aus dem Wahlkreis TS/BGL

Kuriose und spannende Wahl-Fakten - auch der Mini-Parteien

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Landkreis TS/BGL - Wo liegen die Hochburgen der Bundestagsparteien und wo schnitten die Kleinsten am besten ab? Wo war die Wahlbeteiligung am niedrigsten? Wer musste sich mit 16 Stimmen zufrieden geben? Wir haben alle Details aus dem Wahlkreis Traunstein zur Bundestagswahl 2017.

>>> Die Ergebnisse aller Parteien bis auf Gemeindeebene finden Sie hier<<<

> Unser Ticker vom Wahlabend mit Statements der heimischen Politiker <

Die Bundestagswahl 2017 ist gelaufen. Folgende Grafik zeigt, dass vor allem bei Union, SPD und der Linken das Ergebnis im Bund stark von dem im Wahlkreis Traunstein abweicht.

Die Hochburgen und Schwachstellen der Bundestagsparteien in der Regionen

CSU: In Ramsau wieder am stärksten

Die CSU schneidet traditionell in kleinen Gemeinden am besten ab, so auch hier im Wahlkreis: Bestes Ergebnis, wie auch schon bei vergangenen Wahlen, in Ramsau mit 57 Prozent, gefolgt von Reit im Winkl (54) und Schneizlreuth (53,1).

In den größeren und eher industriell geprägten Ortschaften hat es die Ramsauer-Partei dagegen schwer: Das schlechteste Ergebnis fuhr die CSU mit 37,6 Prozent in Freilassing ein, auch in Grassau (38,5), Laufen (39,8) oder Traunstein (39,96) blieb man unter der 40-Prozent-Marke.

SPD: Hochburgen in Industriestädten

Genau umgekehrt ist es bei der SPD: Sie holt in Trostberg ihr bestes Ergebnis mit 16 Prozent und kommt auch in Freilassing oder Traunreut mit über 14 Prozent vergleichsweise gut weg. Am Land sind die Sozialdemokraten in unserem Wahlkreis dafür umso schwächer: In Pittenhart reichte es gerade mal für 6,7 Prozent, in Anger kam die SPD auf 8 Prozent. 

AfD: Beste Ergebnisse um die 16 Prozent

Auch die AfD holt ihre besten Ergebnisse dort, wo urbane Strukturen herrschen: Freilassing ist mit 16,6 Prozent die AfD-Hochburg im Wahlkreis. Auch in Traunreut und Tacherting kommt man über 15 Prozent. In Ainring, der Heimatgemeinde von Direktkandidat Müller, holte man starke 16 Prozent. 

Schwächer schneidet die AfD vor allem dort ab, wo die CSU stark ist: In Ramsau (7,4 Prozent) und Reit im Winkl (8,5) hat die Alternative für Deutschland ihre schwächsten Ergebnisse.

Linke: Solide Ergebnisse in den Städten

Ebenso wie SPD oder AfD hat die Linke ihre besten Ergebnisse in den Städten: Allen voran Traunstein kann die Linkspartei mit 7,6 Prozent zufrieden sein, in Freilassing sind es 6,9 Prozent. In Laufen, wo die Linke vor Ort gut verankert ist und auch Direktkandidat Eberherr seinen Wohnsitz hat, schaffte man 7,3 Prozent.

In kleinen Gemeinden bekommt die Linke dagegen kaum Zuspruch: In Petting waren es 2,7 Prozent, in Schneizlreuth kommt die Partei nur knapp über 3 Prozent. 

Grüne: Stark rund um Traunstein

Die besten Ergebnisse holen die Grünen in Traunstein (12,6 Prozent) und in der direkten Umgebung zur Großen Kreisstadt. In Surberg kommt man beispielsweise auf 12,7 Prozent, auch in Bergen oder Übersee liegen die Grünen über 12 Prozent. Nicht mal die Hälfte schaffen die Grünen dagegen in Schneizlreuth (5 Prozent) oder Ainring (6,1).

Die kleinen Parteien

Platz sechs im Wahlkreis machten am Sonntag die Freien Wähler mit knapp 2,4 Prozent. Vor allem in Marktschellenberg lagen die Freien Wähler bei über 4 Prozent, gefolgt von rund 4 Prozent in Wonneberg. Platz sieben geht im Wahlkreis an die Bayernpartei mit 1,8 Prozent. Ihre Hochburg war am Sonntag Staudach-Egerndach mit 4,4 Prozent.

Weit über 1000 Stimmen erhielten auch ÖDP (1704) mit dem besten Ergebnis in Laufen, sowie die Tierschutzpartei (1210) mit guten Ergebnissen in Grassau, Kienberg und Piding. Auch "Die PARTEI" kam auf fast 0,5 Prozent im Wahlkreis Traunstein, schnitt in Taching und Trostberg vergleichsweise gut ab. 440 Wähler - bzw. knapp 0,3 Prozent - entschieden sich außerdem für die "Piraten".

345 Menschen im Wahlkreis haben sich dieses Mal für die NPD entschieden. Die rechtsextreme Partei schnitt prozentual in Kienberg am besten ab (0,7 Prozent) - auch wenn es dort nur sechs Stimmen waren. Die rechte Partei "Deutsche Mitte" kommt mit 353 Stimmen im Wahlkreis etwa auf das gleiche Ergebnis. 

Marxisten-Leninisten mit gerade mal 16 Stimmen

Drei Parteien liegen im Wahlkreis Traunstein wirklich abgeschlagen auf den letzten Plätzen: Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) wurde nur 16 Mal gewählt, davon zwei Mal in Traunstein. Die "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" (BüSo) erhielt insgesamt 22 Stimmen - drei davon in Freilassing. Und die Deutsche Kommunistische Partei schafft es gerade Mal auf 23 Stimmen, beispielsweise vier in Traunstein oder drei in Bad Reichenhall und Traunreut. 

Wahlenthaltung und ungültige Stimmen: Traunreut vorne

Wie bei vielen Wahlen war die Beteiligung gestern erneut in Traunreut am niedrigsten. 69,3 Prozent aller Wahlberechtigten gaben dort ihre Stimme ab. Auch in Freilassing waren es nur 69,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Wahlbeteiligung in den beiden Landkreisen lag bei insgesamt 77 Prozent. Traunreut verzeichnet mit 118 "weißen" Stimmzetteln auch die meisten ungültigen Zweitstimmen

xe

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