbares erleben, erklärt Christof Grundner, Kreisbrandrat beim Kreisfeuerwehrverband Traunstein, gegenüber chiemgau24.de. Ganz im Gegenteil: Passanten hätten den ausrückenden Einsatzkräften beim Vorbeifahren Applaus gespendet.

Beleidigungen beim Einsatz: Heimische Feuerwehrler brauchen „ein dickes Fell“

In der Region herrsche ein gutes Miteinander, ganz nach dem Motto „Leben und leben lassen“, so der Kreisbrandrat. Dennoch bräuchten die Feuerwehrler ein dickes Fell. „Wenn die Feuerwehr tätig werden muss, um Hab und Gut zu schützen oder Menschenleben zu retten, lässt es sich oft nicht verhindern, dass es zu kurzfristigen Einschränkungen für andere kommt“, so Grundner. Meist müssen bei Verkehrsunfällen oder Brandeinsätzen Straßen gesperrt werden, damit die Rettungskräfte sicher arbeiten können. Immer mal wieder berichten die Feuerwehrler von Beleidigungen von wartenden Autofahrern.

Auch Hubert Hobmaier, Sprecher und Fach-Kreisbrandmeister, kann sich noch gut an eine solche Beleidigung erinnern. „Ich war als ganz junger Feuerwehrmann mit einem erfahrenen Kameraden auf der Strecke zwischen Kammer und Traunstein zur Verkehrsabsicherung bei einem schweren Verkehrsunfall eingesetzt. Plötzlich hielt ein Auto an und der Fahrer hat sofort losgeschimpft, weil er die Umleitung nicht gefunden hat. ‚Ihr Affen, jetzt schaut mal, dass ihr fertig werdet und die Straße frei bekommt‘, hatte der Fahrer aus dem Wagen gebrüllt. Mein Kamerad hat ihm dann nochmals den Weg erklärt und dann ist er davongebraust. Anschließend hat mein Kamerad zu mir gesagt, ‚des kannst du dir merken, es ist jedes Mal ein Blöder dabei und für heute haben wir ihn erledigt‘. Dann mussten wir lachen und alles war vergessen.“

Stress, Zeitdruck, Sorgen - weniger Geduld bei Mitmenschen

Situationen wie in Berlin seien im Kreis Traunstein noch nicht vorgekommen, so Kreisbrandrat Grundner. „Wenngleich nicht alle immer mit den Maßnahmen einverstanden sind, wenn es zu Einschränkungen kommt, zeigen doch viele Menschen Verständnis und arrangieren sich mit der Situation.“ Dennoch merken auch die Feuerwehrler, dass „bei manchen Mitmenschen die Zündschnur etwas kürzer geworden ist“ und diese schneller gereizt oder wütend reagieren.

„Stress, Zeitdruck, Arbeitsbelastungen, Sorgen, ... all dies sind Themen, mit denen unsere heutige Gesellschaft konfrontiert ist. Da kann es schon mal sein, dass einer Person im Eifer des Gefechts etwas Unschönes herausrutscht.“ Eine grundsätzliche Gewaltbereitschaft gegenüber der Feuerwehr oder Rettungskräften kenne man in der Region glücklicherweise nicht, so der Kreisbrandrat.

Vor dem „Granteln“ nochmal tief durchatmen

Tief durchatmen, sich in die Situation des Gegenübers hineinversetzen und Verständnis füreinander aufbauen - das wünscht sich der Kreisbrandrat von allen Beteiligten. Denn im Kreis Traunstein arbeiten alle Feuerwehrler ehrenamtlich, „aus der Überzeugung heraus, anderen uneigennützig, schnell und unkompliziert zu helfen. Die lassen zuhause oder in der Arbeit alles stehen und liegen, um Menschen oder Tieren in einer Notlage zu helfen. Da wirkt es für mich dann schon etwas verstörend, wenn diese Menschen berichten, dass sie in ihrem ehrenamtlichen Einsatz beschimpft oder beleidigt wurden.“

Etwas Granteln oder Kritik üben gehöre dazu, so Grundner. „Ich denke, das halten auch die Feuerwehrkräfte gut aus. Es muss aber im Rahmen bleiben und darf die Persönlichkeitsrechte einer jeden Einsatzkraft nicht verletzen.“

Rotes Kreuz: Mit Blut bespuckt und beschmiert

Noch ein Stück näher am Menschen sind wohl die Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Ein Sprecher des BRK im Berchtesgadener Land berichtet von extremen Situationen - etwa, als ein Notfallsanitäter von einer Patientin mit Blut bespuckt und beschmiert wurde. Und: Was sich das BRK von den Menschen in der Region wünscht. Wie die Leute auf das Technische Hilfswerk bei Einsätzen reagieren, erzählt der Ortsbeauftragte des THW in Altötting.

ce

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