Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidat im Landkreis Traunstein

18 Fragen an Andreas Danzer (Freie Wähler/Unabhängige Wähler)

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Andreas Danzer, Landratskandidat für den Landkreis Traunstein, von Freien Wählern und Unabhängigen Wählern.

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Landkreis Traunstein wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Andreas Danzer (Freie Wähler/Unabhängige Wähler)

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Die Antworten auf unsren Fragebogen:

1. Name

Danzer Andreas


2. Partei

Freie Wähler/Unabhängige Wähler (FW/UW Liste 7)

3. Alter

47

4. Wohnort

Grabenstätt seit Geburt

5. Geburtsort

Traunstein

6. Familienstand

verheiratet seit 21 Jahre

7. Kinder

2 erwachsene Kinder

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • 2006 habe ich mit 5 weiteren Kollegen die Freien Wähler Grabenstätt wiedergegründet und die Liste aufleben lassen. Als Posten begleitete ich den stellv. Ortsvorsitz 
  • 2008 habe ich in Grabenstätt als Bürgermeister kandidiert und auf Anhieb gegen den amtierenden Bürgermeister 43% erreichen können 
  • 2008 im Mai wurde ich als Kreiskassier gewählt und in die Vorstandschaft aufgenommen. 
  • 2008 im Herbst hat mich die FW/UW Fraktion für den Landtag nominiert um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Mit der Erststimme reichte es für den Landtag, allerdings fiel ich nach Auszählung der Zweitstimme wieder weiter zurück. 
  • 2008 Wahl in den Bezirksvorstand der Freien Wähler Oberbayern als Schatzmeister. Damals wurde ich, MDL Eva Gottstein, MDL und Fraktionsvorsitzender Florian Streibl, Landrat Anton Speer und MDL Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo gewählt. 
  • 2010 Wahl zum Kreisvorsitzenden der FW/UW im Kreis Traunstein 
  • 2014 Landratskandidatur und anschl. Wahl zum stellv. Landrat durch den Kreistag
  • 2018 Wahl zum Ortsvorsitzenden der Freien Wähler Grabenstätt 2020 Landratskandidat der FW/UW im Kreis Traunstein

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Politiker gibt es viele gute. Ein Vorbild habe ich jedoch nicht.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Mich verbindet, dass ich in der Region geboren und aufgewachsen bin. Man kennt die Kultur, die Menschen und die vielfältigen Möglichkeiten, die unser Landkreis zu bieten hat. Sei es arbeitstechnisch aber auch im Hinblick auf die Freizeitgestaltung.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Da wir eine kommunale Selbstverwaltung wählen und kein Parlament, wünschen sich die Bürger Parteifreiheit und Neutralität. Nach meiner Meinung, sollte es in der kommunalen Selbstverwaltung überhaupt keine Parteien in den Gemeinden und im Landkreis geben. Dies kann ich vollumfänglich bieten. Aber auch durch meine bisherige Arbeit als stellvertretender Landrat habe ich gemerkt, dass mich die Herausforderungen so stark reizen, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, dies auch in vollem Umfang zu machen. Was mir persönlich dabei hilft ist die Neugierde, Prozesse und Abläufe zu verstehen, die Menschen ernst zu nehmen und gemeinsam nach gangbaren Wegen zu suchen. Dies wird durch meinen starken Willen angetrieben, unsere Region voran zu bringen.

1 2. a) Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Mit der FW/UW Fraktion konnten alle Themen erfolgreich umgesetzt werden.

12. b) Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? 

Wir wollen den erfolgreich bestrittenen Weg weiter gehen und den Landkreis weiter zu entwickeln. Zu den vielen laufenden Themen sind vor allem 4 Themenfelder in den nächsten 6 Jahren prägend. Die Energieversorgung, der ÖPNV, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, sowie Kurzzeit- und Tagespflegeplätze.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung in der Region, aber auch weltweit ist der Klimawandel. Hier müssen die Weichen für unsere, besonders aber für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder gestellt werden. Als einen ersten Schritt müssen in der Region die bestehenden Ressourcen noch besser genutzt werden. Sei es dadurch, dass in der Lebensmittelindustrie auf Regionalität gesetzt wird und somit keine unnötigen Ressourcen für den Transport vergeudet werden und als Nebeneffekt auch die Landwirtschaft in der Region gestärkt wird. 

Unsere Potenziale im Landkreis müssen ökologisch und ökonomisch sinnvoll durch Maßnahmen umgesetzt werden. Hierfür müssen die Handlungsfelder der Energieerzeugung, der Energieverteilung, der Einsparung und der Effizienzsteigerung, sowie der Energiespeicherung erarbeitet und umgesetzt werden. Eine sinnvolle Nutzung von Wasserkraft und den stetigen Ausbau von erneuerbaren Energien, die zudem eine gewisse Unabhängigkeit von großen Energieanbietern bieten, muss genutzt werden. Handlungsfelder für eine positive Gesamtenergiebilanz müssen sein: Solar, Wind, die Kraft- Wärmekopplung, die Biomasse und vor allem die Wasserkraft, die 24 Stunden täglich verfügbar ist. Hier muss in zukunftsweisende Projekte investiert werden, damit ein Mix von verschiedenen Technologien zu einer ausgewogenen und umweltfreundlichen Energieversorgung in der Region führt.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Die ÖPNV, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, sowie Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. 

Der ÖPNV spielt in unserem Flächenlandkreis eine bedeutende Rolle. Hier muss ein Nahverkehrsplan erstellt werden. Es sollen Schwachstellen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln herausgefunden und „bestmögliche“ Lösungen entwickelt werden. Diese Pläne müssen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger und Kommunen besser eingearbeitet werden, nachdem die Bevölkerung immer älter wird. Die Attraktivität und Akzeptanz muss auch für Schüler, Studenten und Auszubildende geschaffen werden. 

Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum müssen neue Konzepte in Betracht gezogen werden und jedes Vorhaben im Detail auf die Rahmenbedingungen der Kommunen angepasst werden. Hier gilt ganz klar, dass man verschiedene Wohnformen mischen muss, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Um erschwinglichen Wohnraum zu gewährleisten, wird man über verdichtetes Bauen, mehrstöckiges Bauen oder die Nutzungsänderungen von bereits bestehenden Gebäuden nachdenken müssen. Neue Konzepte des Wohnens dürfen nicht aus der Hüfte heraus geschossen angegangen werden, sondern wie bei allen zukunftsweisenden Projekten muss die meiste Denkleistung in die Planung gesteckt werden.

Für viele Personen ist das Thema Pflege erst dann wichtig, wenn im engeren Familienkreis ein Ereignis eintritt. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben uns gezeigt, dass sich viele Pflegende bei dieser großen Aufgabe im wahrsten Sinne des Wortes „überheben“. Hier braucht es Unterstützungssysteme, die Angehörige dabei unterstützen, auch im Pflegefall die Teilhabe der Betroffenen an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Sei es durch Kurzzeitpflegeeinrichtungen, die zentral Koordiniert werden oder die Tagespflege, die zur Entlastung von pflegenden Angehörigen in Anspruch genommen werden kann. Wir in unserer Wohlstandsgesellschaft müssen es schaffen, dass das Leben mit Einschränkung trotzdem lebenswert bleibt.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Grundsätzlich zeigt uns die Entwicklung der Einwohnerzahl, dass unsere Region noch nie so attraktiv wie heute, Tendenz steigend. Natürlich birgt diese Entwicklung auch das Risiko, dass sich hier nur noch Bürger ansiedeln können, die das nötige Kapital mitbringen. Problematisch wird es dann, wenn einheimische Familien, die beispielsweise ihren Lebensunterhalt durch ein mittleres Einkommen bestreiten müssen, keine Chance auf bezahlbaren Wohnraum in ihrem Heimatlandkreis mehr haben. Hier sind die Kommunen gefragt, die nach sozialen Kriterien Bauland ausweisen oder bezahlbaren Wohnraum schaffen müssen. Es darf nicht passieren, dass wir in unserem Landkreis „Wochenenddörfer“ der Oberschicht produzieren, die während der Woche verwaist sind und nur noch als Kulisse für Heimatfilme dienen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Die weltweite Bewegung gegen den Klimawandel zeigt uns tagtäglich, dass wir hier die größte Herausforderung der Menschheit vor uns haben. Wir können gerade hier nicht auf Lösungen hoffen, die stellvertretend andere Länder oder Organisationen für uns umsetzen. Bei diesem Thema wird jeder einzelne von uns einen Beitrag leisten müssen. Der Klimawandel wird unser bisheriges Leben verändern und Lösungen müssen nicht nur global gedacht, sondern auch lokal angegangen werden.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

In erster Linie geht es hier um ein großes Kommunikationsproblem. Es wäre fatal, wenn die Diskussion in der Landwirtschaft zu oberflächlich geführt würde und es zu einer Schwarz-Weiß-Malerei kommt, die zusätzlich die Fronten zwischen den Meinungsgruppen verhärtet. Die Abläufe und die Auswirkungen sind meiner Ansicht nach sehr komplex und können nur schwer von Laien nachvollzogen werden. Hier gibt es nur eine sinnvolle Möglichkeit. Wir müssen alle Beteiligte an einen Tisch bringen und in einem gut moderierten Prozess die verschiedenen Interessen zu einem Konsens vereinen. Hierzu schlage ich einen runden Tisch vor, in dem die Interessenslagen vorgestellt werden, um anschließend nach pragmatischen Lösungen zu suchen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Mit dieser Wahl kann jeder einzelne seine Bürgerrechte in Anspruch nehmen, um sich das Passende von den Parteien und den Kandidaten zu wählen. Mein Anliegen an die Wähler ist, nutzen sie diese Chance, gehen sie zur Wahl. Bestimmen sie mit ihrer Stimme die Personen, die ihrer Meinung nach am besten ihre politischen Ansichten vertreten. Falls ich das wäre, ehrt mich das sehr!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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