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Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidatin im Landkreis Traunstein

18 Fragen an Dr. Ute Künkele (ÖDP)

Die Traunsteiner Landratskandidatin der ÖDP: Dr. Ute Künkele.
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Die Traunsteiner Landratskandidatin der ÖDP: Dr. Ute Künkele.

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Landkreis Traunstein wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Dr. Ute Künkele (ÖDP).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Dr. Ute Künkele


2. Partei

ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)

3. Alter

65

4. Wohnort

Petting (seit 1985), vorher Salzburg (Studium) und Traunstein (Schule)

5. Geburtsort

München

6. Familienstand

verwitwet

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Seit 2014 Kreisrätin in Traunstein, vorher langjähriges Engagement beim Bund Naturschutz, beim Landesbund für Vogelschutz und in der ÖDP

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Theodor Heuss. Der liberale Politiker, von 1949 bis 1959 erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, war ein Cousin meines Großvaters Prof. Dr. Theodor Künkele.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Wir leben ich einer wunderschönen Region mit Flüssen, Seen, Bergen, Mooren und Ausflugsmöglichkeiten, um die uns viele Gäste beneiden. Aber überall fressen sich neue Gewerbeflächen in die Landschaft, die Zersiedlung nimmt zu, unsere schönen Dörfer verlieren ihren individuellen Charakter, die Wirtshauskultur verödet und die Artenvielfalt geht zurück. Hier gegenzusteuern, ist eine entscheidende Zukunftsaufgabe – gerade weil es (noch) so schön ist bei uns.

11. Warum sind Sie genau die Richtige?

Ich bin engagiert, diplomatisch, interessiert an neuen Ideen (auch von anderen), kann gut zuhören. In meiner Kandidatur als Landrätin sehe ich eine Chance, dass die Ökologisch- Demokratische Partei (ÖDP), die vor allem durch ihre erfolgreichen Volksbegehren (Nichtraucherschutz, „Rettet die Bienen“) bekannt ist, endlich jene Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? 

Ich würde mich einsetzen für:

  • ein Jugendparlament mit demokratischer Zusammensetzung und festen Befugnissen. Eine Gleichstellung mit den Trägern öffentlicher Belange wäre wünschenswert. 
  • die Nutzung vorhandener Bausubstanz zur Eindämmung des Flächenverbrauchs und für eine kompakte Bauweise, vorwiegend mit Verwendung von Holz. 
  • die Förderung der Wirtschaft durch die Ansiedlung klimaneutraler Gewerbebetriebe und Investitionen in kommunale Einrichtungen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Ich möchte den ÖPNV attraktiver machen, damit er auch auf dem Land als Alternative zum (Zweit)Auto akzeptiert wird. Für Schüler*innen und Student*innen jeden Alters sollte er kostenlos sein. Ich plädiere für einen Ausbau des Radwegenetzes und die Förderung eines umweltverträglichen Tourismus z. B. durch die Einrichtung eines „Wanderbusses“.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Erreichen möchte ich … … eine Stärkung der „kleinstrukturierten“ bäuerlichen Landwirtschaft durch eine gut organisierte Vermarktung der Produkte vor Ort. Das heißt eine Versorgung mit regionalen Erzeugnissen in Kindergärten und Schulen sowie von Patienten und Personal in Kliniken und Altersheimen. Der Anteil der Produkte aus biologischem Anbau muss kontinuierlich gesteigert werden. … eine Reduktion des Mülls durch Verbot von Einmalgeschirr nicht nur bei Veranstaltungen sowie eine Reduzierung und Vermeidung von Plastik im privaten und öffentlichen Bereich. Dazu gehören auch die Planung und der Bau einer Kompostieranlage für Biomüll und einer Biogasanlage gemeinsam mit dem Landkreis Berchtesgadener Land. … dass die öffentliche Hand – sprich: der Landkreis – künftig keine „Betonbunker“ wie die neue Realschule in Trostberg mehr plant und baut. Das steht im krassen Widerspruch zu den wiederholten „ökologischen Bekenntnissen“ des gegenwärtigen Landrats. Intelligentes, modernes Bauen sieht anders aus, spart Energie und nutzt umweltfreundlichere Baustoffe.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich würde Generationen übergreifende, genossenschaftlich organisierte Wohnprojekte massiv fördern, wobei Energiesparmaßnahmen nach KfW-Effizienz 40 oder Passivhausstandard eingehalten werden. Ich plädiere für Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und für Wärmekataster in jeder Gemeinde. 

Vor Ort sollten die Leerstände registriert, vorhandene Bausubstanz auch in Bauernhöfen genutzt und nur noch Flächen für den Eigenbedarf der Gemeinde ausgewiesen werden. Bei eingeschossigen Wohnbauten sollte man die Aufstockung erleichtern. Gewerbliche Neubauvorhaben „auf der grünen Wiese“, die dem ländlichen Charakter unserer Dörfer schaden, sind zu vermeiden.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Konkrete Maßnahmen sind der rechtzeitige Aufbau eines Netzes von Ladestationen für E- Autos, damit Anreize für deren Kauf entstehen. Schallschutzwände entlang der Straßen sollten mit Photovoltaikanlagen bestückt werden. Ein klares ja zu Solaranlagen und Windrädern! Geothermie ja - aber mit entsprechender Nutzung der Wärmeenergie und ohne Beeinträchtigung der Trinkwasserreserven. Daher sehe ich das Projekt in Tengling-Haus eher skeptisch. Ein Wärmekataster für jede Gemeinde mit Verbesserungskonzepten, ein Energieverbund von Strom und Wärme ist notwendig. Für die Friday-for-future-Demos habe ich volles Verständnis. Angesichts der sich verschlechternder Klimadaten müssen wir das Engagement der Jugend ernst nehmen, in konstruktive Bahnen lenken, das heißt ins aktuelle politische Denken und Handeln einbinden.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Der „kleinstrukturierten“ bäuerlichen Landwirtschaft, die für unser Landschaftsbild ebenso wichtig ist wie für den Artenschutz, wird durch eine verfehlte Subventionspolitik und die Agrar-Lobbyisten der Industrie seit Jahren ein ruinöser Verdrängungswettbewerb aufgezwungen. Die Alternative – höhere Qualität durch Bio-Produkte, dadurch auch höhere Wertschätzung und höhere Lebensmittelpreise – kann sich nur durchsetzen, wenn auch die Interessenverbände der Landwirte endlich umdenken und/oder von ihren Mitgliedern die rote Karte gezeigt bekommen. Geschieht dies nicht, verschwinden die Familienbetriebe spätestens in der nächsten Generation von der Landkarte und in unserem Landkreis.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Wir brauchen endlich eine nachhaltige Entwicklung und qualitatives statt quantitatives Wachstum. Unbegrenztes Wachstum in einer Welt der begrenzten Ressourcen führt logischerweise in die Katastrophe.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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