Neue Listen in Grassau, Traunstein, Traunreut und Schnaitsee

Dürfen sie zur Wahl? So viele Unterschriften haben die Kandidaten schon

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Bis zum 3. Februar kann man für sie im jeweiligen Rathaus noch unterschreiben. Von links nach rechts: Bürgermeisterkandidat Franz Pletschacher und seine Gemeinderatsliste der Bayernpartei in Grassau, Georg Osenstätters "Initiative Traunstein", die "Umweltinitiative" um Maria Dirnaichner in Schnaitsee, Michael Mollners "Liberale Initiative Zukunft" in Traunreut und auf Kreisebene und Markus Schupfner, der als Bürgermeisterkandidat für die Bayernpartei in Traunreut antritt und auch für die Stadtratsliste Unterschriften braucht. 

Grassau/Traunstein/Traunreut/Schnaitsee - Bestimmte Kandidaten und Parteien dürfen nicht ohne Weiteres bei den Kommunalwahlen antreten - sie müssen erst Unterstützungsunterschriften sammeln. Wie weit sind sie schon?

Viel Zeit bleibt nicht mehr: Noch bis zum 3. Februar können die Kandidaten ihre Unterstützungsunterschriften zusammenbekommen. Im Landkreis Traunstein betrifft es zum Beispiel die Bayernpartei in Grassau und Traunreut, sowie die neuen Listen namens Initiative Traunstein in der Großen Kreisstadt, die Umweltinitiative in Schnaitsee, die "Liberale Initiative Zukunft" in Traunreut und auf Kreisebene sowie die Junge Liste Traunstein ebenfalls auf Kreisebene.


Bis 3. Februar im Rathaus unterschreiben

Die Hürde müssen nur Parteien überwinden, die nicht schon im Bundestag, im Landtag oder in ihrem jeweiligen Kreistag oder Gemeinderat vertreten sind. Die Anzahl der benötigten Unterschriften hängt von der Einwohneranzahl der Kommune ab: Konkret werden es in Traunstein und Traunreut 190 sein, in Grassau 120 und in Schnaitsee 80. 

Komplizierter wird das ganze dadurch, dass die Kandidaten die Unterschriften nicht selbst sammeln dürfen, sondern die Bürger müssen von sich aus ins Rathaus gehen und dort unterschreiben. Frist ist der 3. Februar, 12 Uhr.


Bayernpartei in Grassau etwa bei einem Drittel

Etwa ein Drittel der Unterschriften hat die Grassauer Bayernpartei schon - sowohl für die Gemeinderatsliste, als auch für die Bürgermeisterkandidatur von Franz Pletschacher müssen jeweils 120 Grassauer unterschreiben. Die Zahl stammt vom vergangenen Freitag, öfter wird die Bayernpartei von der Gemeinde laut Pletschacher nicht informiert.

"Wir hoffen, dass wir die Zahl jetzt noch nach oben schrauben können, sind aber schon zuversichtlich", so Pletschacher im Gespräch mit chiemgau24.de. Es sei jedenfalls nicht leicht, die Unterschriften zu bekommen: "Man muss die Leute immer wieder dran erinnern und persönlich ansprechen", so der Grassauer Bayernpartei-Bürgermeisterkandidat.

Bei der Initiative Traunstein "schaut's gut aus"

In Traunstein will die neue Liste "Initiative Traunstein" erstmals in den Stadtrat. "Wir haben uns noch vor Weihnachten an fünf Vormittagen direkt vors Rathaus gestellt und mit den Leuten gesprochen", so der 1. Vorsitzende Georg Osenstätter. So konnte man die Menschen dann direkt ins Rathaus zum Unterschreiben "lotsen". 

Wie viele Unterschriften hat die "Initiative" schon gesammelt? "Es schaut gut aus, wir sind zufrieden", so Osenstätter. Eine genaue Zahl will er nicht nennen, auch weil die Unterschriften erst nach dem 3. Februar auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden. Es dürfen nur Wahlberechtigte aus der Kommune unterschreiben, aber nicht wenn sie selbst auf der Kandidatenliste stehen.

Bayernpartei in Traunreut hat über die Hälfte

In Traunreut buhlen zwei Gruppierungen um Unterstüztungsunterschriften: Die Bayernpartei braucht für ihre Stadtratsliste 190 Unterschriften und 190 weitere für die Kandidatur ihres Bürgermeisterkandidaten Markus Schupfner. Außerdem gründete sich im Dezember die neue "Liberale Initiative Zukunft" um Michael Mollner. Sie stellt keinen Bürgermeisterkandidaten, will aber an den Stadtrats- und auch bei den Kreistagswahlen teilnehmen. 

"Wenn wir selber sammeln könnten, hätten wir die Unterschriften ruck-zuck beieinander, aber dass die Leute ins Rathaus gehen ist einfach eine Hürde", so Markus Schupfner. Für seine Kandidatur und die Bayernpartei-Liste habe man nun "gut die Hälfte" der Unterschriften. Es sei klar gewesen, dass es nicht einfach werde, "aber wir sind fest davon überzeugt, dass wir es schaffen", so Schupfner. Vor dem Traunreuter Rathaus wolle die Bayernpartei in den nächsten Wochen auch Info-Stände aufbauen.

"Liberale Initiative Zukunft", "Umweltinitiative" und "Junge Liste"

Etwas später dran ist die "Liberale Initiative Zukunft": Sie hat am heutigen Donnerstag erst ihre Aufstellungsversammlungen für die Stadtrats- und Kreistagswahl (19 Uhr, TuS-Gaststätte). Für den Wahlantritt in Traunreut benötigt man 190 Unterschriften, auf Kreisebene 430. Ab Montag soll dann auch für die neue Gruppierung um Michael Mollner unterschrieben werden können. "Wir haben das vorher im Freundes- und Bekanntenkreis schon ausgelotet, da ist mir nicht bange", so Mollner gegenüber dem Traunreuter Anzeiger. 

Ebenfalls 430 Unterschriften für einen Antritt zur Kreistagswahl braucht die Junge Liste. Sie tritt heuer erstmals zu einer Wahl an. Die Junge Liste gründete sich 2018 aus den Reihen der "Jungen Union" und nominierte auch Siegfried Walch zu ihrem Landratskandidaten. "Es schaut gut aus, dass es was wird", zeigte sich Konrad Baur zuversichtlich, dass auch die Junge Liste ihr Unterschriftenziel erreicht und bei den Wahlen antreten darf.

Eine neue Gruppierung will heuer auch in Schnaitsee antreten - die Umweltinitiative rund um Maria Dirnaichner, die auch beim Bund Naturschutz aktiv ist. 80 Unterschriften braucht die Umweltinitiative, um bei der Gemeinderatswahl antreten zu dürfen. Laut Trostberger Tagblatt hatte man - Stand Montag - 23 Unterschriften beisammen.

xe

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