Nach Befall in Rosenheim und Traunstein 

Nun auch im Landkreis BGL: Gespinstmotte frisst Bäume kahl

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Die Gespinstmotte hat sich in den Landkreisen BGL und Traunstein ausgebreitet. 
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Landkreis Traunstein/Berchtesgadener Land - Nach dem gruseligen Naturschauspiel im Landkreis Rosenheim, hat es sich die Gespinstmotte nun auch in der Region gemütlich gemacht und frisst dort ganze Bäume kahl. 

Gespinstmotte im Landkreis Berchtesgadener Land

Die gelb-grauen Raupen der Gespinstmotte, hüllen derzeit einige Bäume und Sträucher in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land, mit einem weißen Schleier ein. Fast erinnert das Schauspiel an die Berliner Reichstagsverhüllung des Künstlerehepaares Christo und Jeanne-Claude im Jahr 1995

Die Raupen der Gespinstmotte bereiten sich auch im Landkreis Berchtesgadener Land aus.

Nach Ulmensterben, Eschensterben, Feuerbrand und Buchsbaumzünsler sind viele Gartenbesitzer besorgt, was denn da unsere Natur wieder in Unordnung bringt. In diesem Fall kann hier jedoch Entwarnung gegeben werden: Von den Bäumen und Sträuchern sind vor allem Traubenkirschen, die man bei uns auch als Elsen bezeichnet, und Pfaffenhütchen betroffen. Kleine Befallsnester finden sich gelegentlich auch an Weißdorn, Weiden sowie an Äpfeln und Birnen. Am Obstbaum schneidet man sie einfach aus und vernichtet sie.

Befall auch im Landkreis Traunstein

Einige Anrufer berichteten dem Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege in den letzten Tagen von völlig kahl gefressenen Bäumen und Sträuchern, die von einem weißen Teppich eingehüllt sind. Besonders an Bächen, Flüssen und Seeufern seien sie zu finden. „Hier sind die Raupen von Gespinstmotten am Werk“, so Breier. 

Im Schutz des selbst gesponnenen seidenen Netzes vertilgen sie Blatt um Blatt und können ganze Bäume kahl fressen. Das Gespinst kann Zweige, Äste und sogar ganze Stämme überziehen

Die Gespinstmotte hat sich im Landkreis Traunstein ausgebreitet. 

Sobald die Raupen ihre endgültige Größe erreicht haben, verpuppen sie sich in weißen Kokons unter dem Netz und schlüpfen im Juli und August als fertige Motten, die nach der Eiablage sterben. Im Herbst erscheinen die jungen Raupen, überwintern unter Rindenschuppen und setzen im kommenden Frühjahr ihren Fraß fort. 

Keine Gefahr für die Bäume

Für die Bäume und Sträucher ist der derzeitige Befall nicht gefährlich, sie treiben in den nächsten Wochen neu aus. Besonders befallen werden Traubenkirschen, Pfaffenhütchen und manche Obstbäume. Im Garten reicht es aus, die gesponnenen Nester samt Raupen möglichst früh auszuschneiden. 

Meisen verfüttern die Raupen gerne an ihre Jungen. Für weitere Fragen steht der Kreisfachberater Markus Breier gerne zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385.

Kein Befall in Altötting

Wie eine Sprecherin des Landratsamtes Altötting auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, g ibt es bislang keinen Befall von Gespinstmotten im Landkreis Altötting. Im Landkreis Mühldorf müsse die Lage noch überprüft werden.  

Gefährdung für Menschen?

Für Menschen sind die Raupen der Gespinstmotte im Gegensatz zum Eichen-Prozessionsspinner nicht gefährlich, sondern vollkommen harmlos. Die Tiere befallen ausnahmslos Bäume und Sträucher.

jg/Pressemeldung Landratsamt Traunstein/Landratsamt Berchtesgadener Land

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