"Aktionswoche der Menschen mit Behinderung"

Diskussionsrunde: Inklusion beginnt im Kopf

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Vorbehalte ausräumen und Wege aufzeigen gelang bei der Veranstaltung in der Agentur für Arbeit v.l.n.r.: Susanne Stöberl, Teamleiterin Arbeitgeberservice Altötting/Mühldorf, Anita Silbermann, IFD, Helmut Heinz, Kliniken Südostbayern, Christian Roppert, Teamleiter Rehabilitanden und Schwerbehinderte, Heike Spruck-Gruber, Teamleiterin Arbeitgeberservice Traunstein/Berchtesgadener Land

Landkreis - Anlässlich der "Aktionswoche der Menschen mit Behinderung" organisierte die Agentur für Arbeit eine Diskussionsrunde mit Arbeitgebern, dem Integrationsfachdienst und Schwerbehindertenbeauftragten.

Arbeitgeber verschiedenster Branchen saßen am Tisch um sich über arbeitsrechtliche Grundlagen, Beratungsleistungen und finanzielle Unterstützung zu informieren. Ronald Gössl, Geschäftsführer in Traunstein ermunterte die Teilnehmer gleich zu Beginn "Über sechzig Prozent unserer schwerbehinderten Kunden haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, da ist qualifiziertes Personal aus vielen Berufen". Angesichts der Diskussion um den Fachkräftebedarf scheint es deshalb umso unverständlicher, dass sich die Zahl der Menschen mit Schwerbehinderung seit Jahren auf demselben Niveau bewege.

Inklusion beginnt im Kopf

Anita Silbermann vom Integrationsfachdienst Oberbayern Südost (IFD) beschrieb das nun verpflichtende Betriebliche Eingliederungsmanagement, das bei einer Erkrankung von über 6 Wochen vom Arbeitgeber angeboten werden muss. Bei Eintritt einer Schwerbehinderung sind wichtige Hinweise zu beachten, um Nachteile für beide Seiten zu vermeiden. "Der Grad der Behinderung ist relativ", so Silbermann, entscheidend sei die Art der Einschränkung und dabei wiederum ob es eine Einschränkung bei der Berufsausübung gibt oder nicht. "Die technischen Hilfsmittel werden immer besser", so Silbermann.

"Jede Behinderung ist anders"

Welche Hilfsmittel und Zuschüsse zu bekommen sind, stellte Christian Roppert, Teamleiter Rehabilitanden und Schwerbehinderte dar. Von akustischen Wasserwaagen für Sehbehinderte bis zum Einbau von Rampen oder Aufzügen für Rollstuhlfahrer sind Hilfen möglich. Umschulungen, Weiterbildung oder Teilqualifizierungen, müssen individuell mit dem schwerbehinderten Kunden vereinbart werden. "Wichtig zu wissen, der erste Kostenträger der angeschrieben wird, sei es auch nicht der richtige, schickt innerhalb von zwei Wochen den betreffenden Antrag an den wirklich zuständigen Träger", klärt Roppert auf. Viele Anlaufstellen und Kostenträger teilen oder ergänzen sich bei den Zuständigkeiten. Um hier nicht den Überblick und in der ohnehin schwierigen Situation den Mut zu verlieren, sollte eine solide Beratung in Anspruch genommen werden, so Helmut Heinz, Schwerbehindertenvertreter der Kliniken Südostbayern. Er sprach von "gesunden Schwerbehinderten" und verband damit einen Appell an die Arbeitgeber, den Bewerber nach seiner Leistungsfähigkeit im Beruf einzuschätzen. 

In der anschließenden Diskussion mit Heike Spruck-Gruber und Susanne Stöberl Teamleiterinnen des Arbeitgeberservice waren sich alle einig "Jede Behinderung ist anders. Bei der Personalsuche ist die Qualifikation entscheidend, nicht die Zahl hinter dem GdB."

Pressemeldung Agentur für Arbeit Traunstein

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