Pressemitteilung BRK Kreisverband Traunstein

Deutlich weniger Einsätze für den BRK-Rettungsdienst

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Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des BRK-Rettungsdienstes mussten im ersten Halbjahr 2020 zwar weniger Einsätze absolvieren als 2019, jedoch bedeuteten die umfangreichen Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der Corona-Krise auch für sie zusätzliche Herausforderungen und Belastungen.

Landkreis Traunstein - Der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Landkreis Traunstein musste in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 deutlich seltener ausrücken als im ersten Halbjahr 2019.

Hauptgründe dafür dürften die Corona-Krise und der damit verbundene "Lockdown" sein. Dennoch leisteten die rund 210 haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräfte des BRK-Kreisverbandes Traunstein in der ersten Jahreshälfte 12.673 Einsätze - das entspricht rund 70 pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mussten insgesamt rund zehn Prozent weniger Einsätze absolviert werden. Das Gros der Einsätze entfiel auf Krankentransporte (6.423). Hinzu kamen 1.987 Notarzteinsätze und 1.318 Notfalleinsätze. Nicht verrechnungsfähige Einsätze wie beispielsweise Gebietsabsicherungen, Werkstattfahrten oder zurückgenommene Alarmierungen summierten sich auf 2.945. 


Größer Rückgang bei den Krankentransporten 

Den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es bei den Krankentransporten (-14 Prozent). Dies hängt damit zusammen, dass Krankentransporte vor allem bei älteren und chronisch erkrankten Patienten, die zur Corona-Risikogruppe zählen, notwendig sind. Um keine Ansteckung in den Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitssystems zu riskieren, wurden nur medizinisch unumgängliche Fahrten durchgeführt und geplante medizinische Eingriffe in Krankenhäusern aufgeschoben. Zudem waren viele Patienten durch die Corona-Situation verunsichert und verzichteten aus Angst vor einer möglichen Infektion auf die üblichen Transportfahrten.

Realistische Risikoabwägung: keine akuten Erkrankungen verschleppen 

"Die Sorgen wegen Corona mögen in vielen Fällen berechtigt sein und eine gewisse Vorsicht ist wichtig.Allerdings sollte man die Gefahr auch realistisch einschätzen und deswegen im Falle einer akuten, zeitkritischen Erkrankung wie einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall nicht zögern, den Notruf zu wählen und sich schnellstmöglich ins Krankenhaus bringen zu lassen", betonte BRK-Rettungsdienstleiter Jakob Goëss.


Die Rückgänge bei Notarzteinsätzen (-5 Prozent) und Notfalleinsätzen (-10 Prozent) dürften

in erster Linie durch die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge des "Lockdown" begründet sein.

So war beispielsweise in den Monaten März und April das Straßenverkehrsaufkommen deutlich geringer als gewohnt, was mit einem Rückgang der Verkehrsunfälle einherging.

Trotz der gesunkenen Einsatzzahlen stellte das erste Halbjahr 2020 auch für die BRK-Rettungskräfte eine besondere Herausforderung dar. Zwischen dem 16. März und 30. Juni mussten sie 603 Einsätze mit Verdacht auf eine Corona-Infektion bewältigen. Die dabei vorgeschriebenen, aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen brachten für die Rettungskräfte zusätzliche physische Anstrengungen (z.B. durch das Tragen der umfangreichen Schutzkleidung bei hohen Temperaturen) und einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand pro Fahrt (z.B. durch lange Wartezeiten vor Kliniken und zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen) mit sich.Zudem bestand und besteht für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Rettungsdienst durch den häufigen Kontakt mit Patienten und die täglichen Aufenthalte in Einrichtungen des Gesundheitswesens selbst ein erhöhtes Infektionsrisiko. Letzteres stellte vor allem zu Beginn der Corona-Krise eine psychische Belastung für die Helfer und Helferinnen dar, als noch weniger klar war, für wen das Virus tatsächlich eine ernsthafte Bedrohung darstellen kann.

Nur wenige Corona-Infektionen beim Rettungsdienstpersonal 

Trotz des häufigen, beruflich bedingten Kontaktes mit Corona-Patienten in den vergangenen Monaten gab es unter den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Rettungsdienstes nur sehr wenige Corona-Infektionen. "Das ist auf das besonnene Arbeiten unserer Rettungskräfte und die gute Herangehensweise an diese außergewöhnliche Situation zurückzuführen", berichtete BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Richter. "Und auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in unserer Kreisgeschäftsstelle sowie unsere vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind mit den Corona-bedingten Herausforderungen und Maßnahmen gut umgegangen."

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