Hitzewelle und Waldbrandgefahr: Wehren im Kreis Traunstein bisher von Einsätzen verschont

Kreisbrandrat Grundner: "Lauernde Gefahren müssen ernst genommen werden!"

Landkreis - Die seit Wochen anhaltende Hitzewelle und die damit einhergehende Trockenheit mit hoher Flächen- und Waldbrandgefahr der Stufen 3 und 4 (von maximal 5) hat die Feuerwehren im Landkreis Traunstein bislang glücklicherweise noch vor keine besonderen Herausforderungen gestellt.

Von Einsätzen mit Wald-, Böschungs- und Flächenbränden oder der Durchführung von Trinkwassertransporten wie in anderen von Dürre geplagten Regionen Deutschlands blieben die hiesigen Floriansjünger bisher verschont. Einzige Ausnahme ist die Bewässerung von öffentlichen Grünanlagen, mit der die Feuerwehren mancherorts die gemeindlichen oder städtischen Bauhöfe unterstützten.

„Die erfreuliche Einsatzflaute des regenarmen heißen Sommers darf nicht dazu führen, dass die im Landkreis Traunstein lauernden Gefahren ernst genommen werden müssen“, betont Kreisbrandrat Christof Grundner. Der Gefahrenindex für Wald- und Flächenbrände wird vom Deutschen Wetterdienst für Mittwoch, 8. August mit Stufe 4 / hohe Gefahr für den Bereich der Meldestation Trostberg und Stufe 3 / mittlere Gefahr an der Station Chieming prognostiziert. Erst zum Ende der Woche soll sich die Lage entspannen und der Index deutlich zurückgehen - wenn die erwarteten Regenfälle eintreffen.

Die hohe Waldbrandgefahr veranlasst Landwirte – häufig aktive Feuerwehr-Dienstleistende – ihre Güllefässer vorsorglich mit Wasser zu füllen. Damit seien sie für den Ernstfall vorbereitet und können größere Wassermengen schnell hinbringen, wo sie gebraucht werden – eine Eigeninitiative, die Grundner ausdrücklich lobte. Der Kreisfeuerwehrchef bittet die Bürger um aktive Mitarbeit beim vorbeugenden Brandschutz. „Wenn wenige Verhaltensregeln beachtet werden, sind Brände in Wald und Flur weitgehend ausgeschlossen.“ Schon ein einzelner Funke, eine weggeworfene Zigarettenkippe oder eine, die Sonnenstrahlen bündelnde Glasscherbe können Gras, Nadelstreu und auf trockenen Waldböden liegende Zweige und Reisig entzünden, mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur. Grundner weist darauf hin, dass das Rauchen im Wald von Anfang März bis Ende Oktober generell verboten ist. Auch darf in Wäldern und auch an Waldrändern kein offenes Feuer entfacht werden. Selbst wenn direkt am Lagerfeuerplatz Vorkehrungen getroffen und Löschmittel bereitgehalten werden, ist der mögliche Funkenflug unkontrollierbar und Hunderte Meter weiter kann ein Brand entstehen.

Stark erhöht ist die Brandgefahr auch an Bahndämmen, weil die Sonneneinstrahlung dort sehr intensiv ist. Die Brennwirkung einer weggeworfenen Flasche oder eines Glassplitters reicht aus, um dürres Bodengras zu entzünden. Deshalb bittet der Kreisfeuerwehrverband Glas oder Glasscherben nach einem Picknick wieder mitzunehmen. Die ausgehende Gefahr eines Brennglaseffekts wird von Fachleuten zwar immer wieder diskutiert, doch auf Nummer Sicher zu gehen ist es besser jeglichen Müll einzusammeln und nichts zurückzulassen.

Auch beim Grillen gilt es in diesen Tagen erhöhte Vorsicht walten zu lassen. In der freien Natur verhalten sich die Gefahren ähnlich wie beim offenen Lagerfeuer. Besser ist es, Grillabende auf Terrassen oder zumindest auf befestigten Untergründen abzuhalten und sich von Bäumen, Sträuchern und Hecken fern zu halten. Die Feuerwehren bitten auch dringend, die Grillkohle und Grillschalen entweder abzulöschen oder komplett auskühlen zu lassen bevor man diese in den Mülltonnen entsorgt. Oftmals wird hier leichtsinnig agiert. Kleinste Glutreste in eine Mülltonne gekippt, reichen aus, um diese in Brand zu setzen. Wenn der Abfallbehälter dann noch in einer Garage oder Hütte steht, endet das Ganze in einem Gebäudebrand.

Kreisbrandrat Grundner und der Kreisfeuerwehrverband Traunstein wollen mit den genannten Tipps und Ratschlägen keinesfalls Sommerfreuden trüben – doch Aufklärung betreiben. Der ein oder andere Einsatz kann so gänzlich verhindert werden. Sollte es dennoch zu einem Feuer kommen fordert der Kreisfeuerwehrchef dazu auf, die Feuerwehr sofort und umgehend über Notruf 112 zu alarmieren. Je eher ein Brand entdeckt und gemeldet wird, desto größter sind die Erfolgsaussichten das Feuer schnell zu löschen und den Schaden zu begrenzen. Wichtig ist eine möglichst genaue Ortsangabe. Dabei können in Waldgebieten die mit Schildern ausgewiesenen Rettungstreffpunkte hilfreich sein. Oder die Feuerwehr wird von Augenzeugen zur Einsatzstelle gewiesen. Sofern der Brand noch im Anfangsstadium ist sollte versucht werden das Feuer zu löschen. Dabei aber keinesfalls übereifrig handeln und sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Übersee

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