Müller (AfD), Kofler (SPD), Reich (FDP)

Reich, Müller, Kofler: So reagieren heimische Direktkandidaten

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Landkreis - Die Sondierungen für eine Jamaika-Koalition sind gescheitert: Wie stehen die heimischen Direktkandidaten dazu? Wir haben die Statements von Hans-Jörg Müller (AfD), Bärbel Kofler (SPD) und Alexander Reich (FDP).

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Hans-Jörg Müller (AfD) aus Ainring

AfD-Direktkandidat Hans-Jörg Müller aus Ainring.

"Frau Merkel ist als Kanzlerin damit endgültig gescheitert. Das wochenlange Rumverhandeln der Jamaika-Sondierungen war eine Wählertäuschung", so Hans-Jörg Müller nun auf Anfrage der Redaktion. Überhaupt sei das "System Merkel" grundsätzlich gescheitert, das auf "reinen Machterhalt unter der Ausschaltung von Überzeugungen beruht". 

Wie Alexander Reich für die FDP und Bärbel Kofler für die SPD würde sich auch Müller - der über die Parteiliste in den Bundestag eingezogen ist - bei einer Neuwahl wieder als Direktkandidat für seine Partei anbieten. 

Bärbel Kofler (SPD) aus Traunstein

"Ich bin erschüttert, dass demokratische Parteien nicht in der Lage sind, eine vernünftige Regierungskoalition einzugehen. Insbesondere die jetzt klar erkennbaren Interessen und egoistischen Machtspielchen seitens der FDP und der CSU entsprechen nicht meinem Verständnis von Politik, Glaubwürdigkeit und guter Regierungsführung", so das erste Fazit der SPD-Bundestagsabgeordneten Bärbel Kofler.

SPD-Direktkandidatin und Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler.

In Koflers Augen kommt nun außer Neuwahlen nur eine Minderheitsregierung in Frage: "Die SPD hat mit der Bundestagswahl im September keinen Regierungsauftrag der Bürgerinnen und Bürger erhalten", unterstreicht auch sie das Fernbleiben der Sozialdemokraten von den Regierungsbänken. "Die vielen Bürgergespräche, die ich vor und nach der Wahl geführt habe, zeigen mir aber, dass es durchaus Potential gibt, Menschen für sozialdemokratische Politik zu begeistern", so Kofler.

Würde sie wieder als Direktkandidatin für die SPD antreten, falls es zu Neuwahlen kommt? "Selbstverständlich - um mich für eine sozial gerechte und glaubwürdige Politik international, in Deutschland und in unserer Region einzusetzen."

Alexander Reich (FDP) aus Bad Reichenhall

"Der Abbruch der Verhandlungen zeigt, dass die FDP die einzige Partei ist, die nicht bereit dazu ist, sich zu verkaufen und hat als einzige Partei Rückgrat bewiesen", zieht Alexander Reich sein Fazit gegenüber BGLand24.de. Der Reichenhaller war Direktkandidat für die FDP im Wahlkreis Traunstein.

"Neuwahlen unvermeidlich"

Wie geht es weiter? Für Reich eine klare Angelegenheit: "Ich sehe Neuwahlen als unvermeidlich." Eine Minderheitsregierung könne Deutschland nicht stabil und effizient regieren. Gegenüber BGLand24.de sagt Alexander Reich bereits zu, dass er bei Neuwahlen wieder als Direktkandidat für die FDP antreten würde

Der Bad Reichenhaller Alexander Reich trat für die FDP als Direktkandidat an.

"Wir haben aber auch von Beginn an klar gemacht, dass sich Trendwenden in der Politik abzeichnen müssen, ein Anknüpfen an die Politik der Großen Koalition ist und war für uns nicht akzeptabel", begründet der Bad Reichenhaller den Schritt seiner Partei. Ein Gelingen der Jamaika-Verhandlungen habe er sich ohnehin "nur schwer vorstellen" können - trotzdem sei man offen in die Gespräche gegangen. 

"Eine stabile Regierung zu bilden war so nicht möglich"

Angela Merkel habe in den Streitfragen bei den Koalitionsverhandlungen keine Kompromisse herbeigeführt, sondern die Probleme nur entscheidungslos vertagt: "Die Verhandlungen waren weder strukturiert, noch organisiert. Eine stabile Regierung zu bilden, die tatsächlich vier Jahre hält und noch dazu unser Land voran bringt, war unter diesen Umständen nicht möglich", so Alexander Reich. 

Wir haben auch die Wahlkreis-Direktkandidaten der anderen Bundestagsparteien um ihre Meinung gebeten. Sobald wir eine Antwort erhalten, werden wir sie hier veröffentlichen. 

xe

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