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Volksbegehren „Rettet die Bienen“

Bezirksalmbauern fordern Aufhebung nicht praktikabler Vorschriften

Gelber Enzian blüht auf einer Wiese in der Nähe der Bichler Alm.
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Die Almbauern stehen vielfach vor existentiellen Herausforderungen.

Landkreis Traunstein - Die Bezirksalmbauern fordern die Aufhebung nicht praktikabler Vorschriften aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“, bzw. dem entsprechenden Begleitgesetz.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Bei einer Videokonferenz mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, kritisierten die Bezirksalmbauern aus dem Landkreis Traunstein vor allem das Walzverbot auf Grünflächen ab dem 15. März. Bezirksalmbauer Ludwig Bödecker aus Ruhpolding: „Wir haben mit Nachdruck bei den Beratungen zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auf solche unpraktikablen und damit unsinnigen Vorschriften hingewiesen, die einfach nicht den realen Gegebenheiten der alltäglichen Praxis entsprechen“. Franz Mühlberger, aus Reit im Winkl, wies auf die unsichere Schneesituation auf Wiesen und Weiden in den Alpengemeinden hin. „Was sollen derartige Vorgaben, wie z.B. das Walzverbot ab Mitte März, wenn Ende April - so wie das heuer der Fall war - noch 20 - 30 cm Schnee auf den Flächen liegen und wir die Flächen nicht bearbeiten können.“

Nach den Worten von Georg Hacher aus Marquartstein werde zwar die Almwirtschaft wegen der biologischen Vielfalt und Nachhaltigkeit von allen Seiten gelobt, auf der anderen Seite wird sie aber, unter anderem durch das Volksbegehren, mit Großbetrieben in einen Topf geworfen. „Wir fühlen uns vielfach allein gelassen“, so der Marquartsteiner Bezirksalmbauer. Er bezog diese Kritik neben dem Walzverbot insbesondere auch auf die Anforderungen der neuen Düngeverordnung und die Diskussion um Wölfe in den bayerischen Alpen.

Franz Mühlberger kritisierte weiterhin, dass in diesen Debatten um mehr Naturschutz und Biodiversität in der Landwirtschaft oft Akteure den Ton angeben würden, die wenig Ahnung von Almwirtschaft oder Berglandwirtschaft hätten. „Das ist schon daran zu erkennen, dass wir von dieser Seite eigentlich auf Händen getragen werden müssten, weil wir eine Form der Landwirtschaft umsetzen, die gerade in Bezug auf Biodiversität vorbildlich ist. Und sie bedenken nicht, dass die ständigen Nadelstiche und zusätzlichen Erschwernisse, gerade für die kleinen Betriebe, die oft im Nebenerwerb betrieben werden, der Grund zum Aufhören ist“.

Klaus Steiner unterstrich die landeskulturelle und agrarökologische Bedeutung der Bergbauern, betonte aber auch, dass sich die Bauern davon „nichts kaufen könnten“. Vielmehr sei eine konkrete Unterstützung der Almwirtschaft notwendig. Die Almbauern stehen vielfach vor existentiellen Herausforderungen. Aus diesem Grund vertrete er im Landtag seit Jahren mit Nachdruck die Interessen der Almbauern, die oftmals aufgrund von strukturellen Veränderungen in den Talbetrieben, auch auf den Almen reagieren und die Bewirtschaftung ändern müssten. „Um die dauerhafte Bewirtschaftung und damit das Freihalten der Almen zu sichern, war z.B. die Erhöhung des Fremdviehanteils dringend notwendig, genauso wie die Verlängerung der Auftriebszeiten oder die Verbesserungen beim Almwegebau, um die Bewirtschaftung zu erleichtern“, erklärte Steiner. 

„Ich habe im Vorfeld des Volkbegehrens die Initiatoren mehrmals eindringlich darauf hingewiesen, mit den Bergbauern zu reden und vor allem auf die Einwände der Praktiker zu hören“, betont Steiner. Leider sei das nicht erfolgt und damit die Chance vertan worden, gegenseitig Vertrauen aufzubauen und konstruktive Lösungen zu finden. Er verstehe immer noch nicht, dass die Hinweise der Almbauern einfach ignoriert wurden, wo es doch um eine Form der Landwirtschaft gehe, die jeder wolle, so der Abgeordnete. Das Walzverbot ab 15. März sei eines von vielen Beispielen, die zeigen, dass pauschale Regelungen oft realitätsfern seien. Vor allem vermisse er auch von anderen politischen Gruppierungen, die ständig mehr umweltschonende Landbewirtschaftung fordern, eine nachhaltige Unterstützung der Almbauern.

Pressemitteilung MdL Klaus Steiner (CSU)

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