Viele schlimme Unfälle auch in der Region

Zahlreiche Badetote: Der traurige Sommerrückblick der DLRG

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Landkreis - Die Sommerbilanz der Deutschen Lebensretter Gesellschaft (DLRG) fällt in Sachen Badeunfällen sehr traurig aus. Alleine in Bayern sind 80 Menschen ums Leben gekommen, darunter einige auch in der Region.

Viele von uns erinnern sich noch an einige der schlimmen und tragischen Unfälle in diesem Sommer: Nach einem Bad im Tachinger See am 14. August verstarb eine 63-jährige Frau wenig später im Traunsteiner Krankenhaus, nachdem sie während des Schwimmens das Bewusstsein verloren hatte.

Tödlicher Badeunfall am Tachinger See

Auch am benachbarten Waginger See gab es tödliche Zwischenfälle. Im Juni kenterte ein Ruderboot, woraufhin eine große Suche nach einer vermissten Person anlief. Der gesuchte 32-Jährige konnte wenig später jedoch nur noch tot geborgen werden. Rund zwei Wochen später starb ein Asylbewerber ebenfalls beim Schwimmen im Waginger See. Auch im Naturbad Ampfing hatte es einen tödlichen Unfall gegeben.

Vermisstensuche am Waginger See

Außerdem kamen ein Stand-Up-Paddler (74) im Schliersee sowie zwei Menschen bei Badeunfällen im Chiemsee bei Gstadt bzw. Chieming ums Leben. Hohe Wellen hatte auch ein Fall in Übersee geschlagen, wo ein kleiner Bub (2) über eine Stunde lang unbeaufsichtigt und weinend auf einem Schwimmtier im Bayerischen Meer getrieben war, ehe er von anderen Badegästen ans Ufer gerettet worden war. Gegen die völlig überforderte Mutter aus dem Landkreis Mühldorf wurden daraufhin Ermittlungen eingeleitet.

"Leichtsinn und zu viel Risiko"

Die Gründe für die Unfälle sind wohl vielschichtig. "Die Ursachen sind Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere Baden an unbewachten Badestellen", wird DLRG-Präsident Achim Haag in einer Pressemitteilung zitiert. Manchmal spiele auch Alkohol eine Rolle, hieß es weiter.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern insgesamt mindestens 445 Menschen ertrunken, 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren.

Laut DLRG sind etwa 80 Prozent der Badetoten Männer. Etwa die Hälfte der Ertrunkenen ist älter als 65 Jahre. Vier der Badetoten in Bayern waren jünger als 16 Jahre. Ein besonderes Risiko sieht die DLRG auch bei Flüchtlingen. Der Großteil von ihnen kann nicht schwimmen. In Bayern sind in diesem Jahr sieben Menschen mit Migrationshintergrund ertrunken.

mw (mit Material der DLRG)

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