Wenn im Alter die Küche kalt bleibt

Malteser bieten Hilfe mit Mahlzeiten-Patenschaften

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Landkreis Traunstein - Wenn ältere oder behinderte Menschen mit geringem Einkommen sich keine warme Mahlzeit pro Tag leisten können, helfen die Malteser Mahlzeiten-Patenschaften.

Zu Weihnachten ein festliches Menü und ein Glas guten Wein? Das ist für ältere Menschen, die am Rande der Armutsgrenze leben, nicht möglich. Es ist eine versteckte Armut, denn wer von einer sehr kleinen Rente oder Grundsicherung lebt, möchte es sich meist nicht anmerken lassen, dass nach Abzug von Miete und Fixkosten nur wenig zum Leben bleibt.

Mahlzeiten-Patenschaften gegen Altersarmut

Die Malteser wollen hier mit warmen Mahlzeiten helfen und suchen zur Finanzierung Mahlzeiten-Paten. Gleichzeitig appelliert Dienststellenleiter Peter Volk an betroffene Senioren: "Geben Sie sich einen Ruck und melden Sie sich bei uns, wenn Sie sich die tägliche warme Mahlzeit nicht leisten können." Auch Nachbarn oder andere Kontaktpersonen können den Gedanken der Mahlzeiten-Patenschaft weitertragen und Bedürftige ermutigen, sich Hilfe zu holen. Nach dem Armutsbericht, der Anfang des Jahres vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und weiteren Verbänden herausgegeben wurde, ist die Quote der altersarmen Rentner seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. In Südostoberbayern lag sie 2014 bereits bei 12,4%. 

Aus Scham ziehen sich viele Betroffene zurück und trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten. Stattdessen sparen sie zum Beispiel bei den Ausgaben für Lebensmittel und ernähren sich in der Folge äußerst ungesund. Nicht wenige verzichten auf warme Mahlzeiten, weil sie nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu kochen. In diesem Bereich versuchen die Malteser, mit Mahlzeiten-Patenschaften Hilfe zu leisten.

Wem wird geholfen?

Grundsätzlich können diejenigen einen Antrag stellen, die über 75 Jahre alt sind oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt sind. Außerdem muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: Die Person bezieht Sozialhilfe oder nach Abzug der Miete bleiben weniger als 450 Euro monatlich zum Leben oder die Person hat einenBerechtigungsschein der Tafel oder eine Sozialcard. "Alle persönlichen Daten werden von den Maltesern vertraulich behandelt", sichert Volk zu. 

Wer selber Weihnachten ohne Sorgen genießen darf und etwas zur Finanzierung von warmen Mahlzeiten für bedürftige Senioren beisteuern möchte, kann mit jedem beliebigen Betrag Gutes tun. Auch wenn die Spender die Namen der Empfänger nicht erfahren, so können sie sicher sein, dass die Hilfe in der Region bleibt. 

Informationen für Bedürftige, Kontaktpersonen und Spender gibt es telefonisch unter der Nummer 0861-986600 oder im Internet unter www.malteser-sozialpatenschaften.de.

Presseinformation Malteser Hilfsdienst, Bezirk Ost-Oberbayern

Rubriklistenbild: © Malteser

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