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Unsere aktuelle Wochenanalyse

Intensivpatienten, Impffortschritt, Corona trotz Impfung: So ist die Lage in der Region

Die Situation auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern allgemein verschärft sich - nicht nur speziell im Südosten Oberbayerns, sondern in ganz Bayern: Wir analysieren die aktuelle Lage in den Kliniken, beim Impffortschritt, wo die Schwerpunkte im Infektionsgeschehen liegen und wie viele Geimpfte trotzdem vom Coronavirus betroffen sind.

Landkreise - Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen: Auf das „Grün“ der bayerischen Krankenhaus-Ampel können die Landkreise im Südosten Oberbayerns nicht länger Rücksicht nehmen. Am Freitag gaben Rosenheim, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Miesbach und das Berchtesgadener Land bekannt, ab Montag (1. November) härtere Regeln einzuführen. In Clubs und Diskotheken dürfen ab dann nur noch Geimpfte und Genesene hinein. Aber auch in ganz Bayern verschärft sich die Lage: 83 Corona-Intensivpatienten mehr als in der Vorwoche (jetzt 368) und die Sieben-Tage-Inzidenz bei den hospitalisierten Fällen ist ebenfalls deutlich auf 455 gestiegen.

7-Tage-Inzidenzen in Südostbayern und Krankenhaus-Ampel in Bayern (Stand: 29. Oktober 2021).

Keine freien Intensivbetten mehr in Mühldorf, dem BGL und der Stadt Rosenheim

Wie die untenstehende Grafik verdeutlicht, hat auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten in unserer Region wieder zugelegt. Das Plus geht vor allem auf Traunstein und Altötting zurück. Insgesamt 33 Intensivpatienten mit Covid-19 sind es jetzt in den heimischen Kliniken, davon allein 17 in Stadt und Landkreis Rosenheim. Und nicht nur das: Gerade mal fünf Prozent aller Intensivbetten in der Region sind momentan überhaupt noch frei, neun von 176, auch wenn sie mehrheitlich nicht von Corona-Patienten gebraucht werden. Ausnahmslos voll belegt waren die Intensivbetten am Freitag (29. Oktober) in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf, sowie in der Stadt Rosenheim.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf in der Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate.

Beim Impfen sind die Fortschritte weiterhin klein. Im Schnitt haben unsere Landkreise im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von rund 0,4 Prozent gemacht. Beim Blick auf den Landkreis Altötting zeigt sich beispielsweise, dass die Zahl der wöchentlich verimpften Dosen im September noch im Steigen begriffen war und nun wieder sinkt. Trotzdem ist man dort der „Impfspitzenreiter“ der Region, mit 63,8 Prozent zweitgeimpfter Bevölkerung. Schlusslichter bleiben Traunstein und das Berchtesgadener Land mit 54,8 bzw. 54,7 Prozent.

Zwei Drittel aller Deutschen geimpft - im BGL nur 54,7 Prozent

Zum Vergleich: In Bayern sind es momentan 64,5 Prozent vollständig Geimpfte, in Deutschland genau zwei Drittel. „Gründe für die Zurückhaltung beim Impfen sind, dass vielfach die Risiken einer Impfung deutlich überschätzt und die Gefährlichkeit der Corona-Erkrankung unterschätzt wird. Auch die Möglichkeit der Immunabwehr und Resilienz bei gesunden, trainierten Menschen gegenüber einem potenziell tödlichen Virus wird falsch eingeschätzt“, so Rosenheims Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl.

Impffortschritt bei den Zweitimpfungen in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Mühldorf, Altötting, Stadt und Landkreis Rosenheim, Bayern und Deutschland.

Mehr als die Hälfte der Neuinfizierten im Kreis Mühldorf vollständig geimpft

Je mehr Menschen sich impfen lassen, umso höher wird folglich auch der Anteil der Geimpften bei jenen, die sich trotzdem mit dem Coronavirus infizieren. Beispiel Mühldorf: Ganze 50,9 Prozent der Neuinfizierten der vergangenen Woche waren vollständig geimpft. Betrachtet man einen längeren Zeitraum, ist der Anteil niedriger. Seit 1. Oktober machen die Geimpften im Landkreis Rosenheim 19 Prozent der Neuinfizierten aus. Und das Verhältnis in den Kliniken? Fast die Hälfte der Corona-Patienten aus dem Landkreis Traunstein, 15 von 33, haben eigentlich einen Impfschutz. Im Berchtesgadener Land ist es ein Viertel. Aber bei den schweren Krankheitsverläufen, auf den Intensivstationen, hat man es fast ausschließlich mit Ungeimpften zu tun.

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis Rosenheim seit Beginn der Corona-Pandemie.

Inzidenz bei 15- bis 17-Jährigen in Stadt Rosenheim bei über 1100

Mehr und mehr verlagert sich das Infektionsgeschehen derzeit in die Bildungseinrichtungen. Im Berchtesgadener Land betreffen 35 Prozent der „aktiven“ Fälle Schüler oder Kindergartenkinder - Bewohner oder Angestellte von Alten- und Pflegeheimen machen dagegen nur fünf Prozent auf. Auch aus Rosenheim wird von einer „weiteren Steigerung der täglich gemeldeten Fallzahlen in Schulen“ berichtet. Die Inzidenz bei den 15- bis 17-Jährigen in der Stadt Rosenheim beträgt satte 1102. Ansonsten gibt es laut Mühldorfer Gesundheitsamt kaum Infektionsschwerpunkt. Von „vielen kleinen Infektionsketten vor allem im familiären und privaten Umfeld“ ist dort die Rede.

Eine düstere Prognose kommt vom Rosenheimer Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl: „Es ist zu erwarten, dass das Infektionsgeschehen im Südosten Oberbayerns weiterhin ungebremst stattfindet. Es wird aber auch dazu führen, dass das Gesundheitsamt aufgrund der Flut der täglichen Meldungen die Strategie der Einzelanordnungen gegenüber Indexfällen, Kontaktpersonen aber auch gegenüber Einrichtungen, wie z.B. Schulen und Kitas, Krankenhäusern, Heimen und Betrieben, nicht mehr leisten kann.“ Und das, obwohl die Bundeswehr die Rosenheimer Behörden schon seit vielen Wochen wieder in der Kontaktnachverfolgung unterstützt.

xe

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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